EHC Red Bull München Die Jackson-Bande: Wer bleibt, wer geht, wer kommt

EHC-Trainer Don Jackson. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Daniel Sparre, Richie Regehr, Florian Kettemer und Daryl Boyle: Sie bleiben beim EHC. Andere müssen Red Bull verlassen – darunter auch Urgestein Felix Petermann.

München - Der Don hat gesprochen. Das Urteil ist gefällt: Sieben Spieler des EHC Red Bull München müssen den Verein, der so überraschend, so sensationell, so enttäuschend ohne einen einzigen Sieg bereits im Viertelfinale dieser Playoff-Serie an Wolfsburg gescheitert ist, verlassen. Die Stürmer Alexander Barta, Toni Ritter und Francois Méthot erhalten ebenso keine neuen Verträge, wie die Verteidiger Grant Lewis, Benedikt Brückner, Andy Wozniewski und Felix Petermann. Weitere dürften folgen. Barta wechselt zum Meister ERC Ingolstadt, Brückner wird Helmut de Raaf nach Schwenningen folgen, wo der bisherige Münchner Assistenztrainer den Chefposten übernimmt.

Mit Petermann verlässt das letzte EHC-Urgestein (neben Stürmer Uli Maurer) den Verein, er spielte seit 2010 in München. „Es waren fünf grandiose Jahre, ich möchte allen Danke sagen“, erklärte Petermann, der kein neues Angebot erhalten hatte.

In den letzten Tagen hatte Trainer Don Jackson gemeinsam mit Manager Christian Winkler die Saison analysiert, jeden Spieler evaluiert und entsprechende Einzelgespräche geführt. Danach stand fest: Zumindest für diese sieben ist kein Platz in der neuen Jackson-Bande. Der Trainer, der vor der Saison erst relativ spät zum Team gestoßen war und daher nicht den vollen Einfluss auf die Spielerauswahl hatte, bastelte jetzt seine ureigene Truppe. Vor den Playoffs, dieser Zeit, in der sich zeigt, wer „nur Junge und wer ein echter Mann ist“ (Jackson) hatte er noch gesagt, dass er selber gespannt sei, wie sich die Spieler präsentieren würden. Er hat seine Antworten bekommen. Und die Spieler dementsprechend Angebote – oder eben auch nicht.

Die einem müssen gehen, andere werden definitiv Rote Bullen bleiben. Wie die AZ exklusiv aus Spielervermittlerkreisen erfuhr, haben die Münchner in den letzten Monaten die Weichen für die neue Saison gestellt und Verträge verlängert. Neben den Jungspielern Dominik Kahun und Tim Bender haben auch Kapitän Michael Wolf, Stürmer Uli Maurer und Keeper Niklas Treutle einen Vertrag für die kommende Saison. Auch Daniel Sparre, der Toptorschütze des EHC in der Hauptrunde hat noch einen Kontrakt. „Ja, das stimmt, ich habe auch für die kommende Saison unterschrieben“, bestätigte der Deutsch-Kanadier der AZ.
Doch nicht nur Sparre wird aus dem jetzigen Kader weiter für den EHC auflaufen. Aus Spielervermittlerkreisen war zu hören, dass der EHC in der Defensive auf Altbewährtes setzt. So werden Richie Regehr, der beste Offensivverteidiger der DEL, Daryl Boyle und Nationalverteidiger Florian Kettemer gar nicht auf dem Markt angeboten. Was im Umkehrschluss stets heißt, dass die Spieler noch Verträge besitzen. Nach AZ-Informationen sind die Verhandlungen mit Topscorer Garrett Roe zudem weit fortgeschritten. Schlecht sieht es hingegen wohl für Stürmer Evan Brophey aus, der seine Gehirnerschütterungen immer noch nicht auskuriert hat. Auch der französische Nationalkeeper Florian Hardy wird wohl die Koffer packen müssen.

Einige Neuzugänge sind, wie Spieleragenten der AZ bestätigten, auch schon fix. Von den Mannheim Adlern kommt Nationalstürmer Frank Mauer, von den Edmonton Oilers Raubein Steve Pinizzotto, der dem Team die zuletzt fehlende Härte und Kompromisslosigkeit bringen wird. Zudem kommt Stürmer Maximilian Kastner aus Riessersee und Joachim Ramoser (Red Bulls Nachwuchsteam). Er wird – obwohl er bereits für die italienische Nationalmannschaft gespielt hat – aber keine Ausländerlizenz kosten, da er über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügt. Heiße Gerüchte gibt es zudem um Nationaltorwart Danny aus den Birken. Er wird die Kölner Haie wohl verlassen, Verhandlungen, ob er in die Jackson-Bande aufgenommen wird, sollen bereits laufen.     Matthias Kerber

 

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