Deutsches Museum Der „Eulenspiegel Flying Circus“ kommt in den Innenhof

Zur Programmvorstellung des Science Summers gibt es einen Ausschnitt aus der Vorführung mit flüssigem Stickstoff. Foto: Deutsches Museum

Der „Eulenspiegel Flying Circus“ des Kabarett-Impresarios Till Hofmann gastiert im Sommer im Innenhof des Deuschen Museums

 

Das hat schon was, so ein Spielplatz mitten in der Stadt. „Dreiviertelblut“- Sänger Gerd Baumann kommt von links, aus der Au, rübergeschlendert, Axel Hacke von rechts, über die nach seinem Kühlschrank benannte Bosch-Brücke. Locker gesellen sie sich zu der Runde, die da im Halbkreis vor einem Rudel Journalisten und Fotografen steht, während der Museumsdirektor das Wort führt.

So traurig die Baustellen-Historie des Deutschen Museums zuletzt gewesen sein mag, im trotz der vielen Steine irgendwie kuscheligen Innenhof spürt man nichts davon. Zudem geht es heute um was anderes: um nichts Geringeres als die Vermählung von Wissenschaft und Kunst. Die Quadratur des Kreises also.

Die genaue Verbindung müsse man noch suchen, meint Till Hofmann, aber das wird den begnadeten Pragmatiker nicht vom neuen Projekt abhalten, und das geht so: Der auf dem Passauer Domplatz erfolgreich eingeweihte „Eulenspiegel Flying Circus“ baut seine kleine Bühne im Innenhof des Deutschen Museums auf und präsentiert vor 200 Gästen von 1. Juli bis 31. August einen Kabarett- und Musiksommer unter freiem Himmel.

Tagsüber unterhaltsame Wissenschaft

Das Museum sorgt tagsüber für den „Science Summer“ mit wissenschaftlichen Vorführungen, Science-Shows, Vorträgen und Mitmach-Aktionen, abends lädt das Lustspielhaus zu Kabarett und Musik. Wechselseitige Erhellung der Künste, wie schön.

Das Line-up liest sich wie das Who is who der Kleinkunst: Martin Frank, Alfred Dorfer, Stephan Zinner, Stefan Leonhardsberger, Willy Michl, Dreiviertelblut, Stefan Verra, Frank Lüdecke, Michael Mittermeier, Simon & Jan, Günter Grünwald, Hannes Ringlstetter, Luise Kinseher, der 70. Schwabinger Poetry Slam, Christian Springer, Massimo Rocchi, Helmut Schleich, Urban Priol, Suchtpotenzial, die Spider Murphy Gang. Zudem hat sich Helge Schneider samt Jazz-Combo für zwei Abende angekündigt, und Pop-Größe Sasha wird mal unplugged zu hören sein.

Bei der Präsentation will die Abteilung Wissenschaft nicht hintanstehen und sorgt per Stickstoff-Vorführung nicht für einen Knalleffekt, aber zumindest für reichlich Bodennebel. Überhaupt erstaunlich, welche Verbindungen manche Künstler zur Wissenschaft ziehen. Christian Springer sieht sich an den Beginn seiner Kabarettkarriere erinnert: „Es war eine Physik-Stunde in der zwölften Klasse, in der ich mal wieder gar nichts verstand, meinen Banknachbarn anschubste und fragte: ,Mach ma beim Sommerfest mal ein Kabarett?’ So fing alles an!“

Kabarett und kühle Getränke

Massimo Rocchi hat ähnliche Erinnerungen („Wenn mein Physiklehrer wüsste, dass ich mal im Deutschen Museum arbeiten würde...“). Eva Karl Faltermeier verliebte sich mit 13 beim Schulausflug im berühmten Bergwerksstollen, und der Spider-Frontman Günter Sigl muss coram publico mit einem eindeutigen Angebot des Museumsdirektors umgehen: „Ein Liedl würd’ ich schon gern mitspielen bei euch“, meint der bekennende Rock’n’Roller Heckl. Darauf Sigl: „Sing halt mal was!“ Das lässt sich Heckl nicht zweimal sagen und gibt prompt den Elvis: „One for the money, two for the show...“ Sigl nickt anerkennend, fragt aber lieber mal nach: „Du bist aber schon Risikogruppe, oder?“

Könnte ein lustiger Sommer werden. Einer mit einem dazugewonnenen Spielplatz mitten in der Stadt, womöglich der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Wissenschaft und Kunst. Vielleicht müsse man sich als Veranstalter auch daran gewöhnen, im Sommer zwei Monate Open Air zu spielen, sagt Till Hofmann. Kleinkunstfans würden drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Kabarett plus kühle Getränke plus frische Luft. Nur noch ein paar Mal schlafen, dann gilt wieder der alte Spider-Murphy-Song: „’S is wieder Sommer in der Stadt“.

Infos zum Kabarettprogramm unter eulenspiegel-concerts.de, Karten bei Münchenticket. Einige Vorstellungen sind fast ausverkauft. Informationen und Karten zum Science Summer auf der Homepage www.deutsches-museum.de

 

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