Die Gründe sind unterschiedlich Bindungsängste: Wie wird man beziehungsfähig?

Sind wir die Generation "beziehungsunfähig"? Foto: rex

Steigt schon beim Gedanken an eine Beziehung die Panik in dir hoch? Dann bist du nicht allein! Einigen Menschen fällt es schwer, sich dauerhaft an nur eine/n Partner/in zu binden, die Gründe dafür können unterschiedlich sein.

Fest steht: Egal wie groß die Liebe zum Gegenüber, wenn man das Gefühl hat, dass dieser einem zu nahekommt, fühlt man sich überfordert und zieht den metaphorischen Schwanz ein. Aber woran liegt das?

Zum Einen können schlechte Erfahrungen in Sachen Liebe schuld sein: Von schwerwiegendem Missbrauch über einen fremdgehenden Ex bis hin zum Laufpass vom Jugendschwarm - das Spektrum für die Ursachen einer Bindungsphobie ist breit, die Angst davor, verletzt zu werden, immer dieselbe. Wird's verbindlich, schalten die meisten Bindungsphobiker auf stumm oder brechen wegen Kleinigkeiten Streit vom Zaun. Egal - Hauptsache man wird nicht zum Opfer der Situation, sondern behält die Kontrolle!

Schlechte Erfahrungen in der Kindheit

Auch die Kindheit kann Menschen beziehungsunfähig machen: Haben sich zum Beispiel die Eltern früh getrennt, wächst man möglicherweise mit dem Eindruck auf, währende Liebe sei ein Mythos. Therapeuten sind zudem der Meinung, dass Elternteile, die ein Kind zu sehr vereinnahmen oder ihre Liebe an Bedingungen knüpfen, in dem Spross Bindungsängste wecken können. "Denn das Kind setzt hierdurch Liebe mit Vereinnahmung und Freiheitsberaubung gleich", gab Stefanie Stahl, Psychologin und Psychotherapeutin aus Trier, gegenüber 'apotheken-umschau.de' zu verstehen. "Später fühlen sich diese Menschen leicht von der Nähe ihres Partners überflutet."

Wie man seine Bindungsphobie überwinden kann? Mit Selbsterkenntnis, die ist nämlich der erste Schritt zur Besserung. Steckt man bereits in einer Beziehung und möchte man diese erhalten, dann ist es außerdem wichtig, sich mit seinem/r Partner/in zu verständigen und diese/n in die Lösungsfindung miteinzubeziehen. In milden Fällen kann Ratgeberliteratur Hilfestellung geben, in schweren Fällen ist hingegen eine Psychotherapie ratsam.

Selbstwert muss gestärkt werden

Dazu erklärt Stahl im Gespräch mit 'edarling.de': "Bindungsängstliche haben einen tiefen inneren Konflikt zwischen ihrem Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Autonomie und ihrem Bedürfnis nach Nähe und Abhängigkeit. In der Psychotherapie geht es darum, im ersten Schritt diese tiefliegenden Ängste und Konflikte bewusst zu machen. Im zweiten Schritt geht es darum, den Selbstwert des Betroffenen zu stärken, so dass er sich einer Liebesbeziehung gewachsen fühlt und nicht mehr davon laufen muss."

 

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