DTM-Meister im AZ-Interview René Rast: "Formel 1? Ich könnte da fahren"

"In meiner Position wäre es falsch, die DTM zu verlassen", sagt Meister René Rast, der in dieser Saison bislang sechs Siege eingefahren hat. Foto: Thomas Frey/dpa

Vor den letzten Rennen in Hockenheim steht René Rast als Meister der DTM fest. Hier spricht er über seine Zukunft und die der Serie.

 

Hockenheim - AZ-Interview mit René Rast. Der Audi-Pilot (32) hat sich bereits vor den letzten beiden Rennen am Samstag und Sonntag (beide 13.30 Uhr/Sat.1) in Hockenheim den Titel in der DTM gesichert – seinen zweiten in drei Jahren.

AZ: Herr Rast, erstmal Glückwunsch zu Ihrem zweiten Titel in der DTM, den Sie sich schon gesichert haben! Da kann man das letzte Wochenende ja ganz entspannt angehen.
RENÉ RAST: Das kann man so sagen. Natürlich wollen wir uns noch den Titel in der Team-Wertung sichern. Aber ich glaube, ich bin selten so entspannt zu einem Rennwochenende gereist. (lacht)

Sie waren absolut dominant, haben sechs Siege eingefahren. Was ist denn Ihr Erfolgsgeheimnis?
Die Konstanz war das Entscheidende. Im Qualifying waren wir stets ganz vorne dabei. Das hat uns dann auch immer die Möglichkeit gegeben, aufs Podium zu kommen. Es war sicher nicht alles perfekt. Aber wir waren konstant schnell.

Aus Audi-Sicht war es sicher perfekt: Meister, Vizemeister, Konstrukteurstitel. Was lief besser als im Vorjahr?
Gerade im zweiten Halbjahr waren wir den BMW überlegen. Das sah zu Beginn des Jahres gar nicht so aus, aber wir haben über die Saison hinweg unsere Arbeit sehr gut gemacht und uns stets verbessert.

Ist aus Fahrersicht ein Titel in der DTM vielleicht sogar besonders wertvoll? Schließlich sind sich die Autos ziemlich ähnlich. Da kommt es doch sehr auf den Fahrer an, oder?
Definitiv. Ich sehe die DTM nach der Formel 1 als die anspruchsvollste Motorsport-Klasse weltweit. Die Formel 1 steht zwar über allem, aber das heißt nicht, dass die Fahrer dort besser sind als bei uns. Wir müssen uns nicht verstecken. Ein Titel hier ist etwas ganz Besonderes.

Für Sie war es schon die zweite Meisterschaft in drei Jahren. Experten sehen Sie sogar als einen der besten Fahrer in Deutschland. Sind Sie damit einverstanden?
Ich denke zumindest, dass ich mich sehr gut auf neue Gegebenheiten einstellen kann. Ich habe schon viele verschiedene Rennautos in meiner Karriere gefahren. Diese Erfahrung zahlt sich dann eben aus.

DTM-Boss Gerhard Berger sagte, Sie hätten absolut die Klasse für die Formel 1. Gibt es diesen Traum noch?
Ich würde es mir zutrauen, dort zu fahren. Aber ob es noch die Chance gibt? Ich bin ja jetzt mit 32 nicht mehr der Jüngste, und es gibt viele gute Nachwuchsfahrer, die in die Formel 1 drängen. Außerdem dürfte es ohne finanzielle Hilfe sehr schwer werden. Aber man soll ja niemals nie sagen.

Dass vielen guten Fahrern die Chance auf ein Formel-1-Cockpit aus finanziellen Gründen verwehrt bleibt, könnte doch auch eine großen Chance für die DTM sein.
Auf jeden Fall. Gerade die kleineren Teams in der Formel 1 sind auf Mitgift angewiesen. Da braucht es Fahrer mit einigen Millionen in der Hinterhand. So viele wird es davon aber nicht geben. In der DTM braucht es das nicht.

Audi ist ja auch in die Formel E eingestiegen. Wäre das eine Option für Sie?
Es wäre eine Option, ja. Aber im Moment möchte ich mich voll auf die DTM konzentrieren. In meiner Position wäre es der falsche Weg, diese Serie nun zu verlassen. Langfristig wäre es jedoch eine Möglichkeit, falls die DTM nicht mehr sein sollte.

Haben Sie etwa Angst um die DTM?
Überhaupt nicht, die Serie ist auf einem guten Weg, da mache ich mir keine Sorgen. Nur weiß ich nicht, wie lange es für mich dort weitergeht. (lacht)

Wie sehen Sie das erste Jahr nach dem Ausstieg von Mercedes?
Es war natürlich nicht einfach, Mercedes zu ersetzen. Aber Aston Martin hat das nach kurzer Anlaufzeit schon sehr gut gemacht. In einigen Rennen haben sie schon gezeigt, dass sie manchen Audi oder BMW hinter sich lassen können. Ich freue mich schon darauf, wenn alle drei Hersteller bald wirklich auf einem Level fahren.

Am Wochenende in Hockenheim starten erstmals drei Gast-Autos aus der japanischen GT-Serie.
Das ist für mich eines der Highlights des Jahres. Drei Hersteller mehr, dazu Fahrer wie ein Jenson Button: Das wertet das Rennen sicher auf. Ich bin gespannt, wie es ausgehen wird.

Wird das der Weg sein, den die DTM gehen muss: Internationalisierung? Im kommenden Jahr gibt es mehr Rennen im Ausland als in Deutschland.
Gerhard Berger wird schon wissen, was er machen muss. Die anderen Fahrer und ich vertrauen ihm da voll und ganz. Die DTM hat immer einen Weg gefunden, sich weiter zu entwickeln. Wenn Gerhard sagt, das ist der richtige Weg, dann gehen wir den auch mit.

 

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