Drogen, Mord, Raub Das sind Amerikas gefährlichste Gangster

Der Kampf gegen Drogen in Mexiko: Soldaten bewachen in Tijuna die Verbrennung von 134 Tonnen Marihuana, die zuvor sichergestellt worden sind. Foto: EPA/Sashenka Gutierrez, FBI

Neu dabei: Drogenboss Rafael Caro-Quintero. Ihn will das FBI endlich schnappen und hat jetzt 20 Millionen Dollar Kopfgeld ausgelobt. Wer sonst noch unter den zehn "Most Wanted" ist.

Er schwindelt sich mit sechs verschiedenen Geburtstagen durch die Welt, soll mittlerweile graue Haare haben und hat sich eigenen Aussagen zufolge angeblich zur Ruhe gesetzt. Nur wo? Rafael Caro-Quintero ist untergetaucht, seit Jahren.

Das FBI jagt den Mexikaner jetzt erneut - mit einem Kopfgeld von 20 Millionen Dollar (16,2 Millionen Euro). Der "Pate" des Drogenhandels hat es damit auf die Liste der zehn meist gesuchten Kriminellen des FBI geschafft.

Ihm wird unter anderem der Mord an einem Agenten der US-Drogenbehörde (DEA) 1985 vorgeworfen. Caro-Quintero wird damals in Mexiko zu 40 Jahren Haft verurteilt. Doch 2013 die Wende: Wegen eines Verfahrensfehlers kommt er nach 28 Jahren frei - und taucht ab.

Warum die Richter ihn gehen lassen: Der DEA-Agent sei kein Diplomat gewesen, deshalb hätte der Drogenboss nicht vor ein Bundesgericht, sondern vor ein einfaches Gericht gestellt werden müssen.

Schon 2013 setzen die USA ein Kopfgeld auf ihn aus, allerdings deutlich niedriger: 3,7 Millionen Euro. Ob die erneute Fahndung unter Hochdruck zu einer Verhaftung führen kann? Der FBI-Vize David Bowdich will damit jedenfalls ein deutliches Zeichen setzen: "Wir wollen damit sagen, dass wir den Typen in Gewahrsam sehen wollen."

Caro-Quintero stammt aus La Noria in Sinaloa. Gemeinsam mit Miguel Ángel Félix Gallardo (40 Jahre Haft) und Ernesto Fonseca Carrillo (40 Jahre Haft, mittlerweile im Hausarrest) gründete er das Guadalajara-Kartell, aus dem später die einflussreichen Kartelle von Sinaloa ( "El Chapo") und Juárez hervorgingen. Zeitweise zwang er mehr als 4.000 Menschen zur Arbeit auf seinen Drogenplantagen.

1984 wurden auf seiner Ranch 8.000 Tonnen Marihuana beschlagnahmt. Um sich 1985 seiner Festnahme zu entziehen, soll er angeblich angeboten haben, Mexikos Auslandsschulden - damals rund 81 Milliarden US-Dollar - zu begleichen.

Die zehn meistgesuchten Verbrecher des FBI

Sie gehen über Leichen und werden vom FBI gejagt: Seit 1950 standen schon 518 Personen auf der berühmten Liste der "Ten Most Wanted" der US-Ermittler. 484 von ihnen wurden aufgespürt. Am längsten wurde nach dem Räuber Victor Manuel Gerena gesucht – 32 Jahre! Am kürzesten nach Bankräuber und Polizistenmörder Billie Austin Bryant; er wurde 1969 nach zwei Stunden erwischt. Neben Rafael Caro-Quintero sucht das FBI aktuell nach ihnen:

Alexis Flores: Er verwendet fünf Namen und vier Geburtstage. Flores aus Honduras soll 2000 ein fünfjähriges Mädchen in Philadelphia entführt und getötet haben. Das FBI glaubt, dass Flores bewaffnet ist. Belohnung: 100.000 Dollar.
Alejandro Rosales Castillo: Zuletzt wohnte der 29-Jährige in Charlotte in North Carolina. Dort soll er eine Frau umgebracht haben – mit einem Kopfschuss. Das FBI bietet 100.000 Dollar für Hinweise auf den gebürtigen Amerikaner.
Yaser Abdel Said: Der Ägypter soll seine zwei Teenager-Töchter 2008 in Texas erschossen haben. Über ihn weiß das FBI viel Persönliches: Er isst gern bei Denny’s, raucht Marlboro Lights und liebt deutsche Schäferhunde.
Bhadreskumar Chetanbhai Patel: Der indische Mitarbeiter eines Donut-Ladens, geboren 1990, hat seine Frau 2015 bei der Arbeit in Maryland umgebracht. 100.000 Euro gibt es für denjenigen, der Hinweise auf ihn liefern kann.
Jason Derek Brown: Der Amerikaner hat 2004 einen Geldtransporter in Phoenix überfallen und den Fahrer erschossen. Der Akademiker spricht fließend Französisch und hat mindestens zwei Waffen bei sich. Kopfgeld: 200.000 Euro.
William Bradford Bishop, Jr.: Er studierte an der Yale Uni, arbeitete als Beamter im Auswärtigen Amt – bis er 1976 seine Frau, seine Mutter und seine drei kleinen Söhne ermordete. Er vergrub die Leichen und zündete die Gräber an.
Santiago Villalba Mederos: Das Gang-Mitglied hat in Tacoma innerhalb von zwei Monaten mindestens zwei junge Passanten, eine 20-jährige Autofahrerin und einen 21-Jährigen, erschossen. Seit 2017 steht er auf der Liste des FBI.
Eduardo Ravelo: Der Mexikaner "Tablas" gehört zur Barrio-Azteca-Bande und soll neben Drogengeschäften auch mehrere Menschen getötet haben. Er hat sich vermutlich die Fingerabdrücke und das Gesicht operieren lassen.
Robert William Fisher: Der Feuerwehrmann (geboren 1961 in Brooklyn) hat 2001 in Scottsdale seine Frau und seine zwei Kinder getötet und dann das gemeinsame Haus in die Luft gesprengt. Er soll schwer bewaffnet sein.
 

3 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihr Pseudonym sowie weitere Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading