EHC-Keeper im AZ-Interview Danny aus den Birken: Berlin? "Es gibt keinen schwereren Gegner"

Torwart des EHC Red Bull München: Danny aus den Birken Foto: GEPA Pictures

Ab Mittwoch gilt es für den EHC in den Playoffs gegen die Eisbären Berlin. In der AZ spricht Goalie Danny aus den Birken über das Duell, seine Auszeichnung als Spieler des Jahres und seine Tiefenentspanntheit.

München - Danny aus den Birken hütet seit 2015 das Tor des EHC Red Bull München und wurde zuletzt drei Mal in Serie Meister. Ab Mittwoch geht es für den EHC im Viertelfinale gegen die Eisbären Berlin.

AZ: Herr aus den Birken, Ehre, wem Ehre gebührt – wir gratulieren Ihnen noch einmal zur Wahl des besten Torhüters und auch noch des besten Spielers dieser Saison.
DANNY AUS DEN BIRKEN: Vielen Dank! Ich muss zugeben, dass mich diese Auszeichnung sehr, sehr gefreut und auch überrascht hat. Torhüter des Jahres ist ja schon eine großartige Ehre, dass ich dann gleich noch als Spieler des Jahres ausgezeichnet wurde, war einfach toll. Ich hatte vorher auch wirklich keine Ahnung, man hat vorher alles vor mir geheimgehalten.

Die Laudatio hielt Ex-Nationaltorwart Helmut de Raaf.
Das hat es für mich gleich noch mal spezieller gemacht. Helmut war mein Idol, mein Vorbild, als ich klein war. Später war er mein Trainer – und er hat auch quasi ein bisschen die Vaterrolle übernommen, denn natürlich war es nicht leicht, als ich mit 15 Jahren von zu Hause weg bin. All das hat mir noch einmal sehr viele positive Energie gegeben.

Aus den Birken: "Wir müssen jetzt unser bestes Eishockey zeigen"

Die können Sie, die kann der EHC Red Bull München auch gleich gut brauchen. Ab Mittwoch geht es im Viertelfinale der Playoffs gegen die Eisbären Berlin – den Finalgegner der Vorsaison.
Ich muss zugeben, bei mir persönlich kommen da gar keine Erinnerungen an die Finalserie auf. Ich weiß, dass es einfach wahnsinnig schwierig wird, das ist Motivation genug. Berlin ist jetzt topfit, ihre vielen Verletzten, die sie unter der Saison hatten, sind wieder fit. In meinen Augen hätte es keinen schwereren Gegner geben können als Berlin. Wir müssen jetzt unser bestes Eishockey zeigen, dann werden wir auch Erfolg haben, da bin ich mir absolut sicher.

Sie sind unglaublich stoisch und ausgeglichen. Gibt es irgendetwas, was Sie eigentlich aus der Ruhe bringen kann?
Nicht wirklich. Ich bin immer sehr, sehr entspannt – und auch nur sehr selten nervös. Am Samstag bei der Wahl des Sportlers des Jahres, da bin ich dann doch leicht nervös geworden, als ich geahnt habe, um wen es da geht, der geehrt werden soll. Aber es gibt nur sehr wenige Situationen, in denen ich ein bisschen nervös werde.

Waren Sie immer derart tiefenentspannt – auch als Kind?
Ja, das ist einfach mein Naturell. Das nehme ich an und arbeite damit, letztlich mache ich es zu meiner Stärke.

Was haben Sie eigentlich vor ein paar Jahren auf Ihren Wunschzettel geschrieben, dass Sie im fortgeschrittenen Spieler-Alter – Sie sind jetzt 34 – so großen Erfolg haben?
Wünsche habe ich nicht, wenn, dann habe ich Ziele. Und die habe ich immer noch. Ich habe noch einiges vor mir, was ich erreichen will.

Aus den Birken ist vom Ehrgeiz getrieben

Zum Beispiel kann der EHC Eishockey-Geschichte schreiben und als erster Verein der DEL-Historie vier Mal in Folge die Meisterschaft gewinnen.
Was heißt Geschichte schreiben? Ich habe einfach immer das Ziel, dass wir ganz Großes erreichen wollen. Wenn wir Charakter und gutes Eishockey zeigen, dann werden wir auch wieder erfolgreich sein.

Sie haben auf Ihrer Goalie-Maske einige Dinge verewigt: die Initialen der Eltern, der Freundin, den Namen des verstorbenen Hundes, die drei Meisterpokale, die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang. Geben Ihnen diese Dinge Kraft?
Absolut, absolut. Das sind alles Dinge, die mir sehr, sehr am Herzen liegen. Ich bin einfach ein sehr emotionaler Mensch. All das sind Dinge, die mich prägen, dafür arbeite ich. Für all diese Dinge möchte ich in meinem Herzen immer alles geben. Die geben mir auch wirklich viel Kraft. Man muss die Dinge aber klar trennen. Es gibt das Sportliche und das Familiäre. Beides ist mir sehr wichtig, aber eben auf unterschiedlichen Ebenen.

Jetzt sagen Sie aber nicht, dass die Sensations-Silbermedaille zu Ihren Zielen gehört hat!
(lacht) Um ehrlich zu sein, das war nicht mal eines meiner Ziele, sondern eher ein Traum, es war sehr weit weg. Die Silbermedaille ist definitiv eines der Dinge, die ich sportlich gesehen niemals vergessen werde. Die letzten Jahre waren für mich verdammt verrückt. Ich habe so viele Medaillen und Trophäen erhalten, da muss ich mir irgendwann mal was Schönes basteln.

 

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