EHC Red Bull München DEL- Finale: Die Don-Saga - Jacksons Wiedersehen mit Berlin

Don Jackson, der Pate des Erfolgs, ist mit sieben Titeln der erfolgreichste Coach der DEL-Historie. Foto: AZ-Montage

Bereits sieben Mal hat EHC-Coach Jackson den DEL-Titel geholt. Jetzt trifft er mit München im Finale auf seinen Ex-Klub Berlin: "Sehr speziell"

München - Gedankenverloren schaut Don Jackson, der Trainer des EHC Red Bull München, auf seine rechte Hand, dreht an dem Ring. Dann schaut er auf, lächelt leicht verträumt. Dieser Ring ist das Zeichen seiner Exzellenz. Es ist einer der zwei Stanley-Cup-Ringe, die er mit den Edmonton Oilers in der NHL an der Seite des besten Eishockey-Spielers aller Zeiten Wayne Gretzky gewonnen hat (1984 und 1985). "Ich habe ihn lange nicht getragen", sagt Jackson der AZ, "aber als ich zur Feier des dreißigsten Jahrestags in Edmonton war, habe ich ihn mit nach München gebracht."

Don-Saga: Fünf Titel mit Berlin, zuletzt zwei mit dem EHC

Ab Freitag steht Jackson im Finale dieser DEL-Saison ein anderer Ring-Träger gegenüber. Uwe Krupp, der Trainer der Eisbären Berlin. Der einstige deutsche Nationalverteidiger gewann 1996 mit Colorado und 2002 mit Detroit jeweils den Stanley Cup. "Uwe ist ein ausgezeichneter Trainer und Berlin eine tolle Mannschaft", sagt Jackson. Krupp will Berlin dahin bringen, wo Jackson sie einst hingeleitet hatte, wo er den EHC jetzt hingeführt hat. Ganz nach oben. Don Jackson ist unzweifelhaft der Pate des Erfolges. Fünf Mal führte er die Eisbären auf den deutschen Eishockey-Thron (2008, 2009, 2011, 2012, 2013), in den letzten beiden Spielzeiten den EHC, mit dem er sich nun auf Triple-Mission befindet. Ist es die Fortsetzung der Don-Saga?

Das sagt Jackson vor der brisanten Partie

"Natürlich ist es für mich sehr speziell, dass diese Finalserie gegen meinen Ex-Klub geht. Ich habe mit vielen Leuten dort noch zusammengearbeitet, werde die Zeit und die Menschen dort nie vergessen", sagt Jackson der AZ, "aber sobald der Puck zum ersten Mal aufs Eis geworfen wird, versuche ich so ruhig und ausgeglichen als möglich zu sein, das Spiel zu analysieren und so dem Team zu helfen."

Es ist nicht nur das Duell der Stanley-Cup-Sieger-Coaches. Es ist auch das Duell Double-Meister gegen DEL-Rekord-Champion und Vorrunden-Erster gegen Zweiter. Berlin hat seine letzten sieben Finalserien alle siegreich gestaltet, der EHC hat noch nie eine DEL-Endspielserie verloren. "Ich habe sicher viel Erfahrung mit Finalserien", sagt Jackson, alles, was wir wollen, müssen wir uns holen. Nichts wird uns geschenkt werden. Das ist die Attitüde, die wir haben müssen, wie wir agieren und auftreten müssen. Wir müssen dem Spiel unseren Willen aufzwingen. Berlin ist stark, wir müssen stärker sein."

Was aber ist für den Paten des Erfolges der Schlüssel zu ebendiesem? "Es gibt ihn nicht, den einen Schlüssel, die Gegner sind sehr unterschiedlich. Bremerhaven im Viertelfinale kam über die Geschwindigkeit, Mannheim im Halbfinale hat extrem mit dem Stock gearbeitet", sagt Jackson: "Wir haben uns jeweils darauf eingestellt, Antworten gefunden. Ich lasse in Offensive und Defensive jeweils acht, neun Dinge speziell für den jeweiligen Gegner trainieren. Jede dieser Sachen wird uns helfen, Erfolg zu haben."

EHC München kann Geschichte schreiben

Beide Teams spielen ein schnelles, interessantes, variables Eishockey. "Sie werden ein bisschen wie wir auftreten", sagt EHC-Stürmer Mads Christensen, der seinen elften Titel holen will. Drei hat er mit Berlin geholt, zwei mit München, die anderen in der dänischen Heimat. "Ich bin sicher, dass es eine sehr enge Serie wird, Berlin ist technisch gut, zudem sehr laufstark. Berlin war lange nicht mehr im Finale, dort wird jetzt ein richtiges Eishockey-Fieber herrschen. So wie zu meiner Zeit. Wir müssen es einfach wieder schaffen."

Es ist die Chance, Geschichte zu schreiben – und nach den Eisbären (2011-13) und Mannheim (1997-1999) als drittes Team das Titel-Triple zu holen. "Ich denke, dass wir in dieser Saison sogar noch ein bisschen offensivstärker sind als in den Meister-Spielzeiten", sagte Kapitän Michael Wolf, "wir haben zwei Mal gewonnen, da wollen wir wieder hin. Ohne Wenn und Aber."

 

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