Die Alpen schwächeln Schneebericht: Hat das Warten auf Schneefall ein Ende?

Traumwetter und gute Pistenbedingungen herrschen derzeit in Hochgurgl. Foto: Lindemeyer

Im Norden Norwegen hat es über einen Meter geschneit, in der Slowakei und Teilen Tschechiens gab es kräftige Schneefälle. Nur in den Alpen sieht es mit natürlichem Schnee derzeit nicht besonders gut aus. Der aktuelle Schneebericht.

 

Ein kurzes Winter-Intermezzo mit bis zu 30cm Neuschnee gab es diese Woche, allerdings "nur" in Teilen Salzburgs, Nieder- und Oberösterreichs. Aktuell herrscht wieder viel Hochdruckeinfluss. Heißt: Wenig bis keine Niederschläge in Sicht, viele Saisonstarts der kleineren Skigebiete in niederen Höhen müssen weiter nach hinten verschoben werden. Erst nach dem Wochenende könnte es ein paar Schneefälle in den Nordalpen geben, die aber vermutlich nicht sehr ergiebig sein werden.

So bleibt vielen Skifahrern nur der Ausweg in höhere Regionen oder in Skigebiete, die mit Kunstschnee und guter Pistenpräparierung ihre Berge befahrbar machen. Davon gibt es zum Glück einige, vor allem in Österreich.

Deutschland

Trotz der nicht gerade optimalen Wetterlage konnten in Deutschland schon einige Gebiete in den letzten Tagen Skibetrieb anbieten. Und just am heutigen Donnerstag startete ein ganz prominentes und wohl das beliebteste Skigebiet des Landes in die Saison: Garmisch-Classic öffnete mit einer Schneehöhe von 30cm und sechs offenen Anlagen. Zunächst stehen 7,5km Piste zur Verfügung - leider nicht gerade viel.

Daneben haben auch Gebiete wie Winterberg im Sauerland, Oberwiesenthal im Fichtelgebirge oder Grasgehren im Allgäu schon geöffnet. Seit dem letzten Wochenende sind auch die Oberstdorfer Gebiete Nebelhorn und Fellhorn-Kanzelwand dabei. Am Nebelhorn beträgt die Schneehöhe 40cm und zwei Pisten (Gipfelmulde und Seealp) sind präpariert.

Etwas Schneefall gab es zudem am 12./13. Dezember in Bayern. Spitzingsee, Sudelfeld oder auch Reit im Winkl meldeten einige Zentimeter Neuschnee. Etwas unsicher ist die Lage noch in den geschlossenen Gebieten. Die Liftbetreiber geben sich alle Mühe, um den Saisonstart zu ermöglichen und so könnten zum Beispiel im Bayerischen Wald an diesem Wochenende noch einige Gebiete öffnen.

Da muss man aber die nächsten Tage abwarten.

Österreich

In Österreich hatte das Warten auf den Schnee zumindest in einigen Teilen am Wochenbeginn ein Ende. Bis zu 30cm Neuschnee konnten die Gebiete melden und so kam wieder etwas mehr natürlicher Schnee auf die Pisten. Die Skigebiete Loser (30cm) und Veitsch-Brunnalm (18cm) in der Steiermark oder auch Hochkar (15cm) in Niederösterreich bekamen am meisten vom frischen Schnee ab.

Doch auch größere Gebiete wie der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn (15cm), Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau, Zell am See-Schmittenhöhe oder Bad Gastein-Sportgastein (alle 10cm) freuten sich über Nachschub von oben. Bei den Schneehöhen in Österreich liegt derweil weiterhin der Mölltaler Gletscher mit 150cm vorne, vor Sölden mit 137cm und dem Pitztaler Gletscher in Tirol mit 130cm. Am Wochenende erwarten wir den letzten richtig großen Schwung an Openings in Österreich.

Hier werden nochmals zahlreiche Skigebiete ihre Pforten öffnen. Am 16. Dezember wird Rauris im Salzburgerland starten und gleichzeitig die neue 10er Gondelbahn den Betrieb aufnehmen. Auch die Ehrwalder Almbahnen in der Tiroler Zugspitzarena oder das neu zusammengelegte Skigebiet Walmendingerhorn-Ifen-Heuberg im Kleinwalsertal starten in die Saison, um nur einige zu nennen.

Schweiz

Nicht so viel Glück wie die Österreicher hatten in den letzten Tagen die Schweizer mit dem Neuschnee. Hier gab es nämlich überhaupt keinen Schneefall und dementsprechend gering sind nach dem langen Hochdruckwetter auch weiterhin die Schneehöhen in der Schweiz.

Gerade einmal zwei Gebiete können eine Schneehöhe von mehr als einem Meter vorweisen: Saas Fee meldet 120cm und Zermatt weist 105cm aus. Dennoch haben in der Schweiz bereits alle großen Skigebiete die Saison gestartet und können auf mit Kunstschnee präparierten Pisten Skibetrieb anbieten.

So warten zum Beispiel in der Skiregion 4 Vallées 130 Pistenkilometer auf euch. Auch in der Schweiz stehen noch diverse Skigebiete in den Startlöchern und wollen die Saison starten. In weiten Teilen des Landes sind die Hänge aber noch grün und nicht weiß, so dass noch keine verlässliche Aussage getroffen werden kann, wann es losgeht. Ganz sicher ist man aber zum Beispiel in Savognin in Graubünden, hier geht es 17. Dezember los.

Frankreich

Auch Frankreich hat mit Neuschneemangel in der letzten Zeit zu kämpfen und daher haben dort weiterhin noch nicht sehr viele Gebiete geöffnet. Alle großen Skigebiete können aber bereits zahlreiche Pistenkilometer für die Gäste anbieten.

So sind in Val d’Isere 63 von 76 Pisten befahrbar und auch in Val Thorens in den Savoyen sind über 80% der Pisten geöffnet. Die größte Schneehöhe in Frankreich hat Valfrejus mit 250cm, gefolgt von Val Cenis (200cm) und Montgenevre (180cm).

Wie in Italien erwarten wir auch in Frankreich an diesem Wochenende noch zahlreiche Saisonstarts, doch auch hier muss man noch abwarten, welche Skigebiete wirklich starten können und wer noch auf etwas Hilfe von Frau Holle hoffen muss.

Italien

In Italien konnte man in den letzten sieben Tagen keinen neuen Schneefall vermelden, doch sind die Schneehöhen von den Schneefällen der vergangenen Wochen teilweise noch beträchtlich. So führen hier die beiden Skigebiete Alagna Valsesia und San Domenico di Varzo im Piemont mit 200cm Schneehöhe das Ranking an.

Auch Cervinia Breuil (160cm) oder Sestriere (120cm) haben noch eine ordentliche Schneehöhe zu bieten. In Italien sind schon deutlich mehr Gebiete geöffnet als in der Schweiz und es werden am Wochenende nochmals diverse dazukommen. In Gröden in Südtirol findet an diesem Wochenende übrigens die traditionelle Abfahrt im alpinen Ski-Weltcup statt und die Bedingungen dafür sind vor Ort sehr gut.

Mehr Informationen gibt es auf skiinfo.de

 

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