Derby-Anekdoten Henry Kissinger: Fürths Edel-Fan "Number One"

Der frühere US-Außenminister wurde in Fürth geboren, ist seit seiner Kindheit Fan der Kleeblätter. Einen Wunsch hatte Kissinger zu Saisonbeginn. Vergeblich, wie inzwischen feststeht.

 

Nürnberg/Fürth - Rund 4000 Greuther-Fans werden ihre Mannschaft am Sonntag zum Gastspiel beim Nachbarn Nürnberg über die Stadtgrenze begleiten. Der bekannteste Fürth-Anhänger aber wird beim Derby gegen den Club nicht im Stadion sitzen. Ex-US-Außenminister Henry Kissinger wird das Spiel wie so oft per Live-Ticker im Internet verfolgen. Über 6000 Kilometer entfernt, in seinem Wohnort New York.

Kissinger, 1923 in Fürth geboren, ist seit seiner Kindheit glühender Anhänger der Spielvereinigung, verfolgte schon als Bub die Spiele am Ronhof. "Ich musste mich als kleiner Junge immer reinschmuggeln", verriet Kissinger bei seinem letzten Besuch in seiner Heimatstadt. "Mein Vater fand, ich soll doch lieber Opern besuchen." Tat er auch. Die Liebe zur Spielvereinigung blieb dennoch bestehen.

1938 flüchtete die Familie vor den Nazis in die USA. Heinz Kissinger wurde zu Henry, machte in Amerika Politiker-Karriere. Als US-Außenminister reiste er zwischen 1973 und 1977 oft in die alte Heimat, ließ sich darüber hinaus immer über die Ergebnisse der Spielvereinigung aus Fürth informieren.

Im vergangenen Sommer nahm sich der 89-Jährige wieder einmal Zeit für eine Reise nach Fürth, besuchte das zweite Erstliga-Heimspiel der Kleeblätter gegen Schalke 04 (0:2).

Kissingers augenzwinkender Wunsch damals für die erste Bundesliga-Saison von Greuther Fürth: "Natürlich wünsche ich mir, dass die Spielvereinigung Deutscher Meister wird."

Knapp verfehlt! Auch ein ehemaliger Weltpolitiker kann mal danebenliegen.

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