Die Löwen im Trainingslager in Belek Friedhelm Funkel bleibt Löwe – und bastelt am Gehege

Friedhelm Funkel.. Foto: sampics / Stefan Matzke

„Es entsteht ein Wir-Gefühl“, sagt 1860-Coach Friedhelm Funkel –  und zieht eine positive Trainingslager Bilanz.  Schon jetzt ist klar: Die Neuen bekommen eine Stammplatzgarantie – Lauth muss zittern.

 

Belek - Wenn Friedhelm Funkel über seine Arbeit als Trainer des TSV 1860 spricht, klingt es fast so, als laufe sein Vertrag noch über Jahre.  „Es ist gut, dass wir anfangen zusammenzuwachsen. Es entsteht ein Wir-Gefühl“, sagt er.  Allerdings ist noch gar nicht entschieden, ob Funkel über die Saison hinaus bei den Löwen bleibt. Auch wenn vieles darauf hindeutet. „Es ist doch klar, dass ich mir Gedanken mache und ich sehr gerne in München arbeite. Wir sind aber überhaupt nicht in Zeitdruck. Wichtig ist jetzt die Mannschaft.“

Mit den Löwen hat Funkel die vergangene Woche beim Trainingslager in Belek verbracht, um das Team auf die Restserie von 15 Spielen in der 2. Liga vorzubereiten. „Das war in Ordnung. Andere Hotels, die wir uns angeschaut haben, wären eine Katastrophe gewesen. Bei uns waren die Zimmer, das Essen, die Plätze und das Wetter okay“, sagte Funkel.

Die AZ zeigt, welche Erkenntnisse das Trainingslager gebracht hat:

Die Neuen sind gesetzt: Yuya Osako und Markus Steinhöfer wurden nicht geholt, um die Bank aufzufüllen. Sie sollen spielen. Und werden das auch. Osako erfüllt Funkels Vorstellungen von einem schnellen und wendigen Stürmer, Steinhöfer soll das Offensivspiel beleben: „Seine Standards sind brandgefährlich.“

Der Konkurrenzkampf: Aus der bisherigen Stammelf müssen zwei Spieler weichen, so viel ist sicher. Nach derzeitigem Stand werden das der zuletzt verletzte Kai Bülow und Daniel Adlung sein. Auch wenn Funkel das nicht so deutlich sagen kann, haben die Einheiten in Belek genau das gezeigt. Mit den Neuen erhöht sich auch der Druck für die Etablierten. „Der Konkurrenzkampf wird sehr hoch werden. Es kann jeden treffen. Keiner darf sich sicher sein“, sagt Funkel.

Die Systemumstellung: Weg von der Defensive, hin zum Angriff. Funkel will fortan auf eine zusätzliche Absicherung vor der Abwehr verzichten. „Das ist sicher. Entweder bringe ich einen zweiten Stürmer oder einen Spieler, der zwischen Mittelfeld und Angriff aufläuft“, sagt Funkel, der um die Gefahren der Umstellung weiß: „Ich hoffe nicht, dass die Ordnung verloren geht.“ Zumal das System noch nicht nach seinen Wünschen funktioniert: „Das 4-4-2 ist absolut verbesserungswürdig. In gewissen Situation ist die Mannschaft zu brav und nicht clever genug. Wir müssen aggressiver und körperbetonter werden.“

Funkels Sehnsucht: Der Löwen-Trainer hat stets betont, dass er sich noch einen neuen Spieler für die Offensive wünscht. In Belek bekräftigte er das und machte den Fans Hoffnung, dass bald der nächste Neue bei den Löwen vorgestellt wird: „Ich bin guter Dinge. Ein weiterer japanischer Spieler wird es aber mit Sicherheit nicht. Wenn noch einer kommt, muss er schnell und flexibel sein.“

Die Personalie Lauth: In der Hinrunde hatte der Rekord-Torjäger der Löwen eine Stammplatzgarantie. Die wackelt jetzt, Stephan Hain ist nah dran. Der ist jetzt gefordert. „Ich habe mit Benny häufig gesprochen. Er muss selbst da rauskommen. Er versucht das. Du kriegst aber nichts geschenkt“, sagt Funkel.

Funkel und die starken Männer: Während des Trainingslagers haben die Löwen in Markus Rejek einen neuen Finanz-Geschäftsführer vorgestellt. Für Funkel der „richtige Mann, der aber eine Herkulesaufgabe vor sich hat“. Gearbeitet wurde in Belek auch am Verhältnis zwischen Präsidium, Sportdirektor und Trainer. „Es war gut, dass wir mal zwei, drei Tage zusammen waren“, sagt Funkel. Es deutet tatsächlich viel darauf hin, dass der Trainer auch über die Saison hinaus bleibt.

 

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