Der Stadtspaziergänger Zeitreise: Wo München noch uhrig ist

Mehr als nur ein Zeitanzeiger: Die Uhr am Müller’schen Volksbad. Foto: Sigi Müller

In Tagen, in denen sowieso fast jeder die funkgenaue Zeit von seinem Handy angezeigt bekommt, sind Turmuhren nicht mehr wichtig. Schade eigentlich – das findet zumindest AZ-Fotograf Sigi Müller.

 

München - In der vergangenen Woche haben wir im Olympiapark am Walk of Stars auf den Boden geschaut um die Exponate zu sehen. Heute schauen wir einmal in den – hoffentlich weiß-blauen – Himmel: zu den Münchner Uhren.

Da sie schon seit langer Zeit fest zum Münchner Stadtbild gehören, nimmt man ihre Schönheit oft gar nicht mehr richtig wahr. Außerdem haben wir meist eine Uhr am Handgelenk, das Smartphone, das Tablet, alle zeigen uns die funkgesteuerte exakte, aktuelle Uhrzeit. So ist die eigentliche Bedeutung der Uhren ein bisschen in den Hintergrund geraten.

Zum Beispiel die Uhr vom Müller’schen Volksbad. Wunderschön gearbeitet, das blau hinterlegte Zifferblatt, die Figuren rundum. Man nimmt nur das Ganze war, da das Volksbad, direkt an der Isar gelegen, natürlich ein optisches Gesamtkunstwerk ist.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass bei der Turmuhr am Isartor in Richtung Tal die römischen Ziffern falsch herum angebracht sind? So muss man sich mit dem Umrechnen doch ein bisschen Mühe geben, um die richtige Uhrzeit zu ermitteln, denn genau geht sie schon, nur halt anders.

Oder wissen Sie, warum sich am Alten Peter insgesamt acht Uhren befinden? Karl Valentin wusste es: „Damit acht Leit gleichzeitig auf d’Uhr schaung kenna.“ Logisch, oder? Also, jedem seine Turmuhr. In diesem Sinne, eine schöne Woche..

Ihr Sigi Müller

 

1 Kommentar