Die Noten gegen Estland Zwei Zweier, eine Fünf: DFB-Spätzünder in der Einzelkritik

Erleichterung nach anfänglicher Verunsicherung: Die DFB-Elf macht den nächsten Schritt Richtung EM 2020. Foto: Federico Gambarini/dpa

Die deutsche Nationalmannschaft gerät gegen Estland früh in Unterzahl und spät in Fahrt. Am Ende reicht es doch für einen deutlichen Sieg. Die DFB-Spieler in der Einzelkritik.

 

Tallin - Als der Ex-Bayer Emre Can in der 14. Minute völlig zurecht die Rote Karte sieht, wird aus dem anvisierten Schützenfest gegen die Nummer 102 der Fifa-Weltrangliste eine ziemlich anstrengende Angelegenheit.

So sah der AZ-Reporter in Tallin die Leistung der DFB-Spieler - die Noten in der Einzelkritik:

MANUEL NEUER - NOTE 3: Der mittlerweile älteste und erfahrenste im aktuellen DFB-Aufgebot. „Ich denke nicht ans Karriere-Ende“, sagte der 33-Jährige. Im 91. Länderspiel bekam er wegen der Unterzahl mehr zu tun als gedacht.

LUKAS KLOSTERMANN - NOTE 3: Beeindruckende Offensiv-Vorstellung des Leipzigers gegen Argentinien. In Estland erneut mit Drang nach vorne über die rechte Seite, oft aber auch etwas planlos.

Emre Can mit Blackout-Notbremse

EMRE CAN - NOTE 5: Blackout des Abends. Sah nach Notbremse gegen den Esten Frank Liivak Rot (14.), kam mit seiner Grätsche zu spät. Erstmals war Can, bei Juventus Turin nur Notnagel, im DFB-Team innen in der Viererkette gefragt und mit dickem Lob von Bundestrainer Löw ausgestattet – dann das. Sperre folgt.

NIKLAS SÜLE - NOTE 4: Abwehrchef der Viererkette mit dickem Patzer. Der Bayern-Profi brachte mit seinem ungenauen Abspiel Emre Can in Bedrängnis.

MARCEL HALSTENBERG - NOTE 3: Der Leipziger debütierte erst im November 2017, mit bereits 26 Jahren. Wieder linker Part der Abwehr. Ließ sich einige Male zu einfach versetzen in der Rückwärtsbewegung. Auch nach vorne nicht so effektiv wie zuletzt.

JOSHUA KIMMICH - NOTE 3: Wortführer der „New Generation“, gegen Argentinien stolzer Kapitän. In Tallinn nach Cans Platzverweis in die Viererkette beordert: mal wieder was Neues. Löste er ganz ordentlich. Stand als einziger in den letzten 21 Länderspielen hintereinander in der Startelf.

Ilkay Gündogan bringt DFB-Elf in die Spur

ILKAY GÜNDOGAN - NOTE 2: Sein Spiel wurde überschattet vom unbedachten und dann zurückgenommenen Like des Militär-Posts der türkischen Nationalelf. Hatte er deshalb zunächst den Kopf nicht frei? Zig Fehlpässe in Halbzeit eins, dafür aber kurz nach der Pause die immens wichtigen Treffer zum 1:0 und 2:0.

KAI HAVERTZ - NOTE 4: Endlich der erste Pflichtspiel-Einsatz für den Leverkusener, den Spielmacher der Zukunft? Wirkte in Estland als sei er mit dem falschen Fuß aufgestanden. Bälle versprangen, Fehlpässe – das Einmaleins des Fußballs klappte nicht.

JULIAN BRANDT - NOTE 4: Die Tor-Quote des Außenstürmers von Borussia Dortmund im DFB-Trikot (zwei Tore bei 28 Einsätzen) ist ausbaufähig. In Estland mit pomadigem Auftritt: ungenaue Pässe, schwache Abschlüsse. In Halbzeit zwei immerhin mit mehr Biss.

MARCO REUS - NOTE 3: Der BVB-Kapitän beschwerte sich anfangs über zu heftige Tritte der Gastgeber. Setzte einen Freistoß ans Lattenkreuz (40.) – zu gut gezielt.

LUCA WALDSCHMIDT - NOTE 3: Debütierte gegen Argentinien. Der Freiburger rutschte für den angeschlagenen Gnabry in die Startelf. Guter Schuss aus der Distanz (24.) – zu zentral, gehalten. Ansonsten kaum ins Spiel eingebunden.

Blitzstart-Werner macht den Deckel drauf

TIMO WERNER - NOTE 2: Kam in Minute 66 für Waldschmidt. Wieder fit nach seiner Erkältung. Brauchte nur vier Minuten bis zu seinem Treffer zum 3:0 – mit rechts ins lange Eck.

SUAT SERDAR - NOTE 3: Kam zwölf Minuten vor Schluss für Reus. Setzte keinen Freistoß mehr ans Lattenkreuz.

NADIEM AMIRI - OHNE BEWERTUNG: Kam zu spät für eine Note. 

Lesen Sie hier: Can und Gündogan (ent-)liken Kriegs-Post von türkischem Nationalspieler

 

5 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading