Der Vorsorge-Atlas Im Schnitt 1169 Euro Rente in Oberbayern

Arme Franken, begüterte Oberbayern: Im Rentenatlas spiegeln sich die unterschiedlichen Lohnniveaus im Freistaat. Quelle: Sparda-Bank München eG/ Illustration: fotolia.de

Der Vorsorge-Atlas zeigt, wer wie viel Geld im Alter hat. Aber es gibt auch große Lücken

 

MÜNCHEN In München und Oberbayern sind die Lebenshaltungskosten verglichen mit dem übrigen Deutschland hoch. Zum Glück für die hiesigen Senioren haben die Menschen in Oberbayern auch den höchsten Anspruch auf Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenkasse. Dies ergeben Zahlen des neuen Vorsorge-Atlasses, der von Union Investment in Zusammenarbeit mit der Uni Freiburg erhoben wird. Pro Monat stehen den Ruheständlern in Oberbayern im Schnitt 1169 Euro zu. Damit liegt die Region in Deutschland an der Spitze, gefolgt vom Raum Stuttgart (1131 Euro) und Darmstadt (1118 Euro).

Bis auf Oberfranken liegen alle bayerischen Regierungsbezirke über dem deutschlandweiten Durchschnittswert bei der gesetzlichen Rente von 1025 Euro. Die hohen Rentenansprüche in Süddeutschland können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die so genannte Versorgungslücke in dieser Region besonders hoch ist. Mit diesem Begriff wird die Differenz zwischen den Alterseinkünften und dem letzten Nettoeinkommen bezeichnet. Weil die Löhne in Süddeutschland höher sind als im Rest der Republik, müssen Beschäftigte, wollen sie im Ruhestand nicht auf den gewohnten Lebensstandard verzichten, fürs Alter vorsorgen.

Denn die Rentenversicherung kappt die Beiträge bei der Beitragsbemessungsgrenze – das hat zur Folge, dass auch die gesetzliche Rente eines Gutverdieners später nicht so hoch ausfällt, wie sich der Beschäftigte, der einen überdurchschnittlichen Lohn gewohnt ist, womöglich erwartet. Im Bundesdurchschnitt fehlen den Menschen 806 Euro im Monat zu ihrem gewohnten Kontostand, wenn sie alleine auf die gesetzliche Rente, die Beamtenversorgung oder berufsständische Rentenkassen setzen.

Wer sich in Oberbayern nur auf diese Finanzquellen verlässt, muss sogar mit einer Lücke von über 863 Euro rechnen. Das bedeutet: Beschäftigte sollten vorsorgen. Ein erster Schritt ist für die meisten die staatlich geförderte Riester-Rente. Im günstigsten Fall kann mit den Auszahlungen der Riester-Rente die Versorgungslücke geschlossen werden, heißt es bei der Münchner Sparda-Bank, die die Zahlen aus Freiburg für den bayrischen Raum aufbereitet hat. Wenn die Auszahlungen der Riester-Rente nicht reichen, sollte zusätzlich angespart werden – damit im Ruhestand nicht ein böses Erwachen droht.

 

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