Deutsches Theater Viel Hans Klok, wenig Pamela Anderson

Die blonden Haare wirbeln viel herum an diesem Abend: Hans Klok. Foto: Jens Niering

Illusions-Magier Hans Klok zeigt im Deutschen Theater eine tolle Zaubershow – sein Stargast sagt nur kurz Hallo

 

So groß das Gejohle war, als sie angekündigt wurde, so mickrig ist am Dienstag ihr Auftritt im Deutschen Theater: Der 90er-Jahre-„Baywatch“-Star Pamela Anderson hüpft etwa eine Stunde nach Showbeginn lächelnd aus einem Kasten, sagt kurz Grüß Gott – und verschwindet dann für den Rest des Abends hinter den Kulissen.

Kurzer Anruf im Theater: War das wirklich so kurz geplant? Ja, war es. Wer sich eine Karte vor allem wegen ihr gekauft hatte, wird arg enttäuscht gewesen sein. Andererseits: Wo, wenn nicht bei einer Zaubershow, muss man davon ausgehen, getäuscht zu werden?

Dass es nicht zum Aufstand der Empörten kommt, ist Hans Kloks Show-Gruppe zu verdanken: Schöne Frauen gehören bei ihm ebenso zum Konzept wie die Zauberkunst, und so herrscht an hübschen Blondinen auch ohne Pamela Anderson kein Mangel.

Viel Wirbel, wenig Pamela

Die Show „House of Mystery“ ist eine Mischung aus Hans Kloks schneller Illusions-Zauberei – da ist er Weltmeister – und zwischendurch eingestreuten Varieté-Nummern. Zu Beginn des Abends springen erstaunlich viele der Darsteller nacheinander aus einem sehr kleinen Würfel heraus. Das wäre, denkt man da, doch eine Lösung des Münchner Wohnraumproblems. Vielleicht sollte Hans Klok mal im Rathaus vorsprechen.

Der Niederländer mit dem strahlenden Lächeln hat allerdings erst einmal schwer auf der Bühne zu tun. In schneller Reihenfolge sehen wir Frauen verschwinden und wieder auftauchen, wir sehen Hans Klok in verschlossenen Kisten stecken, in denen Sekunden zuvor noch eine Frau war – später auch mal umgekehrt. Blitzschnelle Ortswechsel kann er also auch – Hans Klok könnte auch mal mit der Münchner Verkehrsgesellschaft reden.

Wir sehen, wie Hans Klok in eine Kiste klettert, die von drei Herren aus dem Publikum mit einem guten Dutzend Klingen durchbohrt wird. Natürlich kommt der Magier am Ende unversehrt wieder heraus, zudem – ganz Show-Mann – im neuen roten Glitzerkostüm.

Die schnelle Reihung der Tricks erfordert ein ständiges Klatschen, was fast zu Ermüdungserscheinungen führt. Zumal jede Nummer praktisch zweimal beklatscht wird: einmal, wenn der Trick abgeschlossen ist, dann noch einmal, wenn Hans Klok nach vorne kommt und sich den – verdienten – Applaus abholt.

Zwei schnell Stunden

Da sind die Akrobatik-Nummern zwischendurch eine willkommene Gelegenheit zum Luftholen. Bejubelt wird zum Beispiel die poetische Körperkunst des Duos La Vision, die mit langsamen, spannungsreichen Bewegungen immer neue Partnerfiguren bilden. Oder die wilde Laser-Show im Kunstnebel von Lasermann Andrea Lorenzoni. Oder die Hula-Hoop-Wirbelei von Yulia Rasshivkina – ganz ehrlich: Spätestens da ist die Enttäuschung über Pamela Anderson vergessen.
Dann trägt die gefesselte Björk Gunnarsdóttir über ihrem Kleid plötzlich das Sakko eines Zuschauers. Die Nummer geht elegant über in die schier unglaublichen Verbiegungen der chinesischen Schlangenfrau Zhu Guiping. Da hörte man im Publikum die Bandscheiben kreischen.

Nach rund zwei schnellen Stunden hält Hans Klok das magische Buch des Meistermagiers Cordoni in seinen Händen, dessen Geschichte diesen bunten Abend unter dem Titel „House of Mystery“ sehr locker zusammenhält.

Bis Sonntag im Deutschen Theater (Do, Fr, Sa 19.30 Uhr, Sa auch 15 Uhr, So 14.30 und 19 Uhr), Karten unter Telefon 54 81 81 81. Pamela Anderson ist nur noch am Donnerstag dabei, was der Show aber keinen Abbruch tut

 

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