Der Platzlhirsch schweigt Was ist mit Schuhbecks geplantem Gourmetlokal?

Im alten Boettners, der hier von 1998 bis 2015 residiert hat, tut sich noch nichts. „Wir öffnen in Kürze“, verspricht Alfons Schuhbeck auf einem Schild seit Monaten. Bloß wann? Foto: bar, dpa

Alfons Schuhbeck wollte bereits vor Monaten ein neues Gourmetlokal eröffnen, passiert ist bislang allerdings noch wenig – die AZ begibt sich auf Spurensuche.

 

Altstadt - Was ist los mit Münchens groß angekündigtem neuen Gourmetrestaurant? Die Eröffnung von „Schuhbecks Fine dining“ am Platzl hätte schon vor Monaten stattfinden sollen - doch noch immer warten Feinschmecker und Alfons-Schuhbeck-Fans vergeblich.

Der eigentlich so beredte kulinarische Tausendsassa - sonst ein Meister der Selbstvermarktung – er schweigt. Schuhbecks Büro und persönliche Assistentin weisen jede Nachfrage ab. Es geht um die Räumlichkeiten an der Pfisterstraße 9 am Platzl, wo Meisterkoch Alfons Schuhbeck seit Jahren expandiert und Haus für Haus sein Gastro-Imperium ausbaut. Neben Schuhbecks Orlando-Haus, seinem Eissalon und Co. war bis Ende 2015 das traditionsreiche Gourmetlokal Boettners, in dem einst illustre Gäste wie Star-Regisseur Ingmar Bergman oder Prinz Johannes von Thurn und Taxis Hummer, Kaviar und Champagner genossen haben.

Zuletzt hatte das 1901 gegründete Boettners (das sein Stammhaus in der Theatinerstraße 1998 verlassen musste) in vierter Generation Küchenchef Frank Hartung geführt – und sich mit Alfons Schuhbeck bereits den Innenhof geteilt. Als Hartung schließlich aufhören wollte, übernahm Schuhbeck ganz. Er kündigte an, im Boettners ein neues kleines Gourmetlokal entstehen zu lassen, „Schuhbecks Fine dining“ - mit 30 Plätzen und Sterneküche. Zunächst sollte nach Umbaumaßnahmen bereits im Februar 2016 eröffnet werden. Seither zogen Monate ins Land.

Vor Ort in der Pfisterstraße 9 sieht man noch immer den bekannten Schriftzug „Boettners“. Nach wie vor steht auch der legendäre Name auf dem Klingelschild. Dass hier ein weiteres Schuhbeck-Haus entsteht, belegt lediglich ein Zettel der „Schuhbecks Am Platzl GmbH“ an einer Fensterscheibe: „Wir eröffnen in Kürze“, steht da geschrieben. Hinter vorgehaltener Hand erfährt man, dass „in Kürze“ womöglich noch im Dezember sein könnte. Offen bleibt die Frage, warum sich die Eröffnung derart in die Länge zieht – und warum Schuhbeck dazu schweigt.

Fest steht indes (nicht zuletzt durch seine Facebook-Seite) bereits der Küchenchef des geplanten neuen Gourmetlokals: Maurice Kriegs, einst schon bei Schuhbeck gewesen. Zuletzt war Kriegs bei Drei-Sterne-Koch Christian Bau in Schloss Berg im Saarland. Dessen Restaurant heißt „Victor’s Fine Dining“. Ein Schlingel, wer eine eine gewisse Ähnlichkeit zu „Schuhbecks Fine dining“ sieht…

 

15 Kommentare