EHC München Cortina hielt sich für den Gehilfen

Eishockey-Bundestrainer und Sportdirektor Pat Cortina. Foto: dapd

EHC-Coach dachte, er wird Bundestrainer-Assistent. Jetzt ist er Boss und wirbt für den Deutschland-Cup

 

MÜNCHEN Seit drei Wochen ist Pat Cortina, der Trainer des EHC Red Bull München, auch Bundestrainer. So ganz glauben kann er es noch nicht. „Irgendwie klingt es immer noch komisch”, sagt der Italo-Kanadier der AZ, „ich muss gestehen, als der erste Anruf kam, dachte ich, dass sie mich als Assistenztrainer wollten. Ich musste zwei Mal nachfragen, bis ich realisiert habe, dass ich Chefcoach werden sollte.” Er hielt sich für den Gehilfen, er wurde Chef. Und sagt: „ Es war ein Angebot, das man einfach nicht ausschlagen kann.”


Beim Deutschland-Cup (9. bis 11. November) wird er erstmals bei einem großen Turnier als Bundestrainer an der Bande stehen. Ausgerechnet in der Olympia-Eishalle. Dort, wo er seit sechs Jahren für den EHC als Trainer fungiert. „Die Konstellation ist ein Traum. Wenn ich es mir hätte aussuchen dürfen, hätte ich es mir genau so gewählt”, sagt Cortina, der seine Cotrainer noch nicht ausgewählt hat. „Ich habe eine Liste erstellt, ich führe erste Gespräche und bis zum Deutschland-Cup werde ich ein Team haben, das meine Schwächen kompensiert und meine Stärken unterstützt”, sagt Cortina.
Fragen beantwortet er großteils auf deutsch. Als Verbandssprecherin Carina Bitzer bei der Pressekonferenz im Olympiapark Cortinas englische Antworten übersetzen will, meint der Bundestrainer lachend: „Ich denke, mit meinem Englisch haben die Leute keine Schwierigkeiten. Verständnisprobleme gibt es eher bei meinem Deutsch.”


Die Lacher hat er auf seiner Seite. Mit der Doppelbelastung kommt er immer besser zurecht. „Wenn ich sagen würde, dass ich im Moment der bestorganisierte Mann der Welt wäre und alles im Griff hätte, würde ich lügen”, gesteht Cortina, der mit dem EHC am Dienstag beim Tabellenführer Kölner Haie 0:3 verlor, „bis zum Deutschland-Cup werde ich soweit sein. Das Turnier ist für mich sehr wichtig, um ein Gefühl für die Mannschaft zu kriegen. Es wird ein echtes Spektakel.”


Im Februar muss die Nationalmannschaft in Bietigheim die Qualifikation für Olympia 2014 in Sotschi schaffen. „Das ist unser Ziel”, sagt Cortina. Doch nicht nur Cortina und Eishockey-Deutschland haben ein Ziel, auch München will die Weichen für die Zukunft stellen. Eine neue Multifunktionsarena ist dringend vonnöten, um Eishockey in München dauerhaft eine Heimat zu geben. „Wir brauchen eine derartige neue Halle”, sagte Arno Hartung, Sprecher des Olympiaparks, „ich denke, dass wir Anfang nächsten Jahres bereits einige richtungsweisende Entscheidungen treffen werden.”
Die Halle soll dann die Heimat für den EHC, aber auch die Basketballer des FC Bayern sein. „Es gibt sehr gute Gespräche”, sagt Hartung, „mehr will ich im Moment dazu aber nicht sagen.” 

 

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