DFB-Kader ist benannt Mario Gomez stürmt wieder für Deutschland

Das war bei der EM 2012 im Gruppenspiel gegen die Niederlande: Bundestrainer Jochim Löw (links) wechselt Angreifer Mario Gomez aus. Foto: dpa

Zuletzt lief er im September 2014 für die DFB-Elf auf, jetzt darf der einst oft als "Chancentod" verschrieene Mario Gomez wieder ran. Bundestrainer Joachim Löw hat den Profi von Besiktas Istanbul berufen.

 

München - Mit Rückkehrer Mario Gomez und den beiden Neulingen Leroy Sané vom FC Schalke 04 sowie Kevin Trapp (Paris St. Germain) geht Weltmeister Deutschland in die letzten Länderspiele des Jahres.

Gomez erlebte gerade eine treffsichere Zeit bei seinem neuen Klub Besiktas Istanbul und steht nicht unerwartet im 25-köpfigen Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw für die Duelle bei EM-Gastgeber Frankreich in Paris am 13. November (21.00 Uhr/ARD) sowie vier Tage später gegen die Niederlande in Hannover (20.45 Uhr/ZDF).

Gomez war letztmals im September 2014 dabei. Durchstarter Sané wird nach dem Spiel in Paris zur U21 stoßen und in Fürth gegen Österreich spielen.

Angeführt wird die Mannschaft von Kapitän Bastian Schweinsteiger. Nicht im Kader stehen die Legionäre Toni Kroos und Mesut Özil, denen Löw eine Pause gönnt.

Damit hat Löw, der auch Julian Draxler zurückholte, noch 13 Weltmeister an Bord.

Sein verletzungsbedingtes WM-Aus 2014 bewegt Mario Gomez noch immer: Als er sich im März 2014 in Neapel erneut am Knie verletzt hatte, saß er weinend in der Kabine. "Ich wusste genau: Der Traum ist geplatzt, das war unglaublich schmerzvoll", sagte er Mitte Oktober der "Sport Bild".

Für seinen Traum von einem Comeback unter Löw schuftete der 60-malige Nationalspieler (25 Tore) schwer, sein Wechsel zu Besiktas Istanbul nach zwei unglücklichen Jahren beim AC Florenz stand auch unter dem Zeichen der Rückkehr zum DFB.

In Paris am kommenden Freitag soll es nun so weit sein - 436 Tage nach seinem letzten Einsatz. "Ich habe Mario nicht abgeschrieben. Auf keinen Fall", sagte Löw zuletzt, "er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann."

Doch Löw setzte diesen Sätzen immer ein "Wenn" hinzu. Wenn Gomez fit ist, oder: Wenn er "Selbstvertrauen hat". Das klang trotz Stürmerkrise nicht nach grenzenlosem Vertrauen in den Torjäger, der für Besiktas in den vergangenen elf Pflichtspielen neun Mal traf.

Gomez und das DFB-Team - das war seit seinem Traumdebüt mit einem Tor gegen die Schweiz im Februar 2007 keine durchweg glückliche Beziehung. Sein berühmter Fehlschuss bei der EM 2008 gegen Österreich verfolgte ihn über Jahre.

Bei der WM 2010 blieb er in vier Kurzeinsätzen ohne Tor. Zwei Jahre später schoss er Deutschland mit drei Toren fast im Alleingang ins EM-Viertelfinale, saß dort aber auf der Bank. Beim Halbfinal-Aus gegen Italien nahm Löw ihn zur Pause raus. Seitdem bestritt er nur drei Länderspiele.

Beim Comeback am 3. September 2014, der WM-Final-Revanche gegen Argentinien (2:4), wurde Gomez vom Düsseldorfer Publikum nach einigen verstolperten Chancen gnadenlos ausgepfiffen - Löw nahm ihn wieder vorzeitig runter; vier Tage später beim Auftakt der EM-Qualifikation gegen Schottland (2:1) saß Gomez 90 Minuten auf der Bank. Danach wurde er nicht mehr eingeladen - bis Freitag.

 

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