EHC München EHC-Star Gerbig: Der Kämpfer mit dem Kuchen-Tick

Ist sich für nichts zu schade, auch nicht für Schlägereien: EHC-Stürmer Sven Gerbig (r.) hier gegen Weißwassers Christian Rösler. Foto: Rauchensteiner/AK

Nach seiner schweren Verletzung wächst der Stürmer immer besser in seine neue Rolle hinein. Kapitän Raubal lobt: „Svenni ist einer, der auch mal richtig zuhauen kann – das braucht man!“

 

MÜNCHEN Wenn immer beim EHC München beim Essen Kuchen gereicht wird, läuft ein bestimmtes Ritual ab. Stürmer Sven Gerbig, ein bekennendes Leckermäulchen, greift meist als einer der ersten zu. Doch dann kommt schon aus dem Hintergrund der Spruch: „Svenni, du kriegst nichts, du musst auf dein Gewicht aufpassen, du warst sehr lange verletzt. Wenn du viel isst, musst du noch viel mehr trainieren.“

Der, der das immer sagt, ist Kapitän Andreas Raubal. „Jetzt nimmt er das Stück Kuchen schon immer heimlich, aber ich sehe es jedes Mal. Aber das ist alles nur Spaß“, amüsiert sich Raubal vor dem ersten Halbfinalspiel des EHC München gegen die Ravensburg Tower Stars.

Der Ur-Bayer Raubal und der Hesse Gerbig, der erst zu dieser Saison vom DEL-Klub Frankfurt Lions zum EHC gewechselt war, haben sich in der gemeinsamen Reha angefreundet. Raubal hatte sich Anfang der Saison eine Knieverletzung zugezogen, Gerbig hat es mit einem Waden- und Knöchelbruch besonders schwer erwischt. „Wir haben uns immer gepusht. Das hat uns gegenseitig gut getan“, sagt Raubal, „ich habe alle Achtung und größten Respekt davor, wie sich Sven zurückgekämpft hat. Nach so einer brutalen Verletzung zurückzukommen, sagt alles über seinen Charakter. Die meisten hätten danach ein Kopfproblem. Aber nicht der Svenni.“

Gerbig, der Sportmanagement studiert und dessen Vater Lehrer ist, kämpfte sich ins Team zurück, spielt nun im Wechsel mit EHC-Eisenmann Mario Jann in der vierten Linie, der sogenannten Kampflinie des EHC. Genau da ist er momentan auch gut aufgehoben, denn Gerbig ist sich für keine Drecksarbeit zu schade. „Er geht dahin, wo es weh tut“, sagt Manager Christian Winkler, „das ist vorbildlich.“

So sieht es auch Raubal, dessen eigene Saison nach einer Knie-Operation beendet ist: „Es tut uns gut, einen, wie den Svenni zu haben. Einen, der sich auch mal einen packen kann, wenn es drauf ankommt, der auch mal richtig zuschlagen kann. Davon haben wir nicht so viele. Svenni kann das. Und die anderen Teams wissen das auch. Sowas braucht man in den Playoffs, einen, der gehörig aufräumt.“

Mit seinen 93 Kilos auf 1,88 Meter Körpergröße verteilt, ist Gerbig eine imposante Erscheinung – obwohl ihm der Kapitän keine Süßigkeiten gönnt.

Matthias Kerber

 

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