Doppelsuizid in Garching Brüder erschießen sich in Biergarten: Neue Details

Zwei Brüder erschießen sich in einem Garchinger Biergarten: Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch erläuert den Ermittlungsstand der Polizei in München. Kleines Bild: Eine Aufnahme vom Tatort Foto: dpa

Der Biergarten ist geschlossen. Zwei Schüsse fallen im Dämmerlicht. Polizeibeamte finden zwei junge Brüder tot. Zwei Mal Kopfschuss. Beide nahmen Drogen. Das Ende einer tragischen Karriere.

 

Garching – Mit gezielten Kopfschüssen haben sich in einem Biergarten in Garching bei München zwei Brüder erschossen. Vor den Augen mehrerer Polizeibeamter hatte sich am Montagabend zunächst der eine Mann gerichtet. Danach nahm offenbar der andere die Pistole, um sich ebenfalls zu töten. Die Tat hat wahrscheinlich einen Drogenhintergrund. Die 25 und 31 Jahre alten Männer waren bereits mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgefallen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilten.

Einen politischen oder rechtsextremen Hintergrund sehen die Ermittler nicht. „Wir haben nichts, was auf einen rechten Hintergrund hinweisen würde“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. „Sie sind in dieser Hinsicht nie bei uns in Erscheinung getreten.“ Es gebe auch keine Hinweise auf eine bandenmäßige Organisation.

Die Brüder seien bei den Ermittlern dennoch bereits bekannt gewesen. Sie hätten Delikte im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln und Beschaffungskriminalität begangen, vom Diebstahl bis zum Handel mit Drogen. „Es ist eine typische Drogenkarriere.“

Ein Passant hatte am Montagabend beobachtet, wie das Duo in dem geschlossenen Biergarten mit einer Waffe hantierte. Er alarmierte die Polizei. Als die Beamten eintrafen, sei es bereits dämmrig gewesen, sagte der Leitende Kriminaldirektor Frank Hellwig.

„Die Beamten haben, weil es schon relativ schlechte Lichtverhältnisse waren, mit der Taschenlampe geleuchtet und gesehen, wie eine Person sich die Waffe an den Kopf hält und abdrückt. Die Beamten haben sich zurückgezogen, weil die Lage unklar war.“ In dem Moment sei bereits der zweite Schuss gefallen. Die beiden Leichen seien dann an einer Laube gefunden worden.

Ob die Brüder bei der Tat unter Drogen standen, sei noch unklar. Bei der Waffe handele es sich um eine Neun-Millimeter-Pistole von Heckler & Koch, jedoch nicht um eine Polizeiwaffe. Woher die Pistole stammte, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen.

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Der ältere Bruder, der bei der Großmutter lebte, war bereits Ende vergangenen Jahres in die Psychiatrie gekommen, nachdem bei ihm ein Abschiedsbrief gefunden worden war. Der Mann habe darin angekündigt, sich in den Kopf zu schießen. Nun seien die Wohnsitze beider Brüder durchsucht worden, jedoch wurde kein neuer Abschiedsbrief entdeckt.

 

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