Die TV-Kritik zur EM Strandkorbelfmeterschießen auf Usedom

Das ZDF-Außenstudio auf Usedom Foto: dpa

Thilo Komma-Pöllath kann nicht mehr ohne Fußball im Fernsehen. Für diese Kolumne hat sich der AZ-Autor sogar das Morgenmagazin aus Udedom angesehen.

 

Dass das zweite deutsche Fernsehen gerne Luftschlösser baut, wissen wir spätestens seit „Traumschiff“ oder den unvermeidlichen Pilcher-Verfilmungen. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis die Mainzelmänner auch die Sandburgen als TV-Konzept entdeckten. Der EURO sei Dank, in diesen Tagen im Seebad Heringsdorf auf Usedom.

Ohne den schönen Euphemismus „ZDF-Fußballstrand" geht im Zweiten nichts mehr. Im „Morgenmagazin“ darf Toni Schumacher gegen einen Kicker des Kreisoberligisten Grün-Weiß Usedom im Strandkorb-Elfmeterschießen antreten. Toni ist nach Kahn der ZDF-Experte 1b. Er darf nur morgens zwischen 5 und 9 Uhr ran, dann, wenn der große Olli, der Twittan, noch schläft.

Beim Kommentatoren-Karaoke kreischt eine Blondine ins Mikro: „Der Hummels ist überheiß!" Die Frage sei erlaubt: Warum Bela Rethy so was nicht einfällt! Am Morgen nach dem Holland-Spiel dominiert der Fußball die ZDF-Nachrichtenlage. Eine Razzia bei Salafisten oder die Lage in Syrien - eher nicht so strandtauglich. Den vermutlich härtesten Reporter-Job hat Thomas Skulski, der für das „MOMA“ von der deutschen Mannschaft in Danzig berichtet. „Wer große Fußballspiele erleben will, der muss leiden können", sagt Skulski und meint sich selbst. Sein Flieger hatte in der Nacht zwei Stunden Verspätung und er gar nicht geschlafen. Seine Augen sind jedenfalls nicht zu sehen.

Nach dem „MOMA" sendet auch „Volle Kanne" vom Fußballstrand und Claudia Effenberg darf die „Miss Usedom" küren. Nicht auszudenken, wenn jetzt auch noch die sexy „Heute Journal-Slomka im Baströckchen aufläuft...

 

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