EHC München Die Reifeprüfung

Auf ein Neues: Der EHC trifft im Halbfinale erneut auf den EHC München. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der EHC trifft im Playoff-Halbfinale erneut auf Ravensburg – und Manager Winkler warnt:„Das wird eine ganz harte, ganz enge Serie.“ Die AZ analysiert das Cortina-Team.

 

MÜNCHEN Déjà vu. Wieder Ravensburg, wieder im Halbfinale. Wie schon in der vergangenen Saison, damals setzte sich der EHC in fünf Spielen durch, kommt es in der Runde der letzten Vier zum Duell des EHC München gegen die Tower Stars aus dem Schwabenländle. „Das wird eine ganz harte, ganz schwere, ganz intensive Serie“, sagt Manager Christian Winkler vor Spiel 1 am Mittwoch (20 Uhr, Olympia-Eishalle) der AZ.

Wie hart, wie schwer, wie intensiv bewiesen die Duelle in dieser Saison. Der Vergleich endete 2:2. München siegt zwei Mal (2:1, 7:3), musste aber auch zwei bittere Niederlagen hinnehmen (2:6, 0:4). Im Viertelfinale des diesjährigen DEB-Pokals setzte sich das Team von Coach Pat Cortina zudem mit 5:4 nach Verlängerung durch. „Nur, wenn wir voll konzentriert agieren, werden wir erfolgreich sein“, sagt Cortina, „wir müssen wirklich alle Stärken in die Waagschale werfen.“

für den EHC steht gegen die Oberschwaben also die Reifeprüfung an. Die AZ analysiert Stärken und Schwächen.

STÄRKEN

Die Torhüter: Schon unter der Saison waren Joey Vollmer (Erster mit einem Gegentorschnitt von 1,96) und Sebastian Elwing (Dritter mit 2,14) top. Im Viertelfinale legten sie noch einen drauf. Beide spielten je zwei Mal gegen Weißwasser, beide haben einen Gegentorschnitt von 1,0 in den Playoffs. „Egal, welchen Keeper wir ins Tor stellen, wir treffen stets die richtige Wahl: bei den Beiden kann man nichts falsch machen“, sagt Winkler. Da beide in ihren Stilen nicht unterschiedlicher sein könnten, haben die Gegner Probleme, sich darauf einzustellen.

Vier gewinnt: Kein anderes Team verfügt über vier derart ausgeglichene Reihen. Die nominelle erste Linie (Gyori, Wrigley, Wycisk) schaffte im Viertelfinale 17 Punkte (6 Tore, 11 Assists), Linie zwei (Kompon, Dietrich, Schymainski) erzielte acht Punkte (2Tore, 6 Assists), Reihe drei (Hede, Rautert, Heatley) schaffte 16 (7Tore, 9 Assists) und die Energy-Line (Buchwieser, Wichert, Mario oder Gerbig) brachte es auf fünf Punkte (2Tore, 3 Assists). „Wenn sich der Gegner mit seinen Topverteidigern auf eine Linie stürzt, haben die anderen den Freiraum. Bei uns entscheidet jede Reihe Spiele“, so Cortina.

Körperliche und mentale Fitness: „Sie haben uns mit ihrer Fitness erdrückt und unseren Willen gebrochen“, sagte Weißwasser-Coach Dirk Rohrbach. Und Winkler sagt: „Wir können mit extremem Speed nach vorne spielen, sind aber auch kompakt, erfahren und bereit, über jede Schmerzgrenze zu gehen.“

SCHWÄCHEN

Konstanz: Im Viertelfinale überzeugt der EHC beim Sweep gegen Weißwasser, doch gab es immer wieder Momente, in denen der EHC etwas den Faden und die Kontrolle verlor, außerdem spielte der EHC nur selten mit dem gleichen Feuer wie in der Vorsaison. Was aber gegen die Lausitzer auch nicht nötig war. „Ich würde sagen, dass wir bei 80 Prozent unserer Leistungsstärke waren, in manchen Spielen nur bei 60 Prozent“, analysiert Cortina, „gegen Ravensburg brauchen wir nicht nur unsere Erfahrung, sondern auch die Emotionen, die uns im richtigen Moment nach vorne tragen.“

Powerplay: Gerade zu Beginn der Viertelfinale-Serie hakte es beim EHC im Überzahlspiel, bei 18 Powerplay-Chancen fielen nur 4 Tore, besonders von den Bluelinern fehlte Druck und Torgefahr. „Daran haben wir im Training gearbeitet, denn im Powerplay werden ganz schnell Spiele entscheiden“, sagt Cortina, „es war am Ende besser, aber ich erwarte im Halbfinale mehr.“

Matthias Kerber

 

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