Die Bahn erklärt die Arbeiten Darum sind die Stammstreckensperrungen notwendig

Arbeiter statt Fahrgäste: der S-Bahnsteig Hauptbahnhof am Sonntag. Foto: Daniel von Loeper

Die Stammstrecke wird derzeit modernisiert und ist darum zeitweise gesperrt. Die Bahn erklärt, warum das notwendig ist.

 

München - Weil die S-Bahn-Stationen Hauptbahnhof (tief) und Marienplatz an den Augustwochenenden modernisiert werden, sind seit dem Wochenende Teile der Stammstrecke jeweils von Freitagabend, 22.30 Uhr, bis Montagfrüh, 4.30 Uhr komplett gesperrt.

Auch an den Wochentagen kommt es zu kleineren Einschränkungen. Doch was genau wird gemacht? Das erklärte die Bahn am Sonntag.

Sie bessert Bodenbeläge aus, baut neue Lamellendecken ein, erneuert Fassaden. Die Fließenverkleidungen der Säulen werden durch Metallpaneelen ersetzt. "Dadurch verschwinden Kabel und Leitungen dahinter", erklärt Projektleiter Thomas Saffer. Das sehe dann "schöner, aufgeräumter" aus.

Stammstreckensperrung an den August-Wochenenden

Außerdem werden Rillen und Noppen am Boden eingebaut, entlang derer sich Sehbehinderte den Weg ertasten können. Hervorstehende Fließenkanten stellten Stolperstellen dar, sagt Saffer, andere Fließen seien entzwei gebrochen. Diese herauszustemmen, sei "eine aufwendige Geschichte“, weil angrenzende Fließen nicht beschädigt werden dürfen.

An den ersten drei Augustwochenenden fahren keine S-Bahnen zwischen Donnersbergerbrücke und Ostbahnhof; Züge aus Pasing fahren ohne Halt an der Hackerbrücke zum Hauptbahnhof und enden über der Oberfläche. Am letzten Wochenende ist dann die komplette Stammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof gesperrt. Busse ersetzen die S-Bahnen, zwischen Donnersbergerbrücke und Pasing, Moosach und Allach verkehren nachts weitere Busse.

Erstes August-Wochenende: Stammstrecken-Chaos bleibt aus

Am ersten Wochenende ist ein Chaos ausgeblieben: Es habe keine Beschwerden gegeben, sagt SEV-Verantwortlicher Michael Feuser. Wer in Pasing, am Hauptbahnhof oder Ostbahnhof zu- oder aussteigt, kann die Regionalzüge nutzen. Von der MVG habe man engere Taktungen der U-Bahnlinie 4 und der Tramlinie 19 eingekauft, sagt Feuser. Sie fahren im Fünf- statt Zehn- beziehungsweise nachts im Zehn- statt 20-Minuten-Takt.

Unter der Woche halten die S-Bahnen am Hauptbahnhof und am Marienplatz zeitweise nur in eine Fahrtrichtung. Von diesem Montag an, ab 4.30 Uhr, bis Freitag, 9. August, 23 Uhr entfällt am Hauptbahnhof der Halt in Richtung Pasing, kommende Woche in die andere Richtung. Vom 19. bis 23. August hält am Marienplatz keine S-Bahn in Richtung Ostbahnhof, in der Woche darauf in die andere Richtung. Feuser empfiehlt, jeweils eine Station weiter zu fahren und dann in die Gegenrichtung umzusteigen.

Parallel zu den Bahn-Arbeiten halten bis zum 6. September keine U-Bahnen der Linie U4 und U5 aus Richtung Hauptbahnhof am Stachus. Grund sind Treppenerneuerungen.

Bis 2021 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein

Begonnen hatten die Bauarbeiten im Mai, nun, zur Sommerferienzeit, werden sie fortgesetzt, im Oktober folgt die dritte Bauphase am Rosenheimer Platz. 2020 folgen Stachus und Isartor. Durch die Vorgehensweise seien nie zwei aufeinanderfolgende Stationen gleichzeitig gesperrt, sagt Thomas Saffer. Man wolle so größere Umwege vermeiden. Bis 2021 sollen alle fünf Bahnhöfe modernisiert sein.

Die gute Nachricht: Eine Komplettsperrung aller Stammstrecke-Bahnhöfe über einen längeren Zeitraum wird es laut Saffer "sicherlich nicht geben“, bevor die zweite Stammstrecke fertig ist.

 

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