Die Polizei warnt Vorsicht: Telefonische Gewinnmitteilungen

Fieser Telefon-Betrug: Einem Ehepaar in Neubiberg wurde ein Gewinn versprochen, auf den eine Vorauszahlung zu leisten sei. Die Polizei mahnt zur Vorsicht.

 

Neubiberg - Seit Oktober letzen Jahres wurde ein älteres Ehepaar aus Neubiberg Opfer eines betrügerischen Gewinnversprechens. Die Senioren erhielten Telefonanrufe einer "Gewinnerzentrale Istanbul". Der Anrufer teilte mit, sie hätten einen neuen BMW gewonnen. Obwohl sie sich nicht daran erinnern konnten, an einem Gewinnspiel teilgenommen zu haben, nahmen sie den Gewinn an.

In der Folgezeit erhielten sie diverse Anrufe von unterschiedlichen Personen, darunter auch einer angeblichen Notarin aus Istanbul. Ferner wurde der Gewinn auch per Fax von einer nicht existenten "Notarkammer der Europäischen Gemeinschaft" bestätigt. Um in den Genuss des Autogewinns zu gelangen, wurden von den Anrufern immer wieder verschiedene Gebühren gefordert, die auch bezahlt wurden. Der Schaden summiert sich auf über 10.000 Euro. Zu einer Auslieferung des Fahrzeugs oder zur Rückzahlung von Geldern kam es natürlich nicht.

Die Münchner Kriminalpolizei warnt an dieser Stelle vor solchen Telefonbetrügereien!

Das Grundmuster dieser Fälle ist regelmäßig das Folgende: Die potentiellen Geschädigten erhalten überraschende Telefonanrufe von angeblichen Rechtsanwälten, Notaren, Gewinnzentralen o.ä., die den Gewinn eines hochwertigen Autos oder eines hohen Bargeldbetrages mitteilen. Oftmals handelt es sich bei den Anrufern um rhetorisch geschulte Mitarbeiter von Callcentern, die vom Ausland aus agieren. Um den Gewinn zu erhalten, werden fiktive Vorausgebühren gefordert. Die Bezahlung dieser Gebühren soll über schnelle und anonyme Zahlungsarten und/oder ins Ausland erfolgen, um eine Ermittlung der Täter zu erschweren. Bisher waren dies regelmäßig Auslandszahlungen per Onlinetransfer über Western Union oder aber die Verwendung verschiedener elektronischer Zahlungsmittel.

Mithilfe des enthaltenen PINCodes, der von den Opfern häufig auf Drängen der Betrüger am Telefon mitgeteilt wird, kann dann beispielsweise im Internet weltweit eingekauft oder gewettet werden. Auch hier führen die Spuren regelmäßig ins Ausland. Um Vertrauen zu erwecken werden angebliche Notare oder Rechtsanwälte in den Betrug eingebunden (mit "Dr."-Titel). Zu diesem Zweck werden oftmals auch Faxe versandt, die als Absender entsprechende Kanzleien in Deutschland vortäuschen. Die Anrufe scheinen aus dem deutschen Festnetz zu kommen, obwohl sie tatsächlich regelmäßig von ausländischen Callcentern getätigt werden.

Die Münchner Kriminalpolizei empfiehlt:

  • Legen Sie bei unseriösen Anrufen auf! Auch eine offenbar deutsche Festnetznummer, die auf dem Display erscheint, kann technisch manipuliert sein.
  • Nehmen Sie Gewinne nur dann entgegen, wenn Sie tatsächlich bewusst an einem Gewinnspiel teilgenommen haben, das von einem seriösen Unternehmen veranstaltet wurde!
  • Leisten Sie unter keinen Umständen Vorauszahlungen auf den Gewinn!
  • Geben Sie keine persönlichen Daten (insbesondere Bankdaten oder PIN) an Unbekannte am Telefon weiter!
  • Erstatten Sie bei getätigten Zahlungen Strafanzeige bei der örtlich zuständigen Polizeiinspektion!
 

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