Direkt am Becken Hier wäscht ein Unbekannter sein Auto im Ungererbad

Das Auto am Beckenrand des Ungererbades. Links sieht man den Mitarbeiter, der mit einem Schlauch Wasser auf sein Gefährt spritzt. Foto: privat

Ein Angestellter des Ungererbades spritzt nach Betriebsende sein Privatauto direkt am Becken ab. Die Stadtwerke prüfen den Fall.

München - Jedes Mal nach dem Fußball-Training seiner beiden kleinen Söhne fährt Alexander N. am Ungererbad vorbei. "Meine Kinder wollen immer schauen, ob noch jemand badet, außerdem bricht sich die Sonne oft sehr schön im Wasser", erzählt er.

So auch am Freitag kurz nach 20 Uhr. Gebadet hat zu dieser Zeit natürlich niemand mehr, dafür aber sahen N. und seine Kinder etwas, das eigentlich nicht ans Rand eines städtischen Schwimmbads gehört.

Auto steht am Beckenrand

Am gegenüberliegenden Ende des Beckens stand ein Mann und spritzte sein Auto ab. In aller Seelenruhe. Mit Wasser, das offensichtlich aus einem Anschluss kam, mit dem auch die Duschen direkt am Becken gespeist werden. N. zog sein Handy aus der Tasche und machte einen Schnappschuss.

"Ich habe des erst gar nicht glauben können", erklärt er der AZ am Telefon. "Ab und an sieht man Rettungswägen auf dem Gelände, aber ein Privatauto so nah am Becken?". In der Tat führt zu der Stelle eine Zufahrt vom Haupteingang aus, der Mann muss also einen Schlüssel zumindest für das Haupttor gehabt haben (oder aber anderweitig auf das Gelände gekommen sein).

Das sagen die Stadtwerke München

Was also hat es mit der Auto-Wasch-Aktion im Schwimmbad auf sich? Die Stadtwerke München (SWM) als Betreiber und Träger des Bades geben sich einigermaßen überrascht. "Autowaschen ist natürlich in unseren Bädern untersagt! Auch die Zufahrt von Autos ins Badgelände ist (außer bei Reparatur-/Bauarbeiten) untersagt", heißt es auf AZ-Nachfrage.

Wer der Unbekannte ist, war auch bis Montagabend nicht zu klären. Da das Ungererbad um 19 Uhr schließt, waren "unsere Kolleginnen und Kollegen um 20 Uhr nicht mehr im Bad", so ein Sprecher der SWM.

Also ein externer Mitarbeiter? Zumindest trägt der Mann auf dem Foto keine Uniform oder Bademeisterkleidung.  Man spreche nun mit allen Personen, "die außer den SMW-Mitarbeitern Zugang zum Gelände haben". "Und wir sorgen dafür, dass so etwas nicht mehr vorkommt." 

Damit Alexander N. und seine Söhne beim nächsten Mal dann wieder nur die sich spiegelnde Sonne im Becken sehen. Und kein Auto.


Die Rechtslage: Hier dürfen Sie Ihr Auto selber waschen

Grundsätzlich muss nicht jeder, der sein Auto sauber mag, in die Waschanlage. Denn das Selberwaschen ist unter bestimmten Bedingungen durchaus erlaubt. Die Details bestimmt die jeweilige Gemeinde.

In München gilt: Das Auto darf auf dem eigenen Grundstück gewaschen werden, wenn keine Reinigungsmittel verwendet werden und keine Hochdruckreiniger eingesetzt werden. Unterboden-, Motor- und Radwäsche sind nicht erlaubt und das dreckige Auto darf kein Geländewagen sein.

Zudem muss das Wasser in die städtische Kanalisation geleitet werden. Hier gilt es allerdings zu bedenken, dass nicht jeder Gully auch in die Kanalisation führt. Viele führen zu Versickerungsanlagen, von wo aus das Wasser direkt ins Grundwasser gelangt. Auf öffentlichem Grund ist das Waschen ganz verboten.

 

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