Dortmund mit Selbstvertrauen BVB vor Pokal-Hit bei Bayern: "Die Chancen stehen 50:50"

Vor zwei Jahren nahm der BVB Robert Lewandowski in die Zange. Dortmund gewann das Pokal-Halbfinale in München nach Elfmeterschießen. Foto: GES/augenklick

Borussia Dortmund fühlt sich pudelwohl in der Außenseiterrolle vor dem DFB-Pokal-Halbfinal-Hit bei Bayern München. Der BVB will für die Bayern der große Spielverderber sein.

 

Dortmund - Bei Borussia Dortmund wurde in den letzten Tagen wieder viel gelacht. Trainer Thomas Tuchel konnte mit einem breiten Grinsen ebenso auf dem Trainingsplatz gesichtet werden wie auch Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang. Das Trauma des Sprengstoffanschlags vor dem Monaco-Champions-League-Heimspiel weicht allmählich. Der Sprung auf den dritten Tabellenrang der Fußball-Bundesliga, der am Saisonende die direkte Qualifikation für die Königsklasse bedeuten würde, am Samstag mit dem 3:2 bei Borussia Mönchengladbach und die Festnahme des mutmaßlichen Attentäters am vergangenen Freitag taten sicherlich ihr Übriges. Und am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky, Liveticker auf az-muenchen.de) können die BVB-Asse dem großen Rivalen Bayern München, der in der Liga uneinholbar 14 Punkte enteilt ist, im DFB-Pokal-Halbfinale die Suppe gehörig versalzen.

"Wir haben aus der Niederlage in der Liga unsere Lehren gezogen und können ein Spielverderber sein. Bayern hat auf jeden Fall mehr zu verlieren. Wir können ihnen diese Saison ein Stück weit vermiesen", betonte Tuchel - das 1:4 in der Allianz Arena am 8. April soll in den Köpfen der Borussen-Profis keine Rolle mehr spielen.

Der BVB-Trainer hofft, dass sein Team auch in München mit der nötigen Fokussierung und Konzentration, aber auch Lockerheit ins Spiel geht. In Gladbach wurde in der zweiten Halbzeit noch ein 1:2-Rückstand gedreht, die Dortmunder bewiesen einmal mehr Moral und Charakter. Diese Tugenden mussten die Westfalen in den vergangenen Wochen nicht zuletzt durch das Attentat auf das Leben der BVB-Stars mehr als alle Bundesliga-Konkurrenten an den Tag legen. Deshalb weiß Tuchel auch, wie wichtig der Dreier in Mönchengladbach war: "Dieser Sieg war für die Tabelle und den Kopf wichtig." Gerade die großen Duelle werden meistens im Kopf entschieden.

Rückenwind und Selbstvertrauen für das Spiel beim FC Bayern

Die Schwarz-Gelben fühlen sich pudelwohl in der Außenseiterrolle und wollen die Bayern unter allen Umständen ärgern. "Der Sieg gibt uns Rückenwind und Selbstvertrauen für Mittwoch. Ich bin stolz auf den Charakter dieser Mannschaft", äußerte Sportdirektor Michael Zorc. In der Bild-Zeitung ergänzte der Ex-Nationalspieler angesichts der Vorstellung im Westschlager: "Ich verneige mich vor der Mannschaft. Ich komme mit meinem alten Rücken gar nicht so tief runter, wie es für die tolle Leistung erforderlich wäre." Goalgetter Aubameyang saß zwar in Gladbach fast eine Stunde nur auf der Bank, erzielte dann aber 108 Sekunden nach seiner Einwechslung das wichtige 2:2. Mit 27 Bundesliga-Toren rangiert er wieder einen Treffer vor seinem Bayern-Rivalen Robert Lewandowski.

Das Duell der Torjäger dürfte auch am Mittwoch vorentscheidend sein. Im Gegensatz zum 1:4 vor gut zwei Wochen in München steht Tuchel wieder Marco Reus zur Verfügung. Der Nationalspieler, der in Gladbach in der 57. Minute für Aubameyang Platz machte, war in den drei letzten Spielen nach seinem Comeback (inklusive Champions League) jeweils Torschütze für den BVB gewesen. Eine Tatsache, die Dortmunder ebenfalls zuversichtlicher stimmt. Mit Reus ist der Vizemeister auf jeden Fall wieder unberechenbarer geworden, nachdem sich zuvor doch vieles auf Aubameyang fokussiert hatte.

"Wir haben vor zwei Jahren schon mal ein Pokal-Halbfinale bei den Bayern gewonnen. Die Chancen stehen 50:50", sagte Rückkehrer Reus. Und viel Widerspruch wird er rund um den Borsigplatz bei den BVB-Fans nicht ernten...

 

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