Tierheim der Zukunft geplant Maroder Hundetrakt: Dringender Sanierungsbedarf im Tierheim

Nicht mehr zeitgemäß, asbestverseucht und marode: Behandlungsräume, Hunde-Quarantäne und Wildtierbereich (v. l.) müssen dringend saniert werden. Foto: Tierschutzverein

Nach dem Katzenhaus soll der Hundetrakt erneuert werden, der aus den 1950ern stammt. Auch eine moderne Tierarztpraxis ist geplant – allerdings fehlen die Hälfte der Kosten von vier Millionen Euro.

 

München - Das moderne Katzenhaus auf dem Tierheim-Gelände ist weitgehend fertig, die ersten Miezen sind bereits eingezogen. "Doch das", sagt der Vorsitzende des Tierschutzvereins Kurt Perlinger, "war nur der erste Schritt in Richtung Zukunft".

Weil viele der übrigen Gebäude marode sind und nicht mehr den tierschutzrechtlichen Vorschriften entsprechen, sollen in absehbarer Zeit auch Hunde-Haus und -Quarantäne sowie der Arbeitsbereich der Tierärzte erneuert werden. Vorausgesetzt, die Stadt hilft dem Verein, das 4-Millionen-Projekt zu stemmen. "Die Hälfte können wir selbst finanzieren", sagt Kurt Perlinger.

Das Problem: Die Hunde-Trakte stammen noch aus den 1950er Jahren. Ihr Zustand ist bedenklich. Kurt Perlinger erzählt von durchgerosteten Heizungsrohren und porösen Elektrokabeln. "Die alte Hunde-Quarantäne ist, so wie es aussieht, voller Asbest und auch sonst nicht mehr zu retten", so Münchens oberster Tierschützer.

Aktueller Zustand: Tierschutzkonform ist anders

Die Hunde, die dort untergebracht seien, fräßen vor lauter Langeweile schon die Bodenbeläge an, weil sie keinen direkten Zugang zu Freiflächen haben. Tierschutzkonform ist anders – zumal heute weit strengere Bestimmungen gelten als in den Anfangszeiten der Einrichtung. "Die modernen Vorschriften für die Hundequarantäne müssen zeitnah umgesetzt werden", fordert deshalb der zuständige Amtsveterinär.

Die Behandlungsräume der Tierheim-Tierärzte sind ähnlich "historisch" ausgestattet. Die Hygiene-Auflagen des modernen Tierschutzgesetzes können auch dort kaum eingehalten werden.

Gemeinsam mit den Profis von RAM-Architekten haben die Tierschützer nun einen Plan für den Neubau eines Hunde-Traktes entworfen, mit rund 50 Quarantäne- und etwa 40 Abgabeplätzen. Die Zahl der Vierbeiner bliebe dieselbe – aber jeder Hund hätte mehr Raum für sich. Außerdem soll es im "Tierheim der Zukunft" eine zeitgemäße Praxis geben.

Auf den frei werdenden Flächen will Kurt Perlinger unter anderem Gehege für abgegebene Wildtiere schaffen, deren Zahl sich in den letzten Jahren verzehnfacht hat.

"Tierheim der Zukunft 50:50 mit der Stadt bewältigen"

Doch allein kann der Tierschutzverein diese Vision nicht realisieren. Den Einnahmen von 7,6 Millionen Euro standen 2015 Ausgaben von 7,3 Millionen gegenüber. Und obwohl der Verein laut Perlinger Rücklagen für die Baumaßnahme gebildet hat und im laufenden Geschäftsjahr dank einer Erbschaft eine "gute schwarze Null" ansteuert, fehlt etwa die Hälfte der geschätzten Kosten von rund vier Millionen Euro.

"Unser Wunsch wäre, dass wir das 50:50 mit der Stadt bewältigen können", sagt er. "Schließlich sind wir gesetzlich gezwungen, etwas zu machen." Bliebe alles beim Alten, müsse das Veterinäramt womöglich Teile des Heims schließen.

Könnten die Planungen hingegen heuer abgeschlossen werden, wäre das "Tierheim der Zukunft" vielleicht schon in vier oder fünf Jahren Realität.

Das Katzendorf wird am Sonntag beim Frühlingsfest im Tierheim, 10 – 17 Uhr, offiziell eingeweiht.

 

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