Die Tour de France beginnt Die deutschen Fahrer: Sprinter, Helfer, Ausreißerkönige

Zehn deutsche Fahrer starten in diesem Jahr bei der Tour. Die Profis im Porträt: Von Voigt bis Martin.

Porto Vecchio-  Zehn Deutsche gehen bei Tour de France an den Start. Alle in ausländischen Mannschaften – weiterhin gibt es bei der Tour kein deutsches Team – deswegen aber nicht weniger ambitioniert. Die Stärken der Fahrer sind vielfältig, die Chancen auf Tagessiege sind realistisch. Die deutschen Fahrer im Porträt:

John Degenkolb (24/Argos/Gera) Degenkolb geht in seine erste Tour und ist neben Kittel einer der beiden Kapitäne bei Argos. Der Klassiker-Spezialist ist der Mann, der bei den etwas anspruchsvolleren Teilstücken für Tagessiege sorgen soll. Gewann im Mai eine Etappe beim Giro d’Italia.

Johannes Fröhlinger (28/Argos/Gerolstein) Typ wackerer Helfer: verlässlich, teamfähig. Wird bei Argos sehr geschätzt. Er gilt als Ruhepol in der Mannschaft. 2009 bei einer Tour-Etappe für Team Milram auf Platz drei. Solider Bergfahrer.

Simon Geschke (27/Argos/Berlin) Geschke wird bei Argos überwiegend eine Helferrolle zuteil. Er soll vor allem Degenkolb in den Bergsprints zur Seite springen, darf aber auf Chancen in einer Ausreißergruppe hoffen.

Marcel Kittel (25/Argos/Arnstadt) Der Sprinter geht in seine zweite Tour und hat realistische Chancen, sich mit einem Sieg auf der ersten Etappe das Gelbe Trikot überzustreifen. Der Faktor Erfahrung spricht aber gegen ihn. Fährt eine starke Saison und hat bereits elf Etappensiege auf dem Konto.

Marcus Burghardt (29/BMC/Zschopau) Klassikerspezialist, der vor allem im Frühjahr sehr präsent ist. Hat 2008 eine Tour-Etappe gewonnen. Teamkapitän Cadel Evans (Australien) hält große Stücke auf den Sachsen, bezeichnete ihn beim Toursieg 2011 als seinen persönlichen Helden.

Andre Greipel (30/Lotto/Rostock) Krönte 2011 seine erste Tour mit einem Etappensieg, kam im Vorjahr auf drei Tagessiege. Auch Greipel, der in dieser Saison erstmals deutscher Meister wurde, zählt zu den heißen Anwärtern auf den Etappensieg zum Tour-Start.

Marcel Sieberg (31/Lotto/Castrop-Rauxel) Vielleicht der wichtigste Helfer Greipels. Er vertraut ihm blind. Der Schlacks besticht durch Rennübersicht und Durchsetzungskraft. Denkbar, dass er in der zweiten Tour-Hälfte bei einem Ausreißversuch einmal selbst sein Glück versuchen darf.

Tony Martin (28/Quick Step/Cottbus) Im Vorjahr zerplatzte sein Traum vom Gelben Trikot aufgrund einer Reifen-Panne beim Prolog, kurz darauf stürzte Martin und brach sich die Hand. Martin könnte nach dem Mannschaftszeitfahren auf der 4. Etappe in Nizza Gelb tragen. Der Zeitfahr-Weltmeister hat bei Quick Step starke Begleiter. Zudem will er den Tagessieg im ersten Einzelzeitfahren.

Andreas Klöden
(38/RadioShack/Mittweida) Der Sachse war zweimal Zweiter der Tour. Mit der Rückkehr des im Vorjahr verletzten Luxemburgers Andy Schleck wird ihm vermutlich eine Helferrolle zukommen.

Jens Voigt (41/RadioShack/Grevesmühlen) Steht vor seiner bereits 16. Tour-Teilnahme und ist damit nationaler Rekordhalter. Der älteste Fahrer des Feldes wird sich für seinen Kapitän und Freund Andy Schleck zerreißen – und sein Glück in einer Ausreißergruppe versuchen. Trug zweimal Gelb und gewann 2001 und 2006 je eine Etappe.

 

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