Die neue Kriminalstatistik Mehr Cannabis, mehr Gewalt, weniger Radl-Diebe

Münchner Polizisten im Einsatz. Die Zahl der Straftaten ist im vergangenen Jahr gestiegen. Foto: Sigi Müller

Von der Ruhestörung bis zum Mord: 280.586 Einsätze hatte die Münchner Polizei 2013 zu bewältigen. Welche Verbrechen boomen und welche nicht – das sagt die neue Kriminalstatistik:

München -
Jede Minute geht bei der Einsatzzentrale der Münchner Polizei ein Notruf ein. 280.586 Einsätze hatte die Polizei im vergangenen Jahr zu bewältigen. Am Freitag stellte Polizeipräsident Hubertus Andrä die aktuelle Kriminalstatistik 2013 vor. Seine gute Nachricht: „München ist die sicherste Millionenstadt Deutschlands.“ Die wichtigsten Fakten und Zahlen:

Mehr Straftaten
Die Gesamtzahl aller Straftaten hat die 100000er-Marke geknackt. Sie stieg um 4,1 Prozent auf 102 667.

Fast 5000 Einbrüche
Ein Grund für die steigenden Zahlen bei der Gesamtkriminalität waren die vielen Einbrüche  – insgesamt fast 5000 – in der Stadt. Die Täter hatten es vor allem auf Wohnungen (1185 Fälle,, das sind 21 Prozent mehr als 2012), Keller und Speicher (1372 Einbrüche/ + 44,6 Prozent) sowie Büros (956 Fälle/+41,6 Prozent) abgesehen. Am 13. Juli wurde ein Täter (42), der die Fenster aufbohrte, um in die Häuser zu gelangen. Auf sein Konto gehen 40 Taten in München plus 25 in Franken.

Anstieg von Gewalt
4070 Gewalttaten wurden registriert. Das sind 166 mehr als im Vorjahr. Über 80 Prozent waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Leicht zurück ging die Zahl der Sexualdelikte von 780 (2012) auf 761 Fälle.

Ruhigere Nächte
Gewaltattacken in der Nacht nahmen leicht ab: 7658 Delikte (minus1,4 Prozent). Einsatzschwerpunkte waren die Kultfabrik, das Optimolgelände, die Sonnenstraße und der Maximiliansplatz. Die Zahl der Gewaltdelikte unter Alkoholeinfluss hat ebenfalls leicht abgenommen: auf 411.

Mord und Totschlag
14 Menschen wurden 2013 in München getötet, 19 überlebten Tötungsversuche. Alle Verbrechen konnte die Kripo klären – bis auf eines: Den Mord an Domenico Lorusso († 31). Der Ingenieur wurde am 28. Mai an der Isar nach einer Spuckattacke gegen seine Verlobte niedergestochen. 3200 Männer gaben Speichelproben ab – ohne Erfolg.

Teure DNA-Tests
Sie spielen bei den Ermittlungen eine wichtige Rolle. 2,4 Millionen Euro gab die Polizei dafür 2013 aus. „Da wird nicht gespart“, sagt der Leitende Kriminaldirektor Harald Pickert.

Cannabis auf Platz 1

6265 Festnahmen gab’s im vergangenen Jahr wegen Drogendelikten, ein Plus von 8,5 Prozent. Drei von vier Personen wurden mit Cannabis erwischt. An zweiter Stelle im Drogenranking: ist Amphetamin mit 8,4 Prozent. Auffallend: 32,1 Prozent der erwischten Konsumenten waren unter 21. Im Landkreis sind es sogar 42,1 Prozent. Dort zählte die Polizei 539 Verstöße (ein Anstieg um 12,8 Prozent).

Kaum noch Räuber
Mit 541 Taten gab’s so wenige Raubüberfälle wie zuletzt in den 1960er Jahren. Die Polizei ist sich sicher: Videokameras, die mittlerweile fast überall in Geschäften, Tankstellen und Dienstleistungsbetrieben hängen, schrecken ab. Im Landkreis wurden – wie auch 2012 – 47 Raubdelikte gezählt. Fahrraddiebstahl 5294 Räder verschwanden (2012: 5481). Die Aufklärungsquote liegt bei 15,2 Prozent.

Cyberkriminelle hacken Aktzenzeichen XY
36 Cybercops jagen bei der Münchner Polizei Internet-Kriminelle. 1662 Anzeigen gab’s 2013. Eine war sehr ungewöhnlich: Während einer „Aktenzeichen XY“-Sendung am 18. Dezember über Internetkriminelle hackten bislang unbekannte Täter die Telefonanlage der Sendung. Es konnten keine Hinweise mehr angenommen werden.Nina Job

 
 

10 Kommentare