Die neue Waffe der Münchner Polizei Dieser Schäferhund kann Geld erschnüffeln!

Er riecht den Duft des Geldes: Banknotenhund Balu und sein Herrchen Bernhard Braun. Foto: B. Wackerbauer Quelle: Unbekannt

Balu vom Kanonier sucht für die Münchner Polizei versteckte Scheine von Verbrechern - und ist dabei ziemlich erfolgreich: Bis jetzt fand der "Geldspürhund" schon 136 000 Euro.

 

MÜNCHEN - Dürfte „Balu vom Kanonier“ die ganze Kohle behalten – er wäre ein reicher Hund. Im Juli fand der Deutsche Schäferhund 74 000 Euro in einem Wandtresor. Im September erschnüffelte er 38 000 Euro in 20- und 100-Euro-Scheinen hinter einer Sitzgruppe. Und im Oktober wies er Beamte des Kriminalfachdezernats 3 (Organisierte Kriminalität) bei einer Hausdurchsuchung auf eine Jacke in einem Kleiderschrank hin: In der waren 24 000 Euro versteckt.

Wenn Balu das Geld gefunden hat, bekommt er aber nur eine orangenfarbene Kaustange aus Gummi. Zum Spielen. Und, ehrlich gesagt: Das reicht ihm auch völlig.

Seit Januar ist Balu – Zuchtlinienname: vom Kanonier – einer von drei „Banknotenhunden“ der bayerischen Polizei. Mit seinen Kollegen Tyson und Bento aus Nürnberg und Augsburg hat er in diesem Jahr bei rund 50 Einsätzen rund 160 000 Euro aufgestöbert – zum Teil echtes, zum Teil falsches Geld. Balu allein kam auf 136 000 Euro; er ist ja auch schon sehr erfahren, sagt sein Herrchen Bernhard Braun (45). Seit fünf Jahren sucht Balu (7) mit dem Polizeihauptmeister nach Rauschgift. Für das neue Bargeld-Pilotprojekt wurde er zusätzlich in nur zwei Wochen auf Geld geeicht.

Die drei Geldspürhunde suchen seit Januar nach versteckten Bargeldreserven von Drogen-Dealern und organisierten Kriminellen. Oder von Geldfälschern. Überraschenderweise haben Blüten und echte Scheine einen ähnlichen Geruch.

Wenn Balu mit Herrchen einen verdächtigen Raum betritt, weiß er schon, was er zu tun hat. „Er erkennt die Situation an bestimmten Ritualen“, sagt Braun. „Ich hole beispielsweise zuerst sein Spielzeug raus und ziehe mir auch immer Gummihandschuhe an.“ Dann schickt Braun seinen Hund los – mit den Worten: „Such’s Gifti!“

Für Balu sei die Suche so etwas wie ein Spiel, sagt Braun. Er wisse: Wenn ich Geld finde, werde ich belohnt – wir spielen dann mit meinem Spielzeug. Nach diesem Prinzip würden die Hunde auch trainiert. Die Lieblingsspielzeuge der Hunde werden mit Geld gefüllt – die Hunde verbinden Spielen und Geldfinden und merken sich den Geruch.

20 Minuten lang kann Balu am Stück wittern – bei kühlen bis normalen Temperaturen. Ist es heiß oder stickig, braucht er öfter eine Pause. „Die Hunde müssen beim Wittern jedes Molekül aufnehmen, ohne Unterlass, also müssen sie sehr viel und sehr schnell schnüffeln“, sagt Braun. „Da steigt der Puls schnell nach oben. Die verausgaben sich da richtig.“

Hat Balu aber den Duft des Geldes in der Nase, finde er die Kohle, sagt Braun – „egal wo es liegt.“ Er riecht eine Million mal besser als ein Mensch. Ein goldenes Näschen eben.

 

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