EHC München - Straubing Tigers Pinizzotto und die Partnerfrage

Psst! Steve Pinizzotto beim Spiel in Straubing zu den Fans. Foto: GEPA pictures/ho

Der Stürmer des EHC Red Bull München legt sich bei den Straubing Tigers mit Gegnern und Fans an – und genießt es sichtlich.

Straubing - Steve Pinizzotto ist unbestritten die Reizfigur der Liga. Der Strafbankkönig der DEL genießt seine Rolle sichtlich. Der harte Hund, der Hau-drauf-und-Schluss, der Provokationsgrinser, der Knockout-Checker, der Dauer-Quatscher und Stimmungsaufheizer.

Bei Spiel vier der Viertelfinal-Serie des EHC Red Bull München bei Straubing, das die Tigers mit 2:1 für sich entscheiden konnten und damit in der Serie vor dem Spiel am Donnerstag (19.30 Uhr, Olympiaeishalle) auf 1:3 verkürzten, hatte der übertragende Fernsehsender Servus.TV Pinizzotto und sein Straubinger Gegenstück – Tough Guy Sean O’Connor – mit Mikrofonen ausgestattet.

So bekam man das Duell der Rustikalspieler ungefiltert auf die Ohren. Provokationen, Beleidigungen, Rangeleien. „Ich denke, ich habe einen neuen besten Freund gefunden“, sagte O’Connor hinterher. Es ist die Privatfehde zweier Spieler, deren Animositäten nicht gespielt sind. „Wo ist denn deine große Härte? Du hast doch Angst vor mir! Kämpf gegen mich. Los, kämpf! Kämpf!“, forderte O’Connor Pinizzotto heraus.

Der hatte schon beim Aufwärmen mit einem provokanten Grinsen die Fans am Pulverturm gegen sich aufgebracht. Bei einer seiner Strafen hielt er demonstrativ den Zeigefinger an den Mund Richtung der pfeifenden Fans. Genug der Stimmungsmache? Mitnichten. Pinizzotto war noch nicht mal auf Betriebstemperatur. Er fuhr zur Straubinger Bank, stellte sich in seiner gesamten Eishacklerpracht vor den Spielern auf, visierte Stürmer René Röthke, auch ein Vertreter der Hitzkopf-Fraktion, an und fragte mit Freundlichkeit voll unverblümter Falschheit: „Wie geht es eigentlich deinem Ehemann? He, ich will wissen, wie es deinem Ehemann geht.“ Pinizzotto und die Partnerfrage.

Das war dann zu viel für O’Connor. Wie ein Berserker stürmte er Richtung Pinizzotto, wollte diesen umwuchten, die Schiedsrichter mussten dazwischen springen. „Haltet den Kerl von meiner Bank fern! Ich sag’s euch! Haltet den verdammten Kerl von meiner Bank fern.“ Pinizzotto freute sich angesichts der überkochenden Emotionen. Er pöbelte Richtung O’Connor: „Du solltest es mit dem Eishockey lassen! Du spielst sowas von schrecklich. Schrecklich!“ Doch später brannten dem Münchner noch die Sicherungen durch: Nach einem Check gegen den Kopf eines Straubingers kassierte er eine Zehn-Minuten-Strafe. Die zweite der Serie, damit ist er am Donnerstag gesperrt. „Er wird uns sicher fehlen“, sagte Kapitän Michael Wolf, „er bringt ein spezielles Element in unser Spiel.“

Die aufregende Nacht war für Pinizzotto nach dem Spiel übrigens noch nicht vorbei. Aufgrund der Fliegerbombe in Schwabing durfte er nicht in seine Wohnung zurück, er musste im Hotel übernachten.
Ganz ohne Provokationen übrigens. . .   

 

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