EHC-Crack im AZ-Interview Konrad Abeltshauser: "Mei, das Double wär uns ganz recht"

Konrad Abeltshauser (l.) hätte gegen das Double mit dem EHC München nichts einzuwenden. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Vor dem Champions-League-Finale des EHC München spricht Verteidiger Konrad Abeltshauser über die Chancen, Weihnachtsfeiern im Januar und den Abschied von Kapitän Wolf: "Er wird ein Riesenloch hinterlassen".

 

Konrad Abeltshauser steht seit 2016 beim EHC unter Vertrag. Am Dienstagabend treffen der Nationalverteidiger und die Red Bulls im Champions-League-Finale im schwedischen Göteborg auf die Frölunda Indians. Die AZ hat mit dem EHC-Innenverteidiger gesprochen.

AZ: Herr Abeltshauser, am Sonntag spielen Sie in der DEL gegen die Düsseldofer EG – ein Topspiel, der Zweite gegen den Dritten. Können Sie sich da eigentlich noch richtig darauf konzentrieren, wo doch am Dienstag das Finale in der Champions League ansteht?
KONRAD ABELTSHAUSER: Das sollte nicht allzu schwer sein. Es ist ein wichtiges Spiel für uns, wenn wir da gewinnen, haben wir schon ein richtig gutes Polster auf Platz drei. So können wir weiter Druck auf Mannheim ausüben. Und seien wir ehrlich: Lieber haben wir vor Dienstag nochmal einen richtigen Top-Gegner, der uns fordert.

Sind Sie denn schon im Final-Fieber?
Auf jeden Fall. Seit dem Halbfinal-Sieg in Salzburg vergeht kein Tag, an dem man nicht ein wenig ans Finale denkt. Das ist für uns Spieler und den Verein eine riesengroße Sache. Wir haben richtig Bock drauf.

Hat die Champions League einen besonderen Stellenwert?
Freilich, das ist ein ganz verrückter Wettbewerb. Man weiß nie, was einem das Los bringt. Es kann so viel passieren. Jetzt haben wir es einmal ins Finale geschafft, wir sind nur noch einen Sieg vom großen Coup entfernt. So kurz vorm Ziel wollen wir jetzt auch nicht schlappmachen.

Konrad Abeltshauser erwartet große Unterstützung

Im Eishockey sind die europäischen Top-Teams nicht ganz so bekannt. Was ist von Final-Gegner Frölunda zu halten?
Europaweit ist das eines der absoluten Topteams. Das beweisen die Jahr für Jahr. Wir fahren trotzdem mit breiter Brust dorthin, wir wollen denen unser Spiel aufzwängen. Und dann sollen die damit erstmal klarkommen. Zu viel Respekt wäre auch verkehrt.

Wie schwer wiegt der Nachteil des Auswärtsspiels?
Ich glaube, die Stimmung in Göteborg wird überragend. Wir haben eine Menge Fans, die mit nach Schweden kommen. Alleine von meinem Freundes- und Familienkreis sind das 15 Leute. Alle freuen sich so wie wir Spieler. Das gibt uns extra Kraft. Die Fans betreiben ja auch einen riesigen Aufwand, da für ein Spiel unter der Woche nach Schweden zu fahren.

Positiv stimmt auch der Lauf, den der EHC gerade hat. Die letzten acht Spiele wurden alle gewonnen.
Jetzt ist einfach jeder konzentriert, fokussiert. Jeder im Team stellt seine eigenen Anliegen hinten an, jetzt zählt nur noch die Mannschaft. Das merkt man dann auch auf dem Eis.

Ist das auch die Stärke des EHC und von Trainer Don Jackson, dass das Team gerade in der Crunch-Time das beste Eishockey spielt?
Das ist die Philosophie von Don. Er redet schon im allerersten Team-Meeting im Sommer davon, wie das Spiel sieben in der Finalserie ausschauen könnte – und wie man topfit ist, so dass man auch in der letzten Verlängerung im letzten Saisonspiel noch fitte Haxn hat. Diese Fitness verlangt er von uns. Und wenn es drauf ankommt, sind wir bereit und können uns ganz auf unser Spiel konzentrieren.

Sie sind mittlerweile bei 54 Pflichtspielen in dieser Saison. Bis zu 86 könnten es werden. Geht da nicht irgendwann die Puste aus?
Eben nicht. Das Trainerteam macht das mit der Intensitätssteuerung hervorragend. Da wird im Training auch mal ein wenig das Gas rausgenommen, damit wir, wenn’s drauf ankommt, volle Power geben können. So sind wir auch bei drei Spielen in der Woche immer frisch im Kopf und in den Haxn.

Aufgrund des engen Spielplans musste der EHC auch seine "Weihnachtsfeier" auf vergangenen Montag legen. Wie war’s denn?
Super. Alle waren da: Trainer, Betreuer, das Marketing-Team. Wir sind da wie eine große Familie, alle ziehen an einem Strang. Alle geben alles für den Erfolg. Und dann ist es auch besser, wenn nicht ganz so der große Zeitdruck da ist, wenn wir mal ein paar Tage frei haben, gemeinsam Spaß haben und am nächsten Tag dann auch ausschlafen können.

Abeltshauser: "Wir wollen auch für Michi Wolf gewinnen"

Warum? Zu viel Glühwein?
Nein (lacht), wir waren asiatisch essen. Mit Plätzchen und Glühwein war da nimmer viel.

Besondere Vorkommnisse?
Naja, höchstens ein paar von denen, die ans Mikro zum Karaokesingen gegangen sind. Das hätten ein paar von denen besser bleibenlassen sollen.

Wer denn?
(lacht) Ich weiß nicht, ob ich da jetzt einen unter die Radl schmeißen will.

Na gut, wer hat’s besser gemacht?
Dwan Boyle, die Frau von Deryl Boyle, war sehr gut. Und der Andrew Bodnarchuk, der hatte seinen Song schon einstudiert, aber den hat er auch wirklich sauber drauf: "Pour some sugar on me" von Def Leppard.

Gab’s nachträgliche Weihnachtswünsche? Die Meisterschaft oder die Champions League?
Mei, das Double wär uns ganz recht. (lacht) Jetzt hoffen wir mal, dass es am Dienstag mit Wunsch eins klappt, dann konzentrieren wir uns auf die nächsten Aufgaben.

In der Restsaison geht es ja auch um einen schönen Abschied für Kapitän Michael Wolf.
Klar, der Michi wird ein Riesenloch hinterlassen. Wenn man zu jedem Trainer der DEL sagen würde: "Bau dir den perfekten Spieler zusammen", dann würde der zu hundert Prozent so ausschauen wie der Michi. Der ist einfach das komplette Paket. Er macht alles für die Mannschaft, er ist der perfekte Leader auf und neben dem Eis, ein super Mensch. Und in den wichtigen Situationen geht er voran. Kein Mann der großen Worte, so nach dem Motto: "Hauptsach, die Luft scheppert." Meistens lässt er sowieso Taten sprechen. Darum will die Mannschaft jeden noch möglichen Titel für ihn gewinnen. Wir wollen ihm was zurückgeben.

Und nächstes Jahr? Wer übernimmt da Verantwortung?
Gute Frage. Im Sommer wird dann wieder gewählt. Bislang war es immer klar, dass es der Michi wird. Darum dürfte es diesmal spannender werden.

Sie würden sich nicht wegducken, oder?
Diese Frage stellt sich aktuell nicht. Sicher wäre es für jeden Spieler eine Ehre, so ein Team zu führen. Aber bis dahin ist noch viel Zeit. Erst wollen wir noch ein paar Titel gewinnen.

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