E-Mail-Betrug Fadumo Korn betrogen: "Ich fühle mich wie nackt"

Sie wurde Opfer eines Hackers: Fadumo Korn. Foto: Walter Korn

Auch die Münchner Autorin Fadumo Korn ist zum Opfer eines Hackers geworden, wie im Fall Schmucker geht es um Hilferuf-Mails. Die Polizei gibt auf.

 

MÜNCHEN - Fadumo Korn (47) kam am 17. November von einer Lesung in Germersheim bei Karlsruhe zurück nach München, als sie davon erfuhr, dass ihr E-Mail-Konto gehackt und missbraucht worden war. „Ich fühlte mich wie nackt”, erinnert sich die bekannte Autorin („Schwester Löwenherz”) und Dolmetscherin an den Schock von damals.

Der Schaden der Hilferuf-Mail war immens. Denn eine Freundin habe tatsächlich sofort gezahlt: „Wie viel, hat sie mir nicht gesagt. Aber es war eine hohe Summe, die ihr weh tat. Das hat mich so getroffen.” Gemeinsam habe man dann Strafanzeige gestellt. Doch die Polizei hat die Ermittlungen inzwischen eingestellt. „Ich bin total enttäuscht.”

Viele, aber eben nicht alle ihrer Freunde hatten den Betrug erkannt. „So schreibst du doch nicht”, sagten sie ihr. Wie im Fall Schmucker hatte der Hacker, das Adressbuch nach seiner Aktion gelöscht. Der Betrugs-Text ist standardisiert, sogar die Rechtschreibfehler darin sind in beiden Fällen identisch. Nur das Land des angeblichen Notfalls wurde geändert. Statt Schottland wie bei Schmucker war bei Fadumo Korn von Spanien die Rede. „Ich hatte im Juni Mallorca besucht”, so erklärt sie sich dieses Detail.

Bei Fadumo Korn ging der Hacker noch einen Schritt weiter. Er spähte Kontodaten aus und fing an, Waren zu bestellen. „Für 2300 Euro.” Doch die Bank reagierte schnell und konnte den Geld-Transfer rechtzeitig stoppen. Fadumo Korn bekam ihr Geld zurück.

Sie sagt: „Seitdem fühle ich mich nicht mehr frei.” Sie passe auf, welche Daten sie verschicke und welche sie sofort von ihrem Computer entferne. Ihre Kreativität habe darunter gelitten, sagt sie. „Das geht an die Seele. Ich bin an dem Tag mehrere Zentimeter geschrumpft.”

 

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