Dokumentarfilmfest Das Dokfest 2019 - eine Bilanz

Festivalleiter Daniel Sponsel. Foto: DOK.fest München

Über 52 000 Besucher machen das Münchner Dokumentarfilmfestival zum größten im Lande

 

War es das lausige Maiwetter oder doch das inhaltliche Angebot? Jedenfalls verzeichnete das 34. Internationale Dokumentarfilmfestival, das gestern in München zu Ende ging, neue Rekordzahlen: Mehr als 52 000 Besucher haben die 159 Filme aus 51 Ländern gesehen. Das ist eine außerordentliche Steigerung gegenüber dem letztjährigen Rekordjahr mit 45 500 Besuchern.

Festivalleiter Daniel Sponsel fühlt sich auf seinem Weg bestätigt: „Immer mehr Menschen wollen diese herausragenden Filme sehen, von denen viele nur auf unserem Festival gezeigt werden“, sagt Sponsel. „Wir freuen uns, dass die Strahlkraft und die Popularität des Dokfest München weiter zunimmt. München hat jetzt zwei große Filmfestivals. Angesichts unseres nach wie vor recht knappen Budgets ist das eine Leistung, auf die unser engagiertes Team stolz sein kann. Und wir wollen die Entwicklung gemeinsam mit unseren Partnern weiter fortsetzen.“

Unterschätzte Strahlkraft

Während allerdings das Filmfest München dieses Jahr wohl zusätzliche 1,7 Millionen Euro zum Etat von über drei Millionen Euro erhalten soll, ist den hiesigen Kulturpolitikern die Strahlkraft des größten deutschen Dokumentarfilmfestivals nicht bewusst. Stadt (Kulturreferat) und Land (Ministerium für Digitales) haben 2019 nur jeweils 308 000 Euro zum Budget beigesteuert.

Ist es der angebliche Glamour des Münchner Filmfests, der den Politikern die Sinne vernebelt? Anders ist die Zweite-Klasse-Behandlung des Dokumentarfilmfestivals nicht zu verstehen. Zumal Daniel Sponsel die Besucherzahl seit seinem Amtsantritt vor neun Jahren mehr als vervierfacht hat. Im selben Zeitraum hat das Filmfest München trotz eines um mehrere Millionen Euro erhöhten Budgets die Besucherzahl von 2009 (80 000) nicht steigern können.

Massen in der Nische

Der Dokumentarfilm, inzwischen im Fernsehen in wenige nächtliche Nischen abgeschoben, hat also durchaus sein interessiertes (Massen)Publikum. Zudem gibt es eine gewissen Exklusivität des Festivals, denn die meisten Filme wird man außerhalb des Dokfests wohl nicht mehr sehen können.

Das gilt nur bedingt für das Filmfest München, dass seine Bilanz auch mit den Premieren der Fernsehfilme, Krimis und Serien verbessert, die im Herbst dann ohnehin im Fernsehen laufen.

Den mit 10 000 Euro dotierten Preis für den besten Dokumentarfilm im internationalen Wettbewerb gewann in diesem Jahr Andreas Hoessli für „Der nackte König – 18 Fragmente über die Revolution“, in der deutschen Reihe ging der Preis an Nikolaus Geyrhalter für „Die bauliche Maßnahme“. 

 

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