EHC Red Bull München EHC: Petermanns Playoff-Traum

Verletzt: EHC-Verteidiger Felix Petermann. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Felix Petermann, Verteidiger des EHC Red Bull München, muss mit einer Verletzung an der Schulter mindestens zehn Wochen pausieren. „ Ich habe gutes Heilfleisch!"

 

München - Der linke Arm ist mit einem Verband am Oberkörper fixiert. „Mist halt, eine klassische Luxation“, sagt Felix Petermann, der Nationalverteidiger in Diensten des EHC Red Bull München, der AZ. Zehn bis zwölf Wochen wird der 30-Jährige ausfallen. „Ich habe zum Glück ein gutes Heilfleisch, vielleicht schaffe ich es in zehn“, erklärt Petermann, „ich hatte noch ein bisschen Glück im Unglück, wie auch die Ärzte sagten, denn es ist weder etwas gebrochen noch sind die Bänder gerissen. Das ist bei der Art von Verletzung sehr ungewöhnlich. Eins ist klar: Die Playoffs sind mein Ziel. Bis dahin will ich wieder fit sein. Und ich bin mir auch sicher, dass ich da schaffe.“

Im Spitzenspiel gegen die Mannheim Adler (2:5) war der 30-Jährige von Mirko Höfflin in die Bande gecheckt worden, dabei kugelte sich Petermann eben die Schulter aus. Unter „brutalen Schmerzen“ wurde er vom Eis geführt und gleich ins Krankenhaus gebracht, wo die Schulter unter Narkose wieder eingerenkt wurde. „Mein Dank gilt den Team-Ärzten, es ist immer gut zu wissen, dass man in besten Händen ist, wenn man so eine Verletzung hat“, sagt Petermann, der sich die Situation, die zu seiner schweren Verletzung geführt hat, gar nicht auf Video angesehen hat. „Nein, das will ich nicht. Ich will mich auch nicht lange mit der Vergangenheit aufhalten, dafür bin ich schlicht nicht der Typ. Ich weiß nur noch, dass ich meine Augen auf dem Puck und das Geschehen im Angriffsdrittel hatte und daher in dem Moment auf keinen Check gefasst war. Mirko ist aber auch nicht wirklich als dreckiger Spieler bekannt.“
Jetzt ist Petermann, der vor vier Jahren schon mit einer Schulterverletzung (Sehenriss) lange Zeit ausfiel, zur Untätigkeit verdammt. „Die nächsten zwei Wochen darf ich fast gar nichts machen. Es ist echt unglaublich, wie sehr einen so eine Verletzung im Alltag behindert. Mein Sohn Quririn ist ja jetzt eineinhalb Jahre, der probiert gerade alles aus, was motorisch machbar – oder auch nicht machbar – ist. Leider kann ich da gerade gar nicht partizipieren.“

Nach zwei Wochen wird dann in der Reha mit leichten Bewegungsübungen begonnen, die nach zwei weiteren Wochen intensiviert werden. Nach insgesamt sechs Wochen geht es dann bereits wieder an den Muskelaufbau. „Natürlich ist es ärgerlich, dass mir das jetzt passiert ist. Aber so blöd es vielleicht klingt, Verletzungen sind bei uns Eishockeyspielern so etwas wie Berufsrisiko, deswegen muss ich akzeptieren und Rumjammern hat sowieso noch nie was gebracht“, sagt Petermann“, ich konzentriere mich jetzt auf die Reha und tue alles dafür, damit ich dem Team möglichst schnell wieder helfen kann. Darauf liegt jetzt mein Fokus.“

Langsam wird die Personaldecke beim Tabellenzweiten EHC, der am Donnerstag (19.30 Uhr) bei den Hamburg Freezers ran muss, eng. Neben Petermann fallen die Verteidiger Jeremy Dehner (Adduktorenabriss im rechten Bein) und Grant Lewis (Schulter-Operation) noch langfristig aus, Defensivmann Andy Wozniewski (Oberkörperverletzung) ist auch noch nicht wieder fit. Zudem muss Chefcoach Don Jackson auch auf die verletzten Stürmer Yannic Seidenberg (Daumenbruch) und Uli Maurer (Oberkörperverletzung) verzichten. Des weiteren stehen Jackson auch die Jungstars Dominik Kahun und Tim Bender, die beide am Mittwoch zur U-20-Weltmeisterschaft in Kanada (ab 26. Dezember) reisen, nicht zur Verfügung.
    Matthias Kerber

 

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