DTM-Champion Spengler: Nach der Feier zum Golfen

AZ: Hallo Herr Spengler. Ich habe gehört, dass Sie nach Ihrem DTM-Titelgewinn und der Meisterfeier, die bis in den Morgen ging, am Montag um neun Uhr nach drei Stunden Schlaf schon auf dem Golfplatz gestanden sind. Wie kommt man denn auf die Idee?

 

BRUNO SPENGLER: Ja, da sind Sie richtig informiert (lacht). Richtig viel geschlafen habe ich nicht., aber das war super. Ich hatte schon vor Längerem mit Maro Engel (bis 2011 DTM-Fahrer für Mercedes, die Red.) und einem sehr guten Kumpel ausgemacht, dass wir Golfen gehen würden heute, egal, wie die ganze Sache ausgeht.

Und wie wars?

Super! Richtig genial! Wir sind alle drei Riesen-Golffans, das Wetter war herrlich und ein wenig Bewegung an der frischen Luft hat mir gut getan. Und langsam beginne ich auch zu realisieren, was eigentlich passiert ist am Sonntag. Das war bei der Feier noch ganz anders.

Inwiefern?

Es war unwirklich, nicht zu fassen. Ich kann meine Gefühle  nicht richtig beschreiben, es fühlt sich einfach alles super, sensationell und groß  an.  Ich weiß, dass ich am Sonntag das Rennen und die Meisterschaft gewonnen habe, aber DTM-Meister 2012, das hört sich einfach noch sehr abstrakt an. 

Sie werden genug Gelegenheiten haben, sich daran zu gewöhnen. Vor Ihnen liegt nun ein wahrer PR-Marathon...

Stimmt. Eigentlich wollte ich diese Woche drei Tage in Maisach mit den Teilnehmern  meiner „Drive like Bruno“-Aktion Spaß haben. Jetzt werden ein paar Termine dazukommen. Aber ich freue mich wirklich auf jeden einzelnen. So viele Leute bei BMW und meinem Team Schnitzer haben so hart gearbeitet für diesen Erfolg. Sie alle haben verdient, ihn gemeinsam zu feiern. Was wir alle gemeinsam aus dem Stand heraus geschafft haben, das ist sicher sehr speziell. Besser gehts nicht.

Wann gehts in den Urlaub?

Ich denke, dass ich um  Weihnachten herum heim nach Kanada fliege.  Bis Dezember gibt es noch einiges zu tun.

Und in Kanada wird dann richtig gefeiert?

Ich hab noch nicht viel geplant, aber ich werde es mir gut gehen lassen. Normalerweise betreibe ich viel Langlauf. Letzten Winter habe ich den Biathlon für mich entdeckt. Die Kombination aus Ausdauersport und Konzentration beim Schießen, das gefällt mir richtig.

Sie waren von 2005 bis 2011 bei Mercedes und sind vier Mal knapp am Titelgewinn vorbeigerauscht. Was hat Norbert Haug (Mercedes-Motorsportchef, die Red.) am Sonntag zu Ihnen gesagt?

Wir haben uns nach der Pressekonferenz getroffen und er hat mir sehr nett gratuliert. ’Sensationelle Leistung, Bruno’, sowas.  Für Norbert war die Situation sicher nicht leicht, schließlich ist  er ein Racer und will natürlich immer alles gewinnen, aber er ist auch immer fair. Ein wahrer Sportsmann.

Gibt es eigentlich einen Grund, dass sie mit einem schwarzen Auto Rennen fahren?

Da müssen Sie die Leute von BMW fragen. Aber ich finde die Farbe gut. Mein Papa hatte lange ein schwarzes BMW M3 Coupé, als ich noch ein kleiner Junge war.  Ich habe dieses Auto geliebt. Alleine der Klang des Motors hat mich fasziniert. Papa musste für mich ständig den Motor aufheulen lassen. Jetzt bin ich mit einem M3 zum Titel gefahren. Ein Traum!

 

 

0 Kommentare