Die Löwen nach der Pleite Schäfer: "Jetzt sind die Spieler dran"

Löwen-Trainer Reiner Maurer und Geschäftsführer Robert Schäfer Foto: sampics

Nach der neuerlichen Heimpleite nehmen die Löwen-Bosse die Profis in die Pflicht. Geschäftsführer Schäfer findet, der Verein habe alles getan. Ein Appell als letzte Chance?

 

München - Die Löwen haben schon weitaus bessere Zeiten erlebt. Zuletzt setzten sie so viele Spiele in den Sand, dass ihr Trainer Reiner Maurer nach dem 1:3 gegen Bochum, der fünften Niederlage in den letzten sieben Partien, ziemlich forsch reagierte: Der Allgäuer entschied sich für eine Woche hartes Straftraining und erklärte: „Jetzt müssen wir eben bluten. Wir können nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen.”

Also lässt er die Profis laufen, laufen und noch mehr laufen – auch wenn ihm das für ein paar seiner Löwen, zum Beispiel Kevin Volland, der ja wegen mehrerer Verletzungen extra nicht zur U21-Nationalmannschaft gefahren ist, etwas leid tut. Aber was sein muss, muss sein, erklärte Maurer und versuchte zum Wochenstart bei einer Trainertagung in Frankfurt erst mal auf andere Gedanken zu kommen – daheim an der Grünwalder Straße aber zeigte sich die Vereinsführung angetan von der neuen Seite ihres Trainers.

Denn auch Geschäftsführer Robert Schäfer missfiel, was die Löwen-Profis bei ihrer nun schon siebten Saisonpleite angeboten hatten – „das war anfangs desaströs. Wir wurden erst später besser und seitdem frage ich mich: Wieso sind wir nicht 90 Minuten gut? Wieso können wir nicht 90 Minuten lang marschieren? Die Fans pfeifen ja nicht, weil wir 0:2 zurückliegen, sondern weil wir nicht durchgehend marschieren. Ich kann den Unmut verstehen”, befand er.

Für Schäfer stellt sich nun die Frage, woran das liegen könnte. Der 35-Jährige verdeutlicht: „Wir haben doch hier alles für die Spieler getan. Hier muss keiner mehr Angst haben, dass wir pleite gehen. Wir haben Verträge verlängert und wir haben hier gute Bedingungen. Und trotzdem kriegen wir keine konstanten Leistungen hin. Das ist schade.” Und aus diesem Grund bat Schäfer die Führungsspieler des Vereins – also Kapitän Benny Lauth, den erfahrenen Daniel Bierofka oder Oldie Gabor Kiraly – bereits zu einem Gespräch mit folgender Intention: „Die Spieler müssen ihre Probleme auch mal selbst lösen. Ich erwarte von den zentralen Figuren in unserer Mannschaft, dass sie den Mund aufmachen und klären, warum sie die Leistungen, die sie ja auch von sich selbst erwarten, nicht hinbekommen.”

Schäfer weiter: „Die Spieler sind jetzt in der Pflicht. Unser Kader hat ein gutes Niveau, wir können richtig gut Fußball spielen und unsere Verletzten sind bis auf Necat Aygün wieder da – aber bringen es trotzdem nicht hin. Die Rahmenbedingungen wurden geschaffen, jetzt sind die Spieler dran. Wenn ich als Arbeiter sage, ich kann nicht arbeiten, weil ich keinen Computer habe, dann ist das ein Grund. Wenn ich aber sage, ich kann nicht arbeiten, weil ich im Kopf nicht frei bin, dann ist das bei uns kein Grund mehr. Weil wir diese Probleme gelöst haben.”

„Ich habe keine Entschuldigungen für die Spieler parat”

Unterstützung erhielt der aufgebrachte Geschäftsführer in seinen scharfen Worten gegen die Mannschaft sogar von Trainer Maurer, der sich selbst erstmals nicht bedingungslos vor sein Team gestellt hatte, sondern sagte: „Ich habe keine Entschuldigungen für die Spieler parat”. Nun erklärte der Allgäuer: „Manche haben ein Problem damit, dass man in München sofort auf die Mütze bekommt, wenn man verliert. Damit haben einige Spieler Schwierigkeiten. Wenn man Angst vor Kritik hat und davor, den Faden zu verlieren, ist das keine gute Situation.”

Und das ist eine Lage, die dringend geklärt werden muss – dies jedenfalls fordert Präsident Dieter Schneider: „Die Spieler selbst wollen doch am wenigsten so alt aussehen wie zuletzt. Deswegen sollten sie sich jetzt mal dringend zusammensetzen und sich gegenseitig wachrütteln. Ich kann nur an den Ehrgeiz und die Eigenverantwortung jedes einzelnen appellieren und hoffen, dass wir aus dem Loch schnell wieder rauskommen.” 

 

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