Der Volks-Rock'n'Roller wird Showmaster Andreas Gabalier: "Ich wünsche mir eine große Familie"

Am kommenden Samstag ist es soweit: Überflieger Andreas Gabalier startet mit seiner "Volks- Rock'n'Roll-Show" im Fernsehen. "Ich bin sehr glücklich diese Show zu machen", verrät der Sänger im Interview und gibt Einblicke in die berufliche und private Zukunft.

 

Volks-Rock'n'Roller Andreas Gabalier (29, "I Sing A Liad Für Di") schwimmt weiter auf der Erfolgswelle. Der Frauenschwarm aus Graz in der Steiermark hat sich innerhalb von nur vier Jahren zu einer festen Größe im Musik-Business gemausert. Mit seiner eigenen "Volks-Rock'n'Roll-Show" am kommenden Samstag (20.15 Uhr, Das Erste) beweist der 29-Jährige nun auch seine Showmaster-Qualitäten. Im Festspielhaus Füssen empfängt der Sänger Showgrößen wie die Scorpions, Peter Kraus, Rea Garvey oder Sarah Connor. Ob er seine Fernsehkarriere jetzt weiter ausbauen will oder sich doch erst den Wunsch nach einer großen Familie erfüllt, verrät er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Woher kam die Idee für die Show? Haben Sie bei "Sing meinen Song" Blut geleckt?

Andreas Gabalier: Nein, tatsächlich gibt es schon etwas länger die Idee, eine Show zu machen. Viele Sender sind immer wieder auf mich zugekommen. Eigentlich habe ich mich immer sehr erfolgreich dagegen gewehrt, weil es mir nicht wirklich ein Anliegen war, und ich mich mehr auf meine Musik konzentrieren wollte. Dann ist dieses Konzept an mich herangetragen worden, das sehr auf mich zugeschnitten wurde. Die Idee, eine eigene, neue Show mit viel Musik zu moderieren, hat mir dann doch sehr gefallen.

"Wetten, dass...?" macht ja nun bald Schluss, damit wäre Platz für eine regelmäßige Samstagabendshow. Hätten Sie Lust?

Gabalier: Nein. Zumindest noch nicht. Es läuft bei mir musikalisch so gut, dass mir gar keine Zeit bleibt, jetzt schon an eine Karriere beim Fernsehen zu denken.

In der Show begegnen Sie auch Jerry Lee Lewis, einem Ihrer Idole. Wie war das Zusammentreffen?

Gabalier: Toll. Das war wirklich ein großer Moment für mich. Es hat schon seit vier Jahren kein Interview mehr mit ihm gegeben, und auch für uns war es ein Risiko, da kurz vorher viele Interviews, die eigentlich schon fix waren, aus gesundheitlichen Gründen wieder abgesagt worden waren. Ihn dann aber doch bei ihm zuhause im Wohnzimmer zu treffen, war schon etwas Besonderes.

Für Ihren Musikstil haben Sie sogar eine eigene Kategorie erfunden, und dennoch werden Sie von vielen immer noch in die Volksmusik- oder Schlager-Ecke gestellt. Stört Sie das?

Gabalier: Nein, überhaupt nicht. Ich glaube, das wird mir immer ein bisschen so gehen, weil ich bei Schlager- oder Volksmusiksendungen angefangen habe. Ich habe das auch nicht vergessen und bin auch heute noch gern dort zu Gast.

Warum kommt Ihr Stil so gut an?

Gabalier: Ich glaube, dass eines der Erfolgsgeheimnisse ist, dass ich immer alles mitgemacht habe, vom Volkstümlichen über Schlagersendungen, von "Wetten, dass...?" bis "TV Total". Irgendjemand im Publikum hat es immer begeistert, und so habe ich langsam meine Fans um mich versammelt. "Sing meinen Song" hat sicher auch seinen Teil dazu beigetragen, weil in der Sendung andere Facetten von mir gezeigt wurden. Dort konnte ich mich ein bisschen privater zeigen, als das bei den Auftritten in den meisten anderen Fernsehsendungen möglich ist.

Nervt es, wenn der eigene, individuelle Stil von anderen nachgeahmt wird?

Gabalier: Ich glaube, da gibt es sogar schon ein paar. Es ist doch schön, wenn man Vorreiter ist. Da fühle ich mich geschmeichelt und sehe, dass ich auf einen neuen Trend gesetzt habe. Mein früherer Marketing-Professor hat immer gesagt, "Besser Erster als besser" - lieber etwas vormachen und erfinden, als alles immer nur nachzumachen.

Sie setzen gern auf Traditionelles - in welchen Aspekten sind Sie denn total modern?

Gabalier: Gute Frage. Vielleicht beim Motorradfahren. Da gibt es auch eine Tradition, aber auch die Moderne der technischen Entwicklung, die man am Bike genießt.

Die soll ja bald noch weitergehen. Es gibt Prototypen für Elektro-Motorräder, bei denen der altbekannte Klang dann künstlich generiert wird. Wäre das etwas für Sie?

Gabalier: Sowas würde ich mir nicht einmal interessehalber anschauen.

In Ihrem Lied "Amoi seg ma uns wieder" geht es um einen sehr persönlichen Verlust, über den nur wenige Künstler so offen singen würden. Hat es gut getan, das mit der Öffentlichkeit zu teilen?

Gabalier: Eine Selbstmordgeschichte in der Familie eines Mannes, der in der Öffentlichkeit steht, war für viele Medien natürlich ein gefundenes Fressen. Nachdem einige das dann verbreitet haben, bin ich nicht drum herumgekommen, darüber zu sprechen. Somit habe ich es einfach gelernt. Im Nachhinein würde ich sagen, war es vielleicht tatsächlich eine Art von Therapie, dass ich mir das in so vielen Interviews ein bisschen von der Seele reden konnte.

Ist es ein seltsames Gefühl, wenn Ihrem Publikum bei einem so persönlichen Lied die Tränen kommen?

Gabalier: Dass ein Millionenpublikum es als schön empfindet, wenn ein berühmter Musiker über solche Schicksalsschläge in der Familie offen reden kann, hat anscheinend viele nicht nur begeistert, sondern einigen auch sehr geholfen, und das finde ich schön. Es gibt auch immer wieder Menschen, die sich bedanken, weil sie selbst jemanden verloren hatten und das Lied ihnen Hoffnung und Mut geschenkt hat.

Zumal es jedem Menschen einmal passiert, dass er jemanden verliert, auf welche Art und Weise auch immer.

Gabalier: Für mich ist es mittlerweile auch kein trauriges Lied mehr, sondern ein sehr schönes und zeitloses, weil es die Menschen berührt, egal, wo ich hinkomme. Xavier Naidoo hat natürlich mit seiner Coverversion bei "Sing meinen Song" nochmal sehr dazu beigetragen, dass ein sehr junges Publikum erreicht wurde. Dass er das Lied jetzt bei seinen Konzerten als letzte Nummer singt, berührt mich sehr.

In dem Lied geht es auch darum, was nach dem Tod kommt. Sind Sie von einem Leben nach dem Tod überzeugt?

Gabalier: Ich mache mir da im Alltag wenig Gedanken darüber. Aber ich glaube auf jeden Fall, dass es etwas gibt. Wie das genau aussieht, weiß ich nicht. Da scheiden sich die Geister mit unserem irdischen Verstand einfach zu sehr, wie man auch an den vielen Weltreligionen sieht. Aber irgendwas kommt danach. Daran glaube ich.

Sie kommen selbst aus einer großen Familie. Wünschen Sie sich auch irgendwann eine?

Gabalier: Ja, auf jeden Fall. Es wäre schön, eine große Familie zu haben, da ich selbst aus einer komme. Jetzt habe ich aber keine Zeit dafür und denke auch noch nicht daran, jetzt geht es um die Musik. Ich habe Erfolg mit dem, was ich mache und damit auch die Möglichkeit, mir finanziell für die nächsten Jahre ein bisschen was aufzubauen. Und dann kann ich mich in aller Ruhe auf die Familie konzentrieren. Obwohl ich wirklich kein Mann bin, der soweit vorausplant. Ich lebe doch lieber ein bisschen in den Tag hinein, weil man ja ohnehin nie weiß, was morgen kommt.

 

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