EHC München Der böse Bube zügelt sich

„Er ist unser Emotions-Leader“: Trainer Pat Cortina über Stürmer Dylan Gyori (l.), hier mit David Wrigley . Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Dylan Gyori hatte mal ein Strafbank-Abo. Jetzt ist er der wichtigste Scorer beim EHC München.

 

SCHWENNINGEN Es sind Niklas Hede, Mike Kompon, David Wrigley und Sebastian Elwing, die beim EHC München für die sensationellen Auftritte in Viertel- und Halbfinalserien für den EHC gesorgt haben. Doch weder Kompon noch Hede noch Wrigley führen vor Spiel 1 der Finalserie gegen Schwenningen die Scorerliste in den Playoffs an, sondern einer, der eigentlich eher etwas unterging: Dylan Gyori. 13 Punkte stehen für den Stürmer vor dem ersten Finale zu Buche (2 Tore, 11 Assists), damit liegt er zwei Punkte vor Kompon.

„Dylan hat Wege gefunden, wie er der Mannschaft enorm hilft“, sagt Trainer Pat Cortina über den 31-Jährigen, „er ist vielleicht nicht so auffällig wie andere Spieler, aber er ist enorm effektiv.“ Speziell, seit er es geschafft hat, sein oft überschäumendes Temperament zu zügeln. „Ja, Dylan hält sich in den Playoffs von der Strafbox fern, das zeugt von seiner Professionalität“, sagt Cortina, „ich würde ihn als unseren Emotions-Leader bezeichnen.“

Zu Beginn dieser Saison stand Gyori gewaltig in der Kritik. Durch dumme Frustfouls schwächte er immer wieder die Mannschaft. „Das hat mir gar nicht gefallen damals“, sagt Cortina. Manager Christian Winkler sagt: „Klar war, dass es so nicht weiterging.“ Das sah aber auch der Dauerabonnent eines Sitzplatzes auf der Sünderbank so. Gyori suchte von sich aus die Aussprache mit Cortina und Winkler, er entschuldigte sich und gelobte Besserung. „Manns genug zu sein, diesen Schritt von sich aus zu gehen, das zeugt von Charakter“, sagt Cortina, „er hat Wort gehalten, er hat nur noch selten dumme Fouls begangen, dabei aber seine Leidenschaft nicht verloren.“

Denn Gyori ist einer, der in der Kabine mit seinem Feuer, seiner Intensität die anderen auch mal aufrütteln kann. Der Fan von Kid Rock („American bad ass“), den er auch beim Konzert in München persönlich traf, ist der „EHC bad ass“ – der böse Bube des EHC. Ein böser Bube, der gelernt hat, den Strafen für seine Missetaten zu entgehen.

Matthias Kerber

 

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