Der US-Präsident und die Macht Donald Trump: Was macht er mit der Atombombe?

Polternd, unerfahren, impulsiv: Donald Trump wird am 20. Januar der 45. US-Präsident. Foto: dpa

Wenn Donald Trump am 20. Januar 2017 neuer US-Präsident wird, dann bekommt er auch den Atomkoffer ausgehändigt. Muss sich die Welt Sorgen machen? - Fragen und Antworten.

 

Washington - Die Wahl Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten hat in vielen Teilen der Welt Bestürzung und Sorge ausgelöst. Der Multi-Milliardär verfügt über keinerlei politische Erfahrung. Trump handelt eher emotional statt rational, lässt sich von einem einzelnen Twitter-Post provozieren.

Im zurückliegenden Schmutz-Wahlkampf gegen Hillary Clinton schreckte Donald Trump auch vor Tabus nicht zurück. "Wenn ich jemanden in der Fifth Avenue erschieße, würde ich dennoch zum Präsidenten gewählt werden", sagte er einmal. Und gleich mehrere Male überraschte Trump mit doch eher saloppen Aussagen zum Thema "Atombombe". "Warum sollen wir sie nicht einsetzen, wenn wir sie schon haben?" Kein Wunder, dass seine Gegnerin warnte: „Diesem unberechenbaren Menschen kann man keine Atomwaffen anvertrauen.“ Hillary Clinton hat die Wahl dennoch verloren.

Wie also wird es werden, wenn dieser Mann in wenigen Wochen mit der umfassendsten Macht ausgestattet sein wird, die eine Demokratie vergeben kann? Besteht tatsächlich die Gefahr, dass der Mann im Weißen Haus im unkontrollierten Alleingang auf den vielzitierten "roten Knopf" drückt?

Fragen und Antworten

Drückt der US-Präsident den roten Knopf, um eine nukleare Rakete zu zünden?
Nein, die Existenz eines roten Atomknopfs ist ein Gerücht.

Was ist der Atomkoffer?
Der sogenannte Atomkoffer, auch "Football" genannt, wird dem neuen Präsidenten bei seinem Amtsantritt von seinem Vorgänger übergeben. Mit dem "Football" lässt sich noch keine Atombombe zünden. Vielmehr handelt es sich dabei um eine große, schwarze Aktentasche aus Leder. Was genau darin ist, das ist natürlich geheim. Bekannt ist, dass sich im Koffer Anweisungen an den Präsidenten befinden, mit denen er mit der miliärischen Führung in Kontakt treten kann. Neben dem "Football" gibt es auch das  "Biscuit" (Keks), eine Plastikkarte, auf der die Aktivierungscodes stehen, mit denen sich der Präsident zweifelsfrei identifizieren kann. Das "Biscuit" trägt der Präsident stets bei sich.

Wo befindet sich der Atomkoffer?
Der Atomkoffer befindet sich rund um die Uhr in unmittelbarer Nähe des Präsidenten. Fünf sich dabei abwechselnde Militärs begleiten ihn im Weißen Haus, bei Außenterminen, in der "Air Force One" und auf allen Reisen.

Das geheimnisvolle Utensil: Ein Offizier (l.) trägt den Atomkoffer an Bord der Präsidentenmaschine "Air Force One".Das geheimnisvolle Utensil: Ein Offizier (l.) trägt den Atomkoffer an Bord der Präsidentenmaschine "Air Force One". Foto; dpa

Kann der US-Präsident im Alleingang den Krieg erklären?
Nein. Der US-Präsident ist zwar Oberbefehlshaber über das amerikanische Militär. Er kann aber zum Beispiel nicht einem anderen Land den Krieg erklären. Dies ist dem Kongress vorbehalten. Anders verhält es sich bei einem Angriff eines anderen Landes auf die Vereinigten Staaten. In diesem Fall kann der Präsident eigenmächtig Truppen in Marsch setzen und sich nachträglich durch den Kongress ermächtigen lassen.

Kann der US-Präsident im Alleingang einen Atomschlag befehlen?
Ja. Einzig und allein der Oberbefehlshaber über die Streitkräfte kann über den Einsatz von Nuklearwaffen bestimmen, also der Präsident. Eine Einschaltung des Kongresses ist nicht vorgesehen. Man geht eben davon aus, dass ein solcher Einsatz "lediglich" als Reaktion auf einen bereits angelaufenen feindlichen Atomangriff erfolgt. Da bleiben dann nur wenige Minuten. In der Praxis würde sich der Präsident zuvor mit seinen engsten Beratern bzw. seinem Verteidigungsminister abstimmen - und sich schließlich mit dem Generalstab der US-Streitkräfte verbinden lassen, um den Befehl zum Einsatz zu geben.

Danach gäbe es kein Zurück mehr.

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