Der Schauspieler im Interview Fritz Wepper: "Ich bin weit davon entfernt, ein Frauenexperte zu sein"

Seit vielen Jahren spielt Fritz Wepper in der Krimi-Reihe "Mord in bester Gesellschaft" den Psychiater Dr. Wendelin Winter. Ob er selbst schon mal einen Psychologen aufgesucht hat und warum er absolut kein Frauen-Versteher ist, verrät der beliebte Schauspieler im Interview.

 

Berlin - Fritz Wepper ist einer der beliebtesten deutschen Schauspieler - und vielbeschäftigt ist er obendrein. Mit seinen 72 Jahren steht er regelmäßig für die Serie "Um Himmels Willen" (seit 2002) und für die Reihe "Mord in bester Gesellschaft" (seit 2007) vor der Kamera. In letzterer spielt auch seine Tochter Sophie Wepper (32) aus seiner Ehe mit Angela mit. Gemeinsam mit der 36 Jahre jüngeren Susanne Kellermann hat Wepper eine weitere Tochter. Der Nachrichtenagentur spot on news hat der Münchner verraten, wie er zum Psychologen kam und warum er vom Kampf der Geschlechter recht wenig hält, von Adam und Eva aber sehr viel.

Seit sieben Jahren geben sie in der ARD-Reihe "Mord in bester Gesellschaft" den Psychiater Dr. Wendelin Winter. Haben Sie selber schon mal einen Psychologen aufgesucht?

Fritz Wepper: Als ich vor drei Jahren mit einer lebensgefährlichen Blutvergiftung im Krankenhaus lag, wurde ich so depressiv, dass mein Arzt mir eine Psychologin schickte, die mir sehr geholfen hat. Die stellte fest, dass ich den Tod meiner Mutter nicht verarbeitet hatte und diesen durch meine lebensbedrohliche Situation nochmal durchlebte. Nach einigen intensiven Gesprächen konnte ich dank ihrer Hilfe meinen Frieden finden. Eine wertvolle Erfahrung, auch wenn ich so was früher freiwillig nie in Anspruch genommen hätte.

Warum nicht?

Wepper: Weil ich einer Generation entspringe, in der Therapie gleichbedeutend mit Irrenanstalt war. Da gab es weder Burnout noch Ehetherapie, da hat man sein Schicksal entweder gemeistert oder nicht. Aber ich finde es toll, dass man sich heute in so vielen Lebensbereichen Hilfe holen kann. Zumal ich an dem Thema Psychologie seit jeher viel Interesse habe, da das Teil meines Berufes ist. Wenn man kein Einfühlungsvermögen für Menschen hat, dann kann man auch nicht in fremde Charaktere schlüpfen.

Hilft das im Alltag auch?

Wepper: Das ist zwar was anderes, aber ich denke, dass ich in der Regel ein ganz gutes Gespür für Menschen habe. Ich bin ein geselliger Mensch, der sich sehr für andere interessiert.

Man attestiert Ihnen auch privat große Entertainer-Qualitäten.

Wepper: Aber das inszeniere ich nicht, ich habe einfach Spaß daran, Menschen zu unterhalten. Das ist der Mutterwitz, den ich von Zuhause mitbekommen habe. Meine Mutter konnte lachen, dass die Wände wackelten. Sie hat bei meinem Bruder und mir sehr früh einen Sinn für Humor und Unterhaltung geweckt.

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Versteht man Frauen besser, wenn man ohne Vater aufwächst?

Wepper: Mag sein, dass man da etwas sensiblere Antennen mit auf den Weg bekommt. Aber ich bin weit davon entfernt ein Frauenexperte zu sein. Ich finde Frauen spannend, auch wenn ich manchmal denke, sie kommen von einem anderen Stern - im Positiven wie auch im Negativen. Und manchmal fühle ich mich ihnen wieder ganz nah.

Eher Macho oder eher Frauen-Versteher?

Wepper: Machohaftes Balzverhalten ist mir gänzlich fremd. Ich bemühe mich seit jeher, Frauen auf Augenhöhe zu begegnen. Das ganze Theater rund um die Emanzipation habe ich nie kapiert. Ich habe Frauen stets verehrt und gleichberechtigt behandelt. Wie man die erobert, dafür gibt es kein Patentrezept. Wichtig ist, dass man sein Herz öffnet, alles andere ist Zufall. Mir hat mal ein Autor den wunderschönen Satz in den Mund gelegt: "Der Zufall ist, wenn das Schicksal einem eine Maske aufsetzt, um nicht erkannt zu werden."

Was ist das Schönste an Frauen?

Wepper: Die Tatsache, dass sie immer ein Geheimnis bleiben werden. Frauen sind einfach spannend und zwar jede Frau auf ihre ganz eigene Art und Weise. Ich finde, die Individualität macht den Reiz aus. Das gilt andersrum genauso, denn Frauen beurteilen uns Männer ja gleichermaßen. Ich finde, nicht der Kampf, sondern die Begegnung der Geschlechter ist seit Adam und Eva ein wunderschönes Thema. Ich bin heilfroh, dass Adam seinerzeit in den Apfel gebissen hat - weil wir heute eigentlich nichts anderes tun.

Wie steht es um Ihre Energie?

Wepper: Der Geist ist leider jünger als der Körper, das kann ich nicht verleugnen. Mein Arzt spornt mich stets an: "Wepper, Bewegung ist alles!" Und ich gehorche und mache regelmäßig Gymnastik und laufe mit meinen Nordic-Walking-Stöcken durch die Landschaft. In meinem Alter ist das Leben eine Frage der Qualität, und wenn ich in jungen Jahren all das gewusst hätte, was ich heute weiß, hätte ich bestimmt ein wenig mehr auf meine Gesundheit geachtet.

Angst vorm Ende?

Wepper: Nein, ich bin zuversichtlich, dass mir noch ein paar schöne Jahre vergönnt sind. Nicht nur weil mein Arzt das sagt, sondern vor allem wegen dem Wepper-Gen. Bis auf meine Mutter, die an einem Krankenhauskeim gestorben ist, sind in meiner Familie alle über 90 Jahre geworden. Mein Onkel geht sogar auf die 100 zu. Insofern sehe ich da noch viel Licht am Horizont.

 

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