Duell der Superstars FC Bayern Basketball: Wiedersehen mit Derrick Williams

Derrick Williams, damals noch im Trikot der Münchner, jubelt nach dem Sieg der Meisterschaft. Foto: Matthias Balk/dpa 

Beim Euroleague-Spiel der Bayern-Basketballer bei Fenerbahce Istanbul kommt es zum Wiedersehen mit Williams. "Die Liebe beruht auf Gegenseitigkeit", sagt Pesic und schwärmt von Nachfolger Monroe.

 

München - Greg Monroe ist nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Der 2,11-Meter-Mann blickt schließlich auf neun Jahre NBA-Erfahrung und 632 Spiele in der besten Basketballliga der Welt zurück. Kein Wunder also, dass der neue Starcenter des FC Bayern Basketball auch vor dem Euroleague-Spiel am Freitag (18.45 Uhr/Magenta Sport) gegen Fenerbahce Istanbul sagte: "Kein Spiel ist besonders für mich. Ich gehe jedes mit dem gleichen Fokus an."

Speziell ist die Konstellation dennoch. Denn die Bayern treffen auf einen gewissen Derrick Williams. Mit dem ebenfalls NBA-erprobten (428 Spiele) und 2,03 Meter großen Power Forward hatten die Münchner vergangene Saison in der Euroleague für Furore gesorgt. Mit seinem athletischen und spektakulären Spiel hob er das der Bayern auf ein neues Level.

"Ich weiß, dass er hier einen guten Job gemacht hat", sagte Monroe über seinen Landsmann aus den USA: "Ich habe ein paar Mal in der NBA gegen ihn gespielt. Ich kenne ihn als Spieler, aber nicht persönlich." Monroe schätzt Williams als „sehr talentierten und hochmotivierten Spieler“ ein. "Er ist gut und hat seine Fähigkeiten", sagte er in ruhigem Ton mit seiner tiefen Stimme: "Ich freue mich auf das Spiel gegen ihn."

Marko Pesic: "Die Liebe füreinander beruht auf Gegenseitigkeit"

Das ist bei Marko Pesic nicht anders. "Er ist eine einzigartige Persönlichkeit, die nicht nur uns, sondern auch der ganzen Liga gutgetan hat", sagte der FCBB-Geschäftsführer vor dem Wiedersehen mit Williams: "Wir haben ihm viel gegeben, aber er uns auch. Die Liebe füreinander beruht auf Gegenseitigkeit." Den fußballbegeisterten Williams, der den Klubkollegen regelmäßig in der Allianz Arena zuschaute, hätten sie in München gerne weiter zur Identifikationsfigur aufgebaut.

Der 28-Jährige entschied sich im Sommer aber für das Geld und gegen die vermeintliche Liebe. Sein Gehalt bei Fenerbahce soll nun bei einer Million Dollar pro Saison liegen. Eigentlich hatte er immer gesagt, nur Angebote aus der NBA annehmen und innerhalb Europas nur bei Bayern bleiben zu wollen. Williams’ Hoffnung, sich mit Fenerbahce einem Titelkandidaten angeschlossen zu haben, erfüllte sich bislang (noch) nicht. Nach fünf Niederlagen und einem Sieg steht der Champion von 2017 aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz. Bayern hat eine ausgeglichene Bilanz (3:3).

"Das Timing nach diesem Start von Fener könnte aus unserer Sicht besser sein, denn sie werden jetzt sicher super motiviert sein", sagte FCBB-Coach Dejan Radonjic: "Trotz ihrer Situation bleiben sie für mich ganz klar einer der wenigen Titelkandidaten." Dass die Bayern, die sich nicht nur mit Monroe hochkarätig verstärkt haben, auch ohne Williams klarkommen, steht für Pesic "außer Frage". "Derrick hat unglaubliche Sachen gemacht, aber wenn man Greg gegen Real Madrid gesehen hat, dann weiß man, wie gut er ist", sagte er. Beim 95:86-Sieg gegen die Spanier war Monroe Topscorer.

Monroe nach Punkten erfolgreicher als Williams

In den vergangenen drei Euroleague-Spielen erzielte er je 18 Punkte und übertrumpft mit durchschnittlich 14,2 Zählern aktuell sogar Williams’ Trefferquote (13,4 Punkte pro Spiel) aus der vergangenen Saison. In den ersten sechs Spielen für Fenerbahce kam der durchschnittlich auf neun Punkte. "Er hat noch 30, 40 Prozent Luft nach oben, wenn er sich an alles gewöhnt hat", sagte Pesic über Monroe. "Derrick war schon sehr gut. Und beide haben sicher ihre Stärken", so Pesic weiter, "aber ich glaube, dass Greg noch ein bisschen konkreter ist. Er garantiert dir noch viel mehr. Derrick war überall irgendwo, Greg weiß dagegen sehr genau, was er tut." 

Gerade mal 42 Stunden nach dem Duell mit Williams kommt am Sonntag (15 Uhr) Vizemeister Alba Berlin nach München. Zum Ligagipfel. Oder wie Monroe sagen würde: Zum nächsten ganz normalen Spiel.

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