Deutsche Chartspitze Peter Maffay einsam an der Spitze

Er toppt sie alle: Seit zwei Wochen steht Peter Maffay auf Platz 1 der deutschen Albumcharts. Dort hat der 64-jährige Deutschrocker Stars wie Bruce Springsteen und Helene Fischer hinter sich gelassen. "Wenn das so ist", ist Maffays 16. Nummer-1-Album in Deutschland. Das dürfte Rekord sein.

 

Berlin - Seit über 40 Jahren ist Peter Maffay (64, "Wenn das so ist") nicht mehr aus der deutschen Musikszene wegzudenken. 23 Studioalben, über 40 Millionen verkaufte Tonträger und mehr als zehn Millionen Konzerttickets sprechen für eine beispielslose Karriere.

Dabei hat er sich im Lauf der Jahrzehnte nicht sonderlich geändert. Er misst nach wie vor 1,68 Meter, die Falten um die Augenwinkel sind etwas tiefer, der markante Leberfleck über der Oberlippe ist immer noch da, und die Oberarme ziert das eine oder andere Tattoo mehr. Ansonsten wirkt er Kantig, drahtig und austrainiert, und seine Stimme ist auch nicht dünner und brüchiger geworden. Peter Maffay ist nach wie vor der alte. Er lebt nur viel solider als in früheren Jahren, als für ihn eine oder gar zwei Flaschen Whisky am Tag noch kein Thema waren und er noch bis zu 80 Zigaretten am Tag rauchte. Da ließ er dann schon mal die Sau raus - auf der Bühne und auch nach der Show.

Möglicherweise hat ihn eine dramatische Fehldiagnose ein für alle Mal vom klassischen Lotterleben eines Bilderbuchrockers kuriert. In einem Interview mit dem "Zeit-Magazin" erzählte er 2012: "Mein Arzt hat eine Diagnose gestellt, die hieß Lungenkrebs. Ich habe dann von einem Tag auf den anderen aufgehört zu trinken und zu rauchen... Ich hatte einfach Angst um mein Leben. Ich habe auf dieses Röntgenbild geschaut und meinen Arzt gefragt, 'kann man da was machen?' Er sagte: 'Nein, vielleicht kann man einen Lungenflügel wegnehmen, dann kannst du wieder atmen und mit einer halben Lunge eine Zeit lang leben und vielleicht singen.' Es war eine Fehldiagnose. Es war nur ein Virus, der dank Medikamenten innerhalb von 14 Tagen einfach verschwand. Glück gehabt. Da dachte ich mir, das ist deine Chance."

Peter Maffay hat sie genutzt. Der Musiker, der 1949 als Sohn siebenbürgischer Eltern in Brasov (Kronstadt) im rumänischen Transsylvanien geboren wurde und 1963 nach Bayern auswanderte, zählt seit Anfang der 1970er-Jahre zu den deutschen Topstars. Sein Song "Du" wurde der größte deutsche Hit des Jahres 1970 - und Maffay Stammgast in der ZDF-Hitparade.

Anfang der 1980er-Jahre vollzog er den Wandel zum Deutschrocker. Und wieder gelangen ihm Riesenerfolge, vor allem mit dem Album "Revanche", auf dem er einen Song der DDR-Band "Karat" coverte: "Über sieben Brücken musst du gehen" verkaufte sich über zwei Millionen Mal.

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Maffay, der sich mit seinen Tourneen zu einem wahren Kassenmagneten entwickelte, musste allerdings 1982 auch einen Tiefpunkt seiner Karriere hinnehmen. Bei Auftritten im Vorprogramm der Rolling Stones flogen Eier und Tomaten. Nach diesem Eklat ging es nur noch aufwärts mit Peter Maffay, der sogar in mehreren Spielfilmen des Wiener Regisseurs Peter Patzack ("Der Joker", 1986, und "Gefangen im Jemen", 1999) die Hauptrollen spielte und auch in der Thriller-Komödie "Der Eisbär" (1998) von Til Schweiger mitwirkte.

Neben seiner künstlerischen Arbeit engagiert sich der Deutschrocker in der Friedensbewegung und gegen Rassismus sowie in seiner Tabaluga-Stiftung für traumatisierte Kinder, für die er auf Mallorca einen Bauernhof errichtet hat. Er lebt mit seiner vierten Ehefrau, der 26 Jahre jüngeren Tanja Spengler, mit der er Sohn Yaris (10) hat, in Spanien und in Tutzing am Starnberger See. Dort produziert er auch seine Musikalben, zuletzt die neue Erfolgs-CD "Wenn das so ist".

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