Der Streit nimmt kein Ende Wiener Platz: Und jetzt nochmal alles von vorn

Die Standl auf dem Wiener Platz müssen saniert werden, das ist sicher. Die Frage ist bloß: Wie sollen sie danach aussehen? Foto: imago

Der Haidhauser Bezirksausschuss fordert neue Konzepte für den Markt – endlich auch zum Erhalt der Standl.

 

Haidhausen - Die wohl erschütterndste Aussage geht in der Aufregung fast unter: Er wolle niemanden an den Pranger stellen und werde keine Zahlen nennen, sagt Lebensmittelkontrolleur Dieter Felber vom Kreisverwaltungsreferat. Aber die Lebensmittelkontrolleure hätten sich am Tag zuvor einen Überblick verschafft. „Und so, wie die hygienischen Zustände der Standl am Wiener Platz sind, kann der Markt nicht weitergeführt werden.“

Dabei geht es vor allem um – das Wort fällt überproportional oft an diesem Abend – die „Toiletten-Situation“ der kleinen Gastro-Stände. Man habe sich gesagt, man werde die Zustände bis zum Umbau tolerieren, sagt Felber.
Aber gerade dieser Umbau ist das Problem – und er wird sich nach der Sondersitzung des Bezirksausschusses Haidhausen am Donnerstagabend noch weiter hinauszögern.

Denn der BA fordert in einem einstimmig beschlossenen Antrag das Kommunalreferat jetzt auf, die Option „Abriss“ außen vor zu lassen und neue Konzepte vorzulegen – zur Variante „Erhalt der Standl“, denn das forderten die Haidhauser schließlich von Anfang an.

Die Zeichen standen schon auf "Abriss" – das ärgert viele

Dass der kleinste der kleinen Lebensmittelmärkte saniert werden muss, ist seit 2011 klar. Die Zeichen standen dabei schon auf Abriss. Eine Machbarkeitsstudie des Kommunalreferats schien andere Optionen auszuschließen. Sehr zum Ärger der Anwesenden: Beim vorangegangenen Konsensverfahren habe man den Wunsch der Bürger ignoriert, schimpften viele am Donnerstag.

Bei der Sitzung legte das Kommunalreferat denn auch nur mögliche Anordnungen von neuen Standln vor: ein zusammenhängendes Gebäude, drei Pavillons mit Innenhof, vier Pavillons – immer unter der Prämisse, dass einige Kennzahlen unverrückbar sind. Zum Beispiel die Quadratmeter Fläche für Gäste- und Mitarbeitertoiletten, die Zahl der Waschbecken und die Größe eines Müllplatzes.

Bei diesen vorgegebenen Hygienestandards handele es sich aber „ausschließlich um die selbstaufgestellten Standards der Landeshauptstadt München“, kritisierte der Bundestags-Abgeordnete Wolfgang Stefinger (CSU). Gesetzlich seien die nicht begründbar.

Und theoretisch ist es möglich, den Müll in Unterfluranlagen zu lagern – unter der Erde.

Da auch ein Mitarbeiter des KVR erklärte, vorgelegte Konzepte für eine Sanierung ohne Abriss werde man wie alle anderen „auf Kompromisse prüfen“, hoffen BA-Mitglieder, Haidhauser und Händler, die sich in die Standl eingemietet haben, nun auf einen Neustart, nach dem „die Bestandsgebäude und Platzgestaltung so weit wie möglich erhalten bleiben“.

 

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