Der Zauber des Übersinnlichen Magische Rituale in Bayern

Hühnergalle für ewige Schönheit, Widderköpfe gegen Hexen und Kastanien gegen Gicht: Magische Rituale in Bayern - die Bilder! Foto: AZ/ Volker Isfort

„Magie – Frömmigkeit – Aberglaube“: Eine Ausstellung im Jexhof zeigt, wie man Hexen abwehrt, sich mit Muskatnüssen gegen Furunkel wappnet und die Höllenfürsten kontaktiert.

 

Rattenkadaver, Messer, Eisenpendel und ein getrocknetes Hühnerherz: Die Holztür ist gespickt mit gruseligen Gegenständen. Vor ein paar Jahren trennte sie noch Stall und Scheune eines Nürtinger Bauernhofs, jetzt ist sie im Jexhof zu sehen. Dort zeigt der Augsburger Volkskundler Stephan Bachter derzeit seine Ausstellung „Magie – Frömmigkeit – Aberglaube“, und die Stalltür ist ein gutes Beispiel dafür, was die Menschen früher alles zur Abwehr böser Mächte eingesetzt haben.

„Tote Tiere, spitze oder bewegliche Dinge – all das mögen Hexen nicht“, erklärt der Kurator. Schon die Sumerer und die alten Ägypter versuchten, mit den Kräften des Kosmos in Kontakt zu treten. Oft vermischten sie dabei Magie und Religion. Heute ist beides streng getrennt – zumindest in der Theorie. „Magie geht von einem Wenn-dann-Automatismus aus und funktioniert nach dem Prinzip: Mein Wille geschehe“, sagt Bachter.

Religion hingegen basiere auf Bitten und dem Prinzip: Sein Wille geschehe. „Aber diese Grenze verschwindet in der Praxis der einfachen Leute oft.“ Im Jexhof sind deshalb nicht nur magische Artefakte zu sehen (einige stellen wir Ihnen auf dieser Seite vor). Gezeigt und erklärtwerden außerdem Andachtsbilder, Devotionalien und Glückssymbole. Übrigens: Auf dem Buchmarkt boomt kein Segment so sehr wie die Esoterik. Experten schätzen, dass sich bereits neun Prozent der in Deutschland verfügbaren Bücher mit Lebenshilfe und Spiritualität befassen. Der Zauber des Übersinnlichen wirkt also ungebrochen.

 

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