Die AZ war auf der Freizeit-Messe Das bietet die f.re.e: Nassmachen bis Höhenflug

Was bietet doe f.re.e? Die AZ hat den Test gemacht. Foto: Vincent Suppé

Bis zum Sonntag gibt es auf der Free-Messe viel auszuprobieren – was lohnt sich wirklich? Die AZ hat den Test gemacht.

 

München - Wer in den nächsten Tagen Action sucht, ist in Riem bestens aufgehoben. Dort läuft seit Mittwoch in der Messe München die Free, Bayerns größte Reise- und Freizeitmesse. Noch bis zum Wochenende präsentieren sich hier über 1200 Aussteller aus über 60 Ländern – die meisten davon aus dem Bereich Reisen.

Egal, ob Campen, Kreuzfahrt oder die klassischen Pauschalreise – hier bekommen Sie umfassende Infos. In der Halle B3 dreht sich alles um Reisemobile und Zelte, in der Halle B5 stehen die Mittelmeerländer und Reisen auf dem Wasser im Mittelpunkt, Fernreisen gibt es in Halle A4. Und wer lieber im eigenen Land Urlaub macht, wird in der Halle A5 fündig. Am Freitag gibt es außerdem einen Thementag zu nachhaltigem Reisen.

Im Freizeitbereich kann man gleich loslegen: In der Wassersporthalle gibt es in diesem Jahr eine Seenlandschaft, auf der man sich im Kajak oder beim Stand-Up-Paddling austobt. Viele weitere verrückte Sportarten kann man auf festem Boden ausprobieren.

Highlight am Samstag sind die offenen bayerischen Meisterschaften im Bouldern und am Sonntag der „Climb Free“, bei dem über 130 Teilnehmer im Oberlandcup des DAV um die vorderen Plätze klettern.

Welche Sportart möchten Sie testen?

Ein paar Inspirationen gibt es hier: AZ-Reporter Thilo Schröder hat einige Stationen ausprobiert.

Stand-Up-Paddling erstmals im Wasserbecken

Der Name ist Programm: aufstehen und weiterpaddeln, egal was kommt. Zum ersten Mal können Free-Besucher Stand-Up-Paddling (SUP) im Wasserbecken testen. Was in der Theorie solide klingt, ist in der Praxis eine wackelige Angelegenheit.

Zum Glück tragen wir einen Schwimmanzug für den Fall dass einer sich nass macht. Ingrid, die Kursleiterin, erklärt uns Anfängern, wie man sich richtig bewegt auf so einem Board – und dass SUP gar nicht so schwer ist. Als wir dann selbst auf’s Wasser dürfen – zunächst kniend – fängt mein Board sofort an zu schaukeln. Die Paddelbewegungen sind denen beim Kajak gar nicht unähnlich. Als ich aufstehe, schwappt eine Welle über das Board. Dabei geht hier in der Messehalle nicht mal ein Lüftchen.


Auch AZ-Reporter Thilo Schröder ist voll im Einsatz.

Schnell tauche ich mein Paddel ins Wasser, so habe ich quasi ein drittes Standbein. Die Beine gebeugt wie beim Volleyball, drehen wir unsere Runden. Ingrid zeigt uns, wie man richtig paddelt, wie man schnell wenden kann und sogar, wie man auf dem Board hin und her läuft, ohne selbst starken Seegang zu produzieren.

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Langsam finden wir das Gleichgewicht, wagen auch mal den Blick nach vorn. Ganz wichtig sei das, meint Ingrid. Denn wenn wir jetzt auf einem Fluss paddeln würden und uns ein Dampfer kreuzt, kann der nicht ausweichen: Da muss man sehr aufmerksam sein. Viel Konzentration braucht es fürs SUP – aber es macht Spaß. Ich bleib trotzdem lieber beim „Surfen“ im Kinderschwimmbecken.

Klettern bis zur Glocke

Die Kletterwände mit den bunten, angeschraubten Griffen kennt wohl jeder. Doch als Laie im Klettersport stelle ich fest, dass sechs bis sieben Meter doch höher sind als erwartet. Normalerweise springe ich allenfalls vom Drei-Meter-Turm im Schwimmbad.

Also: Zähne zusammenbeißen und den Blick nach oben. Da ich keine Sportschuhe trage, muss ich in Socken hochkraxeln. Da ist man zwar flexibler, spürt die Griffe aber dezent in der Fußsohle. Ich beschließe, mir die angenehmsten Griffe auszusuchen und keine vorgegebenen Farbrouten abzuklettern. So komme ich problemlos bis zum Gipfel und kann stolz die Gipfelglocke läuten.


Hoch oben angekommen an der Kletterwand.

Dann geht es wieder runter. Das Abseilen dauert nicht halb so lang wie der Aufstieg. Fast wie beim Bergwandern, wenn man nach dem Aufstieg mit der Bergbahn wieder runterfährt. Alte Kletterhasen werden hier wohl müde lächeln. Aber ich fand’s toll! Man hat einen super Ausblick über die ganze Messehalle.

Kleine Kajak-Spritztour?

Wer zwischen Wildbächen und Stromschnellen zu Hause ist, wird wohl lieber durch enge Schluchten steuern. Doch auch im Testbecken kommt das Kajak-Feeling gut rüber. Dafür muss man aber erst ins Boot steigen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Also: auf den Steg knien, eine Hand ans Kajak, mit der anderen das Eigengewicht auf dem Steg balancieren, dann vorsichtig einen Fuß ins Boot, dann den andern. Und los geht’s. Erstmal eine ordentliche Ladung Wasser über die Beine geschwappt. Nach fünf Metern dockt mein Kajak am Ufer an. Mit der Dynamik ist das so eine Sache.


Nicht ganz einfach, sich elegant auf dem Wasser zu bewegen. Aber mit etwas Übung wird es gleich leichter.

Die kurze Einführung durch den Experten ist da schnell vergessen. Doch ich halte mich wacker und drehe meine Runden. Die ein oder andere peinliche Kollision mit anderen Testern wird zur Routine. Man lächelt sich an, greift betont selbstbewusst nach dem Paddel. Immer weiter! Auch wenn es hier keine Stromschnellen gibt – zum Glück – weckt die kleine Tour ein wenig den Abenteurer in mir.

Man fühlt sich an Sommerfreizeiten in Südfrankreich erinnert.

Schwindellos 3D-Fliegen

Drucker, die 3D beherrschen, kannte ich, 3D-Flieger nicht. Auf den ersten Blick fühlt man sich jedoch an Volksfestbesuche erinnert, die man grün im Gesicht abbrechen musste.

Da muss einem doch übel werden, wenn man in alle Richtungen gleichzeitig bewegt wird. Drei separate Metallringe, die jeweils ineinandergreifen. In der Mitte ich, an den Füßen fixiert und ziellos dem Richtungsmix ausgesetzt.


Da geht’s ganz schön rund!

So fühlt es sich zumindest an. Dass dabei die Orientierung verlorengeht, merke ich spätestens auf den Weg zum Ausgang. Wo war der noch mal? Aber: Schlecht ist mir null. Und dabei kann ich Achterbahnen nicht ausstehen. Ein Muss für jeden, der mal Astronaut werden will – oder zumindest das Feeling haben möchte.

Pumptrack: klein, aber...

Als Kind hatte ich eine Spielzeug-Rennautobahn. Beim Pumptrack kommen solche Erinnerungen hoch, nur dass ich hier selbst die Rennbahn entlangsause. Zwar ohne Loopings, dafür aber mit scharfen Kurven. Ich starte mit einem Cityroller – die einfache Variante – und dann mit einem Rad. Wie schon bei anderen Trends, wird hier meinem Gleichgewichtssinn alles abverlangt. Ich bin natürlich kein wendiger zehnjähriger Bub mehr, das macht es in den engen Kurven etwas schwierig.


Auf dem Pumptrack kann man selbst entlangsausen – mit einem Cityroller oder einem Rad.

Ein Betreuer meint, mit Geschick schafft man die gesamte Bahn mit einem Antritt. Keine Chance. So viel Schwung geht nicht. Aber für Kinder definitiv ein Riesenspaß!


Bis Sonntag, 26. Februar, Messe München (U2: Messestadt Ost), täglich 10 bis 18 Uhr, Tagesticket 10 Euro (erm. 8 Euro, Kinder bis 14 Jahre 4 Euro)

 

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