Drehort Schloss Schleißheim Positiver Test: Corona-Alarm am Filmset von "Felix Krull"

Gedreht wird "Felix Krull" unter anderem in Schloss Schleßheim. Foto: Nicoleta Hobinca

Im Schloss Schleißheim wird ein neuer Kinofilm gedreht. Mittendrin erschüttert die Nachricht eines Covid-19-Falls die Crew. Doch nicht alle im Team werden sofort getestet.

 

München - Im kommenden Jahr will die Bavaria Filmproduktion eine Neuauflage des Thomas-Mann-Klassikers "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" in die Kinos bringen. Seit Frühjahr sollte intensiv gedreht werden: vorwiegend in Bayern, darunter auch in München sowie im Rheinland und in Lissabon. Das Drehbuch stammt von Bestsellerautor Daniel Kehlmann.

Doch Corona macht es Regisseur Detlev Buck und dem gesamten Team um Hauptdarsteller Jannis Niewöhner und Liv Lisa Fries (als Prostituierte Zasa) schwer. Bereits nach 14 Tagen musste der Dreh auf unbestimmte Zeit unterbrochen werden – die Pandemie hatte Bayern erreicht, der Katastrophenfall war ausgerufen worden. Erst vor Kurzem konnten die Dreharbeiten für den Kinofilm weitergehen.

Am Donnerstag dann der nächste Schock: Ein Kollege war positiv auf Covid-19 getestet worden. Für 100 Beteiligte hieß es vorzeitig: Drehstopp – und erneute Reihentestung.

Ein bestätigter Covid-19-Fall im Filmteam

Alles war aufwendig vorbereitet. Gedreht wurde am Donnerstag im Neuen Schloss Schleißheim. Ein Saal verwandelte sich in ein Luxushotel, dem Mittelpunkt der Handlung. Rund 100 Schauspieler, Komparsen, Maskenbilder und Team-Angehörige waren vor Ort, alle Darsteller trugen historische Kostüme. Dann hieß es plötzlich: Die Dreharbeiten müssen vorzeitig beendet werden. Der Grund: ein bestätigter Covid-19-Fall.

Gregor Netzer aus Landsberg am Lech war dabei. Er war als Komparse für eine kleine Rolle gebucht. Der 55-Jährige hat schon in vielen Filmen als Statist mitgespielt: im "Tatort", in "Trautmann" oder im "Sturm der Liebe". In einer Folge von "Soko München" stellte er eine Leiche dar.

Gregor Netzer verließ das Set an diesem Tag wutentbrannt. Denn im Gegensatz zu den Schauspielern, die nach seinen Angaben noch sofort an Ort und Stelle getestet worden sind, wurden die Komparsen einfach nach Hause geschickt.

"Wir sollten mit den Öffentlichen nach Hause fahren"

"Wir sollten erst am nächsten Tag auf dem Gelände der Bavaria getestet werden." Er findet das unverantwortlich. "Für uns wurde weder ein Bus für die Heimfahrt organisiert noch ein Taxi. Wir sollten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren." Gemessen an einem Filmdreh, der Millionen koste, findet er das inakzeptabel. "Da fühlt man sich wie in einer Zweiklassengesellschaft."

Ein Sprecher der Bavaria Filmproduktion bestätigte der AZ am Freitag den Covid-19-Fall. "Die Dreharbeiten zu 'Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull' wurden am Donnerstag kurzzeitig sicherheitshalber unterbrochen, nachdem ein Produktionsfahrer positiv auf Covid-19 getestet worden war", so der Sprecher.

Am Donnerstag und Freitag sollten alle rund 100 Personen des Teams getestet werden. Doch obwohl am Freitagnachmittag noch nicht alle Testergebnisse vorlagen, ist geplant, die Dreharbeiten bereits am Samstag fortzusetzen.

Dreharbeiten zu "Felix Krull" werden fortgesetzt

Die Produktion unterliege strengsten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. Testungen des Teams und der Schauspieler werden in regelmäßigen Abständen vorgenommen. "Infektionsfälle können auf diese Weise frühzeitig identifiziert werden und es wird so ermöglicht, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, die den Schutz der Teammitglieder immer bestmöglich gewährleisten."

Die Dreharbeiten werden fortgesetzt, da der Fahrer "keinerlei ungeschützten Risikokontakt zu den Teammitgliedern hatte". Das habe eine intensive Recherche ergeben. Ein zweiter Test des Betroffenen fiel zudem negativ aus. Der Mann soll nun ein drittes Mal getestet werden.

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