Die Waldkuh ist gerettet Büxi wohnt jetzt auf Gut Aiderbichl

Büxi in ihren neuen Zuhause. Foto: Gut Aiderbichl

Nach mehr als 100 Tagen im Wald konnte die junge Kuh "Büxi" am Donnerstag eingefangen und auf den Gnadenhof Gut Aiderbichl gebracht werden

 

Landshut - Tierisches Happy End: Noch etwas müde, aber wohlauf steht Büxi in ihrem neuen Zuhause. Nach 118 Tagen in freier Wildbahn gelang es am Donnerstagabend, die junge Kuh einzufangen. Alle an der Rettungsaktion Beteiligten sind glücklich über den positiven Ausgang.

So lief die Rettung ab: Am Donnerstagvormittag hat das Landratsamt Landshut in enger Absprache mit der Polizei Vilsbiburg die Genehmigung für den Abschuss mit dem Betäubungsgewehr erteilt. Gegen 11 Uhr sind fünf Mitarbeiter von Gut Aiderbichl in Aukam bei Geisenhausen mit einem Hänger für Tiertransporte eingetroffen.

Spuren im Schnee verraten die Kuh

Die junge Kuh verriet sich selbst: Im Schnee hinterließ sie Spuren, die zu einer ihrer Futterstellen an einem Bauerhof führte. Franz Schilcher, pensionierter Polizist, Jäger und Betäubungsfachmann aus Rotthalmünster, legte sich am Nachmittag auf die Lauer.

Die Tierschützerin Monika Kermes, die zusammen mit einer weiteren Tierschützerin aus Landshut die Rettungsaktion initiierte, berichtet: "Herr Schilcher sagte zu mir am Vormittag, 50 zu 50 schaffe ich es, Büxi am Abend zwischen 18 und 20 Uhr beim Gang zum Silo zu erwischen." Und genauso kam es.

Gegen 18.30 Uhr marschierte die Kuh zu ihrer Futterstelle. Obwohl es fast dunkel war, traf Schilcher das Tier mit dem ersten Schuss. Nach etwa 150 Metern wirkte die Narkose - die Tierretter konnten sich der Kuh nähern und sichern. Ein Landwirt bugsierte die schlafende Kuh mit der großen Schaufel seines Frontladers in den Tieranhänger. Und schon konnte die Reise in das rund 80 Kilometer entfernte Gut Aiderbichl Deggendorf losgehen. Damit trat der Schenkungsvertrag zwischen dem Vorbesitzer, einem Viehhändler, und Gut Aiderbichl in Kraft.

Die Kuh läuft selbstständig in ihren neuen Stall

Während der Fahrt wachte die Kuh auf. "Sie war ganz ruhig, noch etwas benommen von der Spritze", erzählt Hans Wintersteller, langjähriger Mitarbeiter bei Gut Aiderbichl und zuständig für Tiertransporte. Auf dem Gnadenhof angekommen, stand die Kuh noch im Hänger auf und lief selbstständig in ihren neuen Stall.

In der ersten Nacht schaute ein Nachtwächter immer wieder nach Büxi. "Sie hat friedlich geruht. Nach so langer Zeit kann sie wieder in einem warmen Stall schlafen", freut sich Wintersteller.

Sein erster Eindruck: "Sie war ganz tapfer und natürlich erst noch verschreckt." Scheinbar habe sie aber ausreichend Futter gefunden. Richtig pummelig sei sie sogar. Ein Tierarzt untersuchte sie und stellte fest: Büxi geht es gut!

Dennoch bleibt die Kuh für die nächsten zwei, drei Monate in Quarantäne. Das sei gesetzlich vorgeschrieben, sagt Wintersteller. "In ihrer Box kann sie jetzt richtig relaxen." Dann darf die braune Kuh ihre Artgenossen kennenlernen und mit ihnen Freundschaft schließen. Darunter ist auch Kuh Yvonne, die 2011 ebenfalls von ihrem Besitzer geflohen war und sich 100 Tage im Wald versteckte, bevor sie von Gut Aiderbichl gerettet worden ist. Büxi bleibt nun ein Leben in der Mast erspart. Sie kann bis an ihr natürliches Lebensende in Frieden in Gut Aiderbichl bleiben.

 

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