DTM-Finale BMW: Im Rekordtempo zum Erfolg

Bereits im ersten Jahr kann BMW sein Comeback in der DTM mit dem Fahrertitel krönen. Beim Saisonfinale am Sonntag in Hockenheim hat Bruno Spengler gute Chancen. „Das ist die Kür”.

 

MÜNCHEN Am Sonntag wird auch Alessandro Zanardi wieder mal einen großen Auftritt haben für BMW. Kurz vor dem Start des letzten DTM-Saisonrennens am Hockenheimring (14 Uhr, ARD live) wird der beinamputierte Rennfahrer und Doppel-Paralympics-Triumphator sein Handbike durch das Motodrom steuern.
Dass Zanardi, bis 2009 in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft in einem behindertengerecht umgebauten BMW erfolgreich, nächste Saison möglicherweise sogar sein Debüt für die Münchner in der DTM feiern könnte, ist dagegen eher unwahrscheinlich. Das hatten italienische Zeitungen berichtet, doch im Gespräch ist vielmehr, dem Italiener eine Testfahrt im Winter zu ermöglichen.

Möglicherweise sogar im Meisterwagen.

Denn bereits im ersten Jahr nach der Rückkehr in die populärste Tourenwagenserie Europas könnte BMW sich am Sonntag in Hockenheim die Krone aufsetzen. Bruno Spengler liegt vor dem Abschlussrennen nur drei Zähler hinter Mercedes-Star Gary Paffett. Auch der Teamtitel ist für das BMW-Team Schnitzer noch möglich. „Dass wir vor dem Finale noch eine Chance auf den Titel haben, ist sensationell”, sagt BMW-Motorsportchef Jens Marquardt, „wenn mir das einer vor der Saison gesagt hätte, dann hätte ich ihn für verrückt erklärt.”

Psychologisch ist Spengler nach seiner Aufholjagd in den vergangenen Rennen ohnehin klar im Vorteil. Der Franko-Kanadier ist der einzige Fahrer, der in dieser Saison bisher drei Rennen gewinnen konnte, BMW zudem mit insgesamt vier Siegen die erfolgreichste Marke vor Mercedes (drei Siege) und Audi (zwei). „Gary und ich haben beide eine tolle Saison hinter uns – aber am Ende kann es nur einen geben”, sagte Spengler am Donnerstag kämpferisch.

Doch egal, ob Spengler sich am Sonntag zum König der DTM küren kann oder nicht: Marquardt wird zufrieden sein mit dem Saisonverlauf. So oder so. „Als Neulinge in dieser Serie hatten wir uns für unsere Debütsaison vorgenommen, so schnell wie möglich zu lernen und konkurrenzfähig zu sein. Schon jetzt steht fest, dass wir dieses Ziel uneingeschränkt erreicht haben", sagt er und verweist mit einigem Stolz darauf, dass die Münchner keinen einzigen technischen Ausfall zu beklagen hatten im Saisonverlauf und „im Rekordtempo” erfolgreich gewesen sei – und das, obwohl man vor 2010, als das DTM-Comeback beschlossen wurde, „auf einem leeren Blatt Papier” mit den Planungen hatte beginnen müssen.

Tatsächlich wäre ein Triumph der Münchner ein Schlag ins Gesicht für die erfahrenen DTM-Hersteller Mercedes und Audi. 20 Jahre war BMW schließlich nicht dabei gewesen. Zwar war eine Bedingung für den Einstieg, das Regelwerk gemeinsam mit den beiden anderen Marken komplett zu erneuern, doch vor allem bei den Motoren und den Strecken hatten die BMW-Ingenieure kaum Erfahrung. Es hat sich nicht negativ ausgewirkt. Im Gegenteil. Bereits beim zweiten Saisonrennen feierte Spengler seinen ersten Sieg. Und jetzt die Krönung? „Wir haben beim Finale buchstäblich nichts zu verlieren, denn schon jetzt verbuchen wir die Saison 2012 als großen Erfolg. Die Pflicht ist erledigt, der Titelkampf ist jetzt nur die Kür”, so Marquardt, der ein vor allem für die Fans „furioses” Rennwochenende und ein „hoffentlich erfolgreiches und ganz sicher fesselndes Finale” ankündigt.

Rund 70.000 Zuschauer werden am Sonntag erwartet, die ARD rechnet mit Rekordquoten für eines der spannendsten Finalrennen der letzten Jahre, bei dem neben Spengler und Paffett auch dessen Mercedes-Kollege Jamie Green noch theoretische Siegchancen hat. Green liegt 18 Punkte hinter Paffett. 

 

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