E-Bike Sigi Lastenrad im Test: 80 Kilo leichtgemacht

AZ-Reporterin Jasmin Menrad fährt sonst mit dem Auto einkaufen - aber das Lastenradl gefällt ihr. Foto: Daniel von Loeper

Im Münchner Stadtteil Untersendling kann man jetzt gratis ein Lastenradl leihen - die AZ hat ausprobiert, ob der Großeinkauf damit wirklich funktioniert.

München - Wer mit Sigi unterwegs ist, lernt leicht Menschen kennen. Weil auf dem E-Lastenradl brettlbreit steht, dass man es kostenlos leihen kann, fragen viele Passanten, wie er denn so ist, der Sigi.

Sigi ist ein E-Lastenrad, das im Rahmen des Forschungsprojekts City2Share für Untersendling angeschafft wurde. Ein weiteres E-Lastenradl steht bei Green City in der Lindwurmstraße. Anwohner hatten ihre Ideen bei einer Quartierswerkstatt und einem Online-Dialog eingebracht und sich ein Transportrad mit elektrischem Antrieb gewünscht. Gleichzeitig wird das Angebot an Mobilitätsstationen im Glockenbach, Goethe- und Zenettiplatz sowie am Kidlerplatz 2018 mit Car- und Bikesharing und Ladestationen ausgebaut.

Die AZ-Reporterin gehört zu jenen schlechten Menschen, die in der Stadt ein Auto haben, das die meiste Zeit dumm auf dem Parkplatz herumsteht und nur in großen, aber regelmäßigen Abständen genutzt wird: Einmal im Monat, um Katzenstreu, Katzenfutter und all die Dinge, die's so braucht, damit eine AZ-Reporterin schön ausschaut, einzukaufen. Dieser monatliche Drogeriemarkteinkauf wird jetzt mit dem Lasten-Sigi erledigt.

Die Registrierung auf www.freie-lastenradler.de ist unkompliziert. Dann zeigt eine Karte die Standorte der zehn Münchner Lastenradl, verteilt auf's ganze Stadtgebiet. Sigi aus Untersendling ist über eine Woche lang ausgebucht, aber beim großen Katzeneinkauf mit E-Antrieb muss man flexibel sein. Zwischen 12 und 19 Uhr findet sich an einem Mittwoch noch ein Termin. Es ist sogar möglich, Sigi von Freitag bis Dienstag zu leihen, sofern er frei ist, erzählt der Mitarbeiter von Espresso Cycling in der Jean-Paul-Richter-Straße 5, wo das Lastenradl steht.

Perso, Nutzungserklärung, Einweisung - und los!

Bei der Abholung wird der Personalausweis abgeschrieben, die AZ-Reporterin unterzeichnet eine Nutzungserklärung und nach einer kurzen Einweisung geht's los. Die Bedienung des Pedelecs und seiner Technik ist selbsterklärend. Und zwar nicht so selbsterklärend, wie man anscheinend intuitiv ein Smartphone nutzen kann und dann wie der Ochs' vorm Berg dasteht, sondern wirklich selbsterklärend.

Das zwei Meter lange Dreirad kann bis zu 80 Kilo laden, hat hochklappbare Sitze und Platz für vier Kinder. Neu-Lastenradler sollten nicht gleich die vier Lieblingskinder reinsetzen und losdüsen, sondern erst eine Runde allein um den Block fahren.

Elektrische Hilfe in zwei Stufen

Sigi zu fahren macht Spaß und es ist fast unmöglich, mit ihm zu kippen. Trotzdem muss man erst ein Gefühl für den mächtigen Vorbau entwickeln - besonders in der Kurve. Probehalber wird auch die elektrische Unterstützung, die es in zwei Stufen gibt, ausgeschaltet, aber mit 40 Kilo Katzenstreu kann man sich schwer vorstellen, auch nur eine leichte Steigung hochzuächzen. Mit Sigi aber geht's superleicht.

Die Einkäufe passen natürlich alle locker rein, auch ein Besuch beim Getränkemarkt wäre noch drin. Und der Lastenradl-neugierige Nachbar hilft beim Reintragen, weil man nicht wie beim Auto den Kofferraum zuschließen kann. Das ist aber auch das einzige Manko an Sigi. Sigi, wir sehen uns wieder!

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