Dreck-Alarm Gärtnerplatztheater droht, die Party-Stufen zu sperren

Leere Flaschen, halb ausgetrunkene Plastikbecher, Zettel, Müllbeutel: der Eingang des Gärtnerplatztheaters nach einem lauen Sommerabend. Foto: Gärtnerplatztheater

Der Intendant des Gärtnerplatztheaters feiert selbst gerne. Aber der tägliche Dreck auf den Stufen seines Hauses wird ihm nun zu viel.

 

München - Eigentlich ist ja jeder, der am Gärtnerplatz flaniert und feiert, ein potenzieller Besucher. Und es gibt keine bessere Werbung für das Staatstheater am Gärtnerplatz, als zusammen mit Bars und Gastronomie ein Viertel zu beleben. Das ist auch zu spüren, wenn man mit dem Intendanten Josef E. Köpplinger spricht. Der feiert als dem Leben zugewandter Theatermensch selbst gern. Aber er ist genervt davon, dass er seit Wochen jeden Tag Scherben und Schlimmeres mit dem Hochdruckreiniger beseitigen lassen muss, die Rücksichtslose auf den Stufen seines Theaters zurücklassen.

Feiern am Gärtnerplatz in München: Dreck-Alarm!

"Ich bin ein Hedonist", sagt Köpplinger. "Und ich habe auch nichts dagegen, dass Leute vor dem Theater sitzen und etwas trinken." Der Intendant möchte keinen Krieg mit den Leuten, die sich abends am Platz treffen. Aber in letzter Zeit sei der Zustand wegen der Schließung der Lokale und der damit unzugänglichen Toiletten unerträglich geworden. Und die Stadt habe am Gärtnerplatz auch zu wenig Mülleimer aufgestellt.

Dem Intendanten vom Gärtnerplatztheater stinkt's

"Wir können uns weder die tägliche Reinigung leisten, noch ist es zumutbar, dass der Geruch von Urin und Erbrochenem den ganzen Tag wahrzunehmen ist", so Köpplinger. "Es sind auch nicht einige wenige, sondern leider viele Schmutzmacher, jung wie alt aus allen sogenannten sozialen Schichten."

Köpplinger und die Leute aus seinem Haus sind bereits oft auf die Feiernden zugegangen – ohne Erfolg. "Es wird uns nichts anderes übrigbleiben, als die Treppen außerhalb des Vorstellungsbetriebes zu sperren. Mir täte das für alle anderen Menschen leid, die gerne dort sitzen, aber so geht das nicht mehr weiter."

München wird immer enger, und zugleich gibt es immer weniger Orte, an denen sich die wachsende Bevölkerung zwanglos treffen kann. Das war auch schon vor Corona ein Problem. Nun, mit eingeschränkter Gastronomie, hat es sich noch verschärft. Laut Polizei versammelten sich am Samstagabend wieder rund 300 Menschen an dem für Junggesellenabschiede und Geburtstagspartys beliebten Platz. 91 Personen erhielten einen Platzverweis, weil sie gegen die Abstandsregeln verstießen, so Polizeisprecher Werner Kraus. Und dabei hat der Sommer erst begonnen.

 

32 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading